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06.07.2023

Neues Patent zur Diagnose von Infektionskrankheiten bei Geflügel

Die Erfindung basiert auf der Verwendung eines Sensors, der die Bindung von Antikörpern an Virusbestandteile erfasst. Zunächst wird eine Lösung, welche Antikörper gegen einen bestimmten Krankheitserreger (z.B. ein Virus) enthält, auf den Sensor gegeben. Nach einer Stunde werden alle Antikörper, die sich in der Zeit nicht an die Sonde gebunden haben, weggewaschen. Anschließend wird z.B. etwas Schleim aus den Atemwegen eines erkrankten Tieres auf die Sonde gegeben. Ist das Tier mit der entsprechenden Krankheit infiziert, enthält der Schleim Bestandteile des Krankheitserregers, welche an die am Sensor gebunden Antikörper binden. Die so entstandenen Proteinkomplexe können anschließend gemessen werden. Da ein gesundes Tier keine Erregerbestandteile enthält, bilden sich in diesem Fall keine Komplexe. Der Test bleibt negativ. 

Die Methode ermöglicht eine schnelle und zuverlässige Erkennung von Infektionskrankheiten. Sie kann dabei helfen bereits erkrankte Tiere schneller zu behandeln, aber auch als Routinetest verwendet werden, noch bevor Symptome auftreten. Dadurch kann frühzeitig reagiert werden, um die Ausbreitung von Krankheiten einzudämmen und das Wohlbefinden der Tiere zu gewährleisten. 

Da den Tieren kein Blut abgenommen werden muss, ist die Methode einfach anzuwenden. Sie setzt jedoch voraus, dass vor Ort ein geeignetes Messgerät zum Nachweis der Antigen-Antikörper-Komplexe zur Verfügung steht. Auch dieses Messgerät wurde von Prof. Dr. Klestova und ihren ukrainischen Kollegen erfunden (siehe letzter Blogartikel). 

Insgesamt stellt das neue Patent einen bedeutenden Fortschritt in der Geflügelhaltung dar und trägt dazu bei, die Auswirkungen von Infektionskrankheiten zu minimieren. 

Bild: Mit dem Newcastle-Disease-Virus infiziertes Hühnerküken. (Quelle: Wikimedia Commons; Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, unverändert)