MAXIMALE EXPERTISE - AUS ALLEN DISZIPLINEN
Das Brustzentrum Tübingen wurde vor 20 Jahren als erstes in Deutschland zertifiziert
Mit dem Thema Brustgesundheit verbindet man meistens Themen wie Früherkennung, Mammographie-Screening-Programm oder auch Fragen zum Stillen. Darüber hinaus können auch die Größe der Brust sowie ihre Form und das Gewicht zu behandlungsnotwendigen Erkrankungen führen. Wir haben die Experten des Universitäts-Brustzentrums Tübingen besucht und erfuhren interessante Neuigkeiten zum Thema Brustgesundheit.
Brustkrebs ist ein Überbegriff für sehr unterschiedliche Tumore in der weiblichen (und auch männlichen) Brustdrüse: „Gerade weil die Tumore so unterschiedlich sind, müssen wir sie auch sehr individuell behandeln“, erklärt Prof. Dr. Diethelm Wallwiener, Leiter des Brustzentrums und Ärztlicher Senior-Direktor der Universitäts-Frauenklinik. Dem geht eine genaue Diagnostik voraus: Ist der Tumor durch eine Genmutation bedingt oder nicht? Ist er hormonempfindlich oder weist er einen anderen Subtyp auf? Hat der Krebs bereits in andere Organe gestreut? Dafür arbeiten verschiedene Fachdisziplinen Hand in Hand und unter einem Dach – mit kurzen Wegen und zeiteffizient im Kampf gegen den Brustkrebs: Gynäko-/Onkologie, rekonstruktive Chirurgie, Genetik, Radiologie, Radioonkologie, Pathologie und Nuklearmedizin. Zentraler Teil dieser Interdisziplinarität sind die gemeinsame Begutachtung der Befunde in prä- und postoperativen Tumorkonferenzen und die eng abgestimmte individualisierte Therapieplanung und -durchführung.
Kein Schema F
„Bei der Brustkrebstherapie gibt es kein Schema F. Würden wir jede Patientin gleich behandeln, hätten wir nicht so große Erfolge bei der Heilung“, so Prof. Dr. Markus Hahn, der die experimentelle Serologie leitet. „Während eine Patientin neben der Operation eine Hormontherapie braucht, ist für eine andere eine Kombination aus Antikörper- und Strahlentherapie die erfolgversprechendste Lösung. Die dritte Frau hingegen hat durch die klassische Chemotherapie mit vorausgehender OP und anschließender Bestrahlung die beste Prognose. Das hängt eben ganz von ihrem Tumor ab“, führt Hahn weiter aus.
Qualitätssicherung
Das Universitäts-Brustzentrum Tübingen wurde 2002 als erstes Zentrum deutschlandweit zertifiziert – als Pilotprojekt für alle nachfolgenden Brustzentren: „Dafür wurden erstmals Qualitätsmerkmale und Mindestmengen festgelegt, damit ein Brustzentrum überhaupt zertifiziert werden kann“, erläutert Prof. Dr. Sara Brucker, Ärztliche Direktorin der Univer sitäts-Frauenklinik und Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Senologie. Seither wurden 12.000 Patientinnen und auch männliche Patienten mit Brustkrebs behandelt. Neben der interdisziplinären Expertise profitieren die Betroffenen von der langjährigen Erfahrung, von leistungsfähigen medizintechnischen Geräten und von den neuesten Medikamenten:
„Durch unsere Zertifizierung wird zudem regelmäßig überprüft, ob wir unsere Diagnostik und Therapie auf Grundlage der neuesten Leitlinie durchführen. So bestätigen jüngste Studien, dass Frauen, die in zertifizierten Brustzentren behandelt werden, signifikant länger leben“, berichtet Prof. Brucker abschließend.
PROF. DR. MARKUS HAHN & PROF. DR. SARA BRUCKER
FÜR DAS BRUSTZENTRUM DER UNIVERSITÄTS-FRAUENKLINIK TÜBINGEN