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Unangenehme Urlaubssouvenirs: Reisedermatosen!

Bunte Reiseprospekte verheißen ein unbeschwertes Urlaubsvergnügen: Sonne, Sand, interessante Städte und neue Länder locken überall auf der Welt, das Exotische ist nur ein paar Flugstunden entfernt. Die neuen Möglichkeiten, unser verändertes Reiseverhalten und die weltweite Migration haben das Spektrum infektiöser Erkrankungen erweitert. Hauterkrankungen, sog. Reisedermatosen, gehören dabei zu den unerwünschten Urlaubsmitbringseln. Wir sprachen mit Prof. Martin Schaller von der Tübinger Universitäts-Hautklinik über Hauterkrankungen, die während und nach einer Auslandsreise auftreten können.


Zu den häufigsten Reisedermatosen gehören Insektenstiche und die sogenannten Staphylodermien. (Bildquelle: iStock)

Was ist die häufigste Reisedermatose?

Zu den häufigsten Reisedermatosen gehören Insektenstiche und die sogenannten Staphylodermien. Dabei handelte es sich um eine bakterielle Infektion der Haut, die durch Staphylococcus aureus - eine bestimmte Gruppe von Eiterbakterien – hervorgerufen wird.

Wie bekommt man das?

Das Klima in Urlaubsregionen, insbesondere die Wärme und Feuchtigkeit, fördert das Wachstum dieser Bakterien. Kommt es dann zu Insektenstichen oder anderen kleinen Hautverletzungen, können die Bakterien in die Haut eindringen und zu einer Infektion führen. Durch den nach dem Insektenstich auftretenden Juckreiz und das daraus resultierende Kratzen kann sich die Wunde zu einer ernst zu nehmenden Komplikation, also zu einer Phlegmone oder Wundrose, entwickeln.

Wie sieht das aus?

Es kommt zu randwärts fortschreitenden Blasen und Erosionen auf der Haut, aber auch zu Pusteln, Abszessen und Furunkeln. 


Was kann der Dermatologe tun?

An erster Stelle steht die klinische Untersuchung durch den Arzt. Staphylodermien sind häufig Blickdiagnosen, die durch eine mikrobielle Untersuchung und den Nachweis von Staphylococcus aureus gesichert werden können.

Eine Behandlung mit staphylokokkenwirksamen Antibiotika (z.B. penicillinasefesten Penicillinen, Cephalosporinen der ersten oder zweiten Generation oder Clindamycin) ist bei einem disseminierten (über den ganzen Körper oder bestimmte Körperregionen verteilten) Befall sinnvoll. Bei nur lokalisiertem (begrenztem) Befall kann auch eine topische Therapie (das bedeutet, das Medikament wird örtlich an einer bestimmten Stelle des Körpers angewandt) durch antiseptische Cremes erfolgen.


Was kann der Betroffene selbst tun?

Wichtig ist, Insektenstiche durch Verwendung von Diethyltoluamid-haltige Repellents zu vermeiden. Kommt es dennoch zu einem Stich, so sollte nicht gekratzt werden und beginnende Erosionen oder offene Stellen sind rechtzeitig zu behandeln.

Im Interview:

Prof. Dr. med. Martin Schaller

Einrichtung: Universitäts-Hautklinik

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