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Besondere Behandlungsmethoden

Neben allen Standardtherapien bietet das UKT onkologischen Patienten auch besondere Behandlungsmethoden/-techniken an, die bundesweit nur an wenigen Zentren durchgeführt werden:

 

 
da Vinci® Prostata- und Blasenoperation mit Nervenrekonstruktion 

Indikation: Prostatakarzinom, Blasenkarzinom

Das minimalinvasive da Vinci® Operationssystem besteht aus zwei Komponenten: der Steuerkonsole, an welcher der Operateur sitzt, und der patientenseitigen "Robotikeinheit". Das dreidimensionale System überträgt ein räumliches Bild und garantiert dem Arzt eine optimale Sichtkontrolle der nur wenige Millimeter großen Instrumente im Operationsfeld. Die hohe Präzision des Verfahrens bedeutet für den Patienten eine minimalinvasive, Gewebe und Nerven schonende Operation mit rascher Erholung. Bei ausgedehnteren Tumoren ermöglicht eine Nervenrekonstruktion eine funktionelle Wiederherstellung ohne onkologische Kompromisse.

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Ganzkörper-MR/PET

Die neue Ganzkörper-MR/PET-Technologie kombiniert zwei bildgebende Verfahren in einem Gerät. Die Magnetresonanztomographie (MRT) kommt ohne Röntgenstrahlung aus und nutzt das Verhalten von Wasserstoffatomen in einem sehr starken Magnetfeld. Organe und Weichteilgewebe lassen sich dadurch sehr gut darstellen, Details des Gehirns, des Rückenmarks wie auch Tumoren werden deutlich sichtbar. Die Positronen-Emmissions-Tomographie (PET) nutzt schwach radioaktive Substanzen, die dem Patienten gespritzt werden und kurzfristig Teil seiner Körperprozesse werden. Über die Verteilung dieser Substanzen im Körper können speziell diejenigen Stellen sichtbar gemacht werden, die über einen besonders aktiven Stoffwechsel verfügen wie z.B. ein bösartiger Tumor.

Die neue Technologie kommt zunächst nur in klinischen Studien zum Einsatz um die Frage zu klären, für welche Krankheitsbilder sich die MR/PET als Diagnosemethode eignet. In Planung ist die CE-Zertifizierung des Gerätes und die Zulassung zum Patientenbetrieb auch außerhalb von klinischen Studien ab 2012/2013.

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Haploidente Stammzelltransplantation  

Indikation: Behandlung von malignen Bluterkrankungen (z.B. Leukämie) und Lymphdrüsentumoren (Lymphome) sowie Erkrankungen des Immunsystems

Eine allogene Stammzelltransplantation stellt für eine Vielzahl maligner Tumorerkrankungen des Blutes und des Lymphsystems die einzige heilende Therapiemethode dar. Zur Durchführung einer solchen Transplantation wird ein passender Familien- oder Fremdspender benötigt. Ist kein ausreichend passender Spender vorhanden, konnte bisher keine Transplantation durchgeführt werden. Durch die federführend in Tübingen an der Universitätskinderklinik und Medizinischen Klinik entwickelte Technik der haploidenten Stammzelltransplantation kann eine solche allogene Stammzelltransplantation auch von einem nur zur Hälfte passenden (haploidenten) Familienmitglied (z.B. Kinder, Geschwister, Eltern, Cousins/Cousinen) durchgeführt werden. Hierzu werden die Stammzellen des Spenders über ein spezielles System aus dem Blut gesammelt und anschließend im Labor unter Reinraumbedingungen speziell aufgereinigt, um die zu einer Abstoßung führenden Zellen zu entfernen.

Laparo-Endoscopic Single-Site Surgery (LESS) 

Indikation: Nierentumor, Nebennierentumoren, Prostatakarzinom
LESS stellt die neueste Ausbaustufe minimalinvasiver Chirurgie dar. Der operative Eingriff erfolgt durch einen einzigen im Bauchnabel verborgenen Schnitt. Dadurch beeinträchtigt die Operation den Körger verhältnismäßg wenig, der Patient erholt sich schnell, und es bleibt nur eine kaum sichtbare Narbe zurück.

 
Peritonektomie und Hypertherme Intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC)

Indikation: Peritonealkarzinose

Bis vor kurzem galt die Peritonealkarzinose als unheilbar. Ein neues Behandlungskonzept gibt Anlass zur Hoffnung: Nach der vollständigen chirurgischen Entfernung aller Tumorknoten auf dem Bauchfell wird die Bauchhöhle noch im Operationssaal mit einer chemotherapeutikahaltigen Spüllösung ausgewaschen, die auf 42° C erwärmt wurde. Durch die Erwärmung wird die Wirksamkeit der Chemotherapie erhöht und damit winzige, mit dem bloßen Auge nicht sichtbare Krebszellen vernichtet und so eine Therapieoption für bisher als inoperabel geltende Fälle geschaffen.

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Radiofrequenzablation (RFA) 

Indikation: Nicht operable primäre Lebertumoren und Lebermetastasen

Durch die Haut wird eine Radiofrequenz-Elektrode in die Leber eingebracht und dort im Zentrum des Tumors platziert. Das um die Elektrodenspitze gelegene Gewebe wird durch hochfrequente Radiowellen erhitzt und zielgenau zerstört, gesundes Gewebe wird geschont.

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Radioimmuntherapie mit Zevalin® 

Indikation: Rezidivierte follikuläre Non-Hodgkin-Lymphome

Das Präparat Zevalin® besteht aus einem Antikörper, der gegen Rezeptoren an Lymphomzellen gerichtet ist. Nach Kopplung mit dem radioaktiven Isotop Yttrium-90 (ein sog. Betastrahler mit einer Reichweite im Millimeterbereich) wird das radioaktive Präparat als Kurzinfusion verabreicht. Die Wirkung von Zevalin beruht im Wesentlichen auf der von Yttrium-90 ausgesandten Strahlung, die mit Hilfe des Antikörpers an Lymphomzellen konzentriert wird und diese abtötet. Die Behandlung wirkt somit gezielt und ohne wesentliche Nebenwirkungen für andere Organe.

 
Radiopeptidtherapie  

Indikation: Somatostatin-Rezeptor exprimierende, progrediente, inoperable neuroendokrine Tumoren (bestimmte Tumoren im Bauchraum)

Ein dem körpereigenen Hormon Somatostatin ähnliches Medikament (z.B. Oktreotid) wird nach Kopplung mit dem radioaktiven Isotop Lutetium-177 oder Yttrium-90 (sog. Betastrahler mit Reichweiten im Millimeterbereich) als Infusion verabreicht. Es bindet spezifisch an Somastatin-Rezeptortragende Tumorzellen, so dass diese selektiv bestrahlt werden. Da die Nieren Hauptausscheidungsorgane des radioaktiven Medikaments sind, wird zusätzlich eine Aminosäure-Lösung mittels Infusion verabreicht, die dem Schutz der Nieren dient.

 
Radiothermotherapie (Hyperthermie) 

Indikation: Zur Tumortherapie bei nicht ausreichender alleiniger Strahlentherapie (z.B. weil schon einmal bestrahlt wurde und die eigentlich notwendige Dosis kein zweites Mal gegeben werden kann)

Durch die Kombination von Bestrahlung und Überwärmung des Tumorareals wird die Wirkung der Bestrahlung verstärkt.

Patientenbroschüre   (pdf 3,8 MB)

Selektive Interne Radio-Therapie (SIRT)

Indikation: Lebermetastasen, die trotz Chemotherapie weiter wachsen und nicht chirurgisch oder lokal ablativ (RFA) entfernbar sind

Kleine, radioaktive Kügelchen, sog. Mikrosphären, werden über einen kleinen Katheter (Schlauch) verabreicht, der von der Leiste aus in die Leberarterie geführt wird. Die Mikrosphären gelangen mit dem Blutstrom in das gut durchblutete Tumorgewebe und bleiben dort in den kleinen Gefäßen "stecken", die den Tumor ernähren. Von dort bestrahlt das in den Kügelchen enthaltene radioaktive Element Yttrium-90 über mehrere Tage hinweg das Tumorgewebe und zerstört es.

 

 

Letzte Änderung: 08.03.2012






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