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Psychische Belastung von Krebspatienten frühzeitig erkennen und behandeln
Elektronische Patientenbefragung erfolgreich erprobt, jetzt Einsatz in weiteren Fachkliniken am UniklinikumDie Förderung der Tübinger Ludwig Hiermaier Stiftung für angewandte Krebsforschung in Höhe von 28.100 Euro machte es möglich: Leitender Oberarzt Dr. Martin Teufel und Dipl.-Psych. Norbert Schäffeler aus der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Medizinischen Universitätsklinik starteten 2010 mit Pilotprojekten in der Tübinger Haut- und Frauenklinik und erfassten mit Hilfe tragbarer Computer Belastungen und Bedürfnisse von Krebspatienten direkt am Krankenbett. Jetzt ist die Pilotphase erfolgreich abgeschlossen. Der Bedarf einer psychoonkologischen Behandlung wird dadurch frühzeitiger erkannt und betroffene Patienten erhal-ten schnell Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung. Das System wird auf weite-re Fachkliniken am Uniklinikum ausgeweitet.
Etwa ein Drittel aller onkologischen Patienten benötigt wissenschaftlichen Erhebungen zufolge im Verlauf der Erkrankung psychoonkologische Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung. Um diesen Bedarf zu erkennen, wurde er am Universitätsklinikum Tübingen bislang per Erhebungsbogen auf Papier abgefragt.
Martin Teufel und Norbert Schäffeler setzten sich in ihrem Pilotprojekt "Elektronisches Psychoonkologisches Screening von Tumorpatienten (ePOS)" das Ziel, die Versorgung von Patienten mit psychischen Begleitsymptomen im Rahmen ihrer Krebserkrankung zu modernisieren und zu verbessern. In ihrer Pilotstudie in der Haut- und Frauenklinik konnten Krebspatienten auf berührungsempfindlichen Bildschirmen bequem im elektronischen Fragebogen ihre Angaben machen. Deren Auswertung erfolgte auf Knopfdruck, die aufwändige Auswertung von Hand entfiel. Insgesamt nahmen 372 Patientinnen und Patienten an der Untersuchung teil. Die Akzeptanz der elektronischen Fragebögen war sehr gut und wurde gegenüber Papierfragebögen bevorzugt.
Mit der neuen Methode kann der Bedarf einer eventuell notwendigen psychoonkologischen Behandlung frühzeitiger als bisher erkannt und die Unterstützung in die Wege geleitet werden. Eine Fortführung und Ausweitung der Pilotstudie auf weitere Fachkliniken des Universitätsklinikums ist aufgrund der Weiterförderung des Südwestdeutschen Tumorzentrums als Onkologisches Spitzenzentrum durch die Deutsche Krebshilfe e.V. gesichert.
Ludwig Hiermaier Stiftung
Die 2003 ins Leben gerufene Ludwig Hiermaier Stiftung für angewandte Krebsforschung ist am Südwestdeutschen Tumorzentrum - Comprehensive Cancer Center Tübingen angesiedelt. Sie geht auf den 2002 verstorbenen Ludwig Hiermaier zurück, der sein Vermögen der Krebsforschung in Tübingen vermachte. Die Stiftung unterstützt seit 2005 interdisziplinäre Forschungsvorhaben, die dazu beitragen, die stationäre und ambulante Versorgung von Krebspatienten zu verbessern.
Ansprechpartner für nähere Informationen:
Universitätsklinikum Tübingen
Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Dipl.-Psych., Dipl.-Päd. Norbert Schäffeler
Osianderstraße 5, 72076 Tübingen
Tel. 07071/29-8 67 19, Fax 07071/29-45 41
Universitätsklinikum Tübingen
Ludwig Hiermaier Stiftung für angewandte Krebsforschung
c/o Südwestdeutsches Tumorzentrum - CCC Tübingen
Herrenberger Straße 23, 72070 Tübingen
Tel. 07071/29-8 70 58, Fax 07071/29-52 25
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Tübingen
Calwerstr. 7/1, 72076 Tübingen
Tel. 07071/29-8 01 12, -8 10 20, -8 36 59, Fax 07071/29 45 45
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