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21.10.2025

Warum alternde Zellen ihre Kontrolle über „springende Gene“ verlieren

Fast die Hälfte unseres Genoms besteht aus mobilen genetischen Elementen. In gesunden Zellen wird die Aktivität dieser mobilen DNA-Abschnitte meist streng unterdrückt, um schädliche Mutationen zu verhindern. Forschende unseres Instituts haben nun gemeinsam mit Teams aus Ulm, Berlin und Bangalore herausgefunden, warum diese Kontrolle im Alter nachlässt.

In ihrer neuen Publikation „Antagonistic Regulation of LINE-1/Alu Elements and Their Repressor APOBEC3B in Cellular Senescence“ zeigen die Autorinnen und Autoren, dass der antivirale Faktor APOBEC3B in alternden Zellen deutlich reduziert ist. Normalerweise hemmt APOBEC3B die Aktivität von LINE-1-Sequenzen. Sinkt die Menge von APOBEC3B, werden LINE-1-Elemente aktiver, bilden RNA und Proteine, die DNA schädigen und Entzündungsprozesse anstoßen können.

Das Team kombinierte umfangreiche RNA- und Ribosomen-Profiling-Daten mit Laboruntersuchungen an menschlichen Zellen. Sowohl bei der replikativen als auch bei der Onkogen-induzierten Seneszenz zeigte sich dasselbe Muster: ein Rückgang von APOBEC3B und ein deutlicher Anstieg der LINE-1-Aktivität.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass der altersbedingte Verlust von APOBEC3B zur Aktivierung von LINE-1 beiträgt und damit DNA-Schäden sowie chronische Entzündungen fördert – zentrale Faktoren des Gewebe­alterns.

Die Studie wurde in Mobile DNA veröffentlicht und ist hier zu finden.