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10.03.2026

Langat-Virus – Ein weniger bekannter Verwandter des FSME-Virus

Zeckenübertragene Flaviviren gewinnen weltweit an Bedeutung, nicht zuletzt, weil sich ihre Vektoren im Zuge des Klimawandels zunehmend ausbreiten. Das Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSME-Virus) ist als Auslöser schwerer neurologischer Erkrankungen in Europa und Asien vielen geläufig. Deutlich weniger bekannt ist dagegen das Langat-Virus (LGTV), das zur gleichen Virusgruppe gehört, jedoch lange im Schatten seines prominenten Verwandten stand.

In ihrem aktuellen Übersichtsartikel fasst Prof. Klestova den Stand der Forschung zu LGTV umfassend zusammen. Sie beschreibt natürliche Zeckenvektoren und mögliche Reservoir-Wirte, ebenso wie Zielzellen des Virus und Mechanismen der Pathogenese. Auch wenn Infektionen beim Menschen in der Regel mild oder asymptomatisch verlaufen, zeigen tierexperimentelle Studien, dass LGTV das zentrale Nervensystem infizieren und neurologische Veränderungen hervorrufen kann.

Aufgrund der engen Verwandtschaft zu TBEV kommt es zu kreuzreaktiven Immunantworten, eine Eigenschaft, die LGTV zu einem wichtigen Modellsystem für die Erforschung von Wirt-Virus-Interaktionen macht. Gleichzeitig wurde es als Grundlage für attenuierte Lebendimpfstoffe gegen TBEV untersucht, wobei seltene neurologische Nebenwirkungen die Notwendigkeit sorgfältiger Sicherheitsbewertungen unterstreichen.

Der Übersichtsartikel zeigt eindrucksvoll, wie viel wir aus der Erforschung dieses unterschätzten Virus lernen können - und welche Fragen noch offen sind.

Der Übersichtsartikel wurde in Reviews in Medical Virology veröffentlicht und kann hier abgerufen werden.

Abbildung: Asiatische Langhornzecke (Haemaphysalis longicornis), ein experimenteller Überträger des Langat-Virus. Quelle: Wikimedia Commons; Bild von James Gathany; public domain