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Tübinger Herzchirurgie mit neuem Spezialisten
Operation am schlagenden HerzenSeit November werden am Universitätsklinikum Tübingen vermehrt herzchirurgische Eingriffe nach der "Off-pump-Methodik" durchgeführt. Darunter versteht man Herzoperationen - vor allem Bypassoperationen -, die ohne Einsatz der Herz-Lungenmaschine erfolgen. Die Tübinger Universitätsklinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie konnte mit Dr. Sandor Kayser einen international renommierten Spezialisten auf diesem Gebiet gewinnen. Dr. Kayser hat bereits sehr früh seine chirurgische Tätigkeit auf die Herzchirurgie ohne Verwendung der Herz-Lungen-Maschine konzentriert und gehört zu den international führenden Spezialisten auf diesem Gebiet.
Eine Bypass-Operation wird meist dann nötig, wenn der Herzmuskel nicht mehr genügend mit sauerstoffreichem Blut versorgt werden kann, weil die dafür zuständige Arterie verstopft oder verengt ist. Dann muss im Normalfall eine "Umleitung" um die Engstelle herum gelegt werden. Herzchirurgen nennen das einen "Bypass". Für die "Umleitung" wird zuerst an anderer Stelle im Körper ein Stück einer Arterie oder Vene entnommen und dann - die Engstelle überbrückend - im Herzen eingenäht. Der neue Transportweg versorgt den Herzmuskel wieder ausreichend mit Sauerstoff, die Herzbeschwerden wie Brustkorbschmerzen und Kurzatmigkeit bessern sich.
Die meisten dieser Bypass-Operationen werden am stillstehenden Herzen durchgeführt. Dazu erhält der Patient in der Narkose Medikamente, damit das - gleichzeitig gekühlte - Herz aufhört zu schlagen. Die Herz-Lungen-Maschine übernimmt dann während der Operation die Funktion des Herzens und der Lunge, d.h. sie pumpt das Blut durch den Körper und versorgt die Lungen mit Sauerstoff. Der Herzchirurg kann solange am stillstehenden Herzen operieren und bringt es nach dem Eingriff wieder zum schlagen.
Für bestimmte Hochrisikopatienten gibt es auch die Möglichkeit, eine Herzoperation ohne Herz-Lungen-Maschine, d.h. am schlagenden Herzen durchzuführen. Vereinfacht gesagt wird das schlagende Herz dann nur an der Stelle ruhiggestellt, an dem der Chirurg arbeiten möchte. Diese Art Operation nennen die Mediziner einen "Off-Pump-Eingriff", der für bestimmte Patienten geeigneter ist als der Einsatz der Herz-Lungen-Maschine und sehr viel Erfahrung erfordert. Hierbei wird das Herz zum einen so "gehalten", dass der Arzt gut an die zu reparierende Stelle kommt, zum anderen wird das Herzstückchen, an dem genäht werden muss, gezielt ruhiggestellt. Der Rest des Herzens schlägt solange normal weiter.
Prof. Christian Schlensak, der seit Juni 2011 die Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Tübingen leitet, erläutert die Vorteile der neuen Operationstechnik bei der Versorgung seiner Patienten: "Die Off-Pump-Chirurgie ermöglicht herzchirurgische Eingriffe auch bei schwer kranken Patienten mit einem vertretbaren Risiko. Durch den Verzicht auf die Herz-Lungenmaschine können damit verbundene Komplikationen wie eine verlängerte Nachbeatmungszeit und Organfehlfunktionen reduziert werden, die vor allem bei Patienten mit einer problematischen Diagnose das Operationsrisiko erhöhen."
Der in Ungarn geborene Sandor Kayser legte 1987 sein ärztliches Staatsexamen an der Semmelweis Universität der Medizinischen Wissenschaften in Budapest ab und arbeitete danach in mehreren national und international renommierten chirurgischen Zentren, um sich sehr früh auf die Herzchirurgie ohne Verwendung der Herz-Lungen- Maschine zu spezialisieren. Diese frühe Fokussierung seiner Arbeit erklärt den Umstand, dass Dr. Kayser heute zu den international führenden Spezialisten auf diesem Gebiet gehört.
Ansprechpartner für die Medien und Kontakt für Patientenanfragen
Universitätsklinikum Tübingen
Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie
Hoppe-Seyler-Str.3 ,72076 Tübingen
Prof. Christian Schlensak, Ärztlicher Direktor
Tel. 07071/29-8 66 38
Fax 07071/29-40 47
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