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03.01.2024

Japanisch-Deutscher Austausch

Welche Strategien nutzt SARS-CoV-2 um das Immunsystem auszuschalten? Wie passt sich SARS-CoV-2 an den Menschen an? Welchen Einfluss haben Mutationen auf die Ausbreitung des Virus in der Bevölkerung? Mit diesen Fragen im Gepäck reiste Prof. Daniel Sauter im Oktober 2022 nach Tokyo, wo er im Labor von Prof. Kei Sato eine dreimonatige Gastprofessur absolvierte. Im Rahmen seines Aufenthaltes konnten Prof. Sauter und sein Gastgeber wichtige Einblicke in die Unterdrückung der Immunantwort durch Coronaviren gewinnen. So konnten beispielsweise im Genom von SARS-CoV-2  kryptische Leserahmen identifiziert werden, die für kleine virale Proteine kodieren. Zwei dieser Proteine, ORF3b und ORF3c hemmen die Produktion des Botenstoffs Interferon und erleichtern so die Ausbreitung von SARS-CoV-2 im Körper. Die Ergebnisse dieser Studien wurden hier und hier veröffentlicht. Neben wichtigen Einblicken in die Biologie der Coronaviren, konnten auch virologisch-immunologische Methoden und experimentelle Ansätze zwischen den Laboren ausgetauscht werden. Durch die japanisch-deutsche Zusammenarbeit konnte beispielsweise die sog. cyclic circular polymerase extension reaction (CPER) in Tübingen etabliert werden. Diese PCR-basierte Methode ermöglicht das schnelle und gezielte Einfügen von Veränderungen in das Genom von SARS-CoV-2 und anderen Viren.

Wir gratulieren Prof. Sauter nochmals zu seinem Stipendium und danken der Canon Foundation in Europe, Prof. Sato und seiner Arbeitsgruppe, sowie dem Institute for Medical Sciences der Universität Tokyo für ihre Unterstützung!

Abbildung: Alumni-Treffen der Canon-Stiftung im Dezember 2023 in Wien. Prof. D. Sauter (links) erhält seine Stipendienurkunde.