Männergesundheit

November ist Movember

November ist Movember

Movember: Ein Monat, der im Zeichen der Männergesundheit steht. Egal ob Vater, Bruder, Kumpel oder Partner – Gesundheit betrifft jederMANN. Denn was viele nicht wissen: Männer sterben viel zu jung – im Durchschnitt 5 Jahre früher als Frauen und zwar aus Gründen, die weitgehend vermeidbar sind. Darüber gesprochen wird jedoch viel zu selten. Da hilft nur eins: Aufklärung.


Im November wird es ziemlich haarig im Gesicht vieler Männer. Warum? Sie lassen sich Bärte wachsen – aber nicht bloß zum Spaß: Mit den Schnurrbärten wollen sie im Alltag ein Zeichen setzen und so Tabuthemen rund um die Männergesundheit ganz locker anstoßen. Ins Leben gerufen wurde die Idee von der internationalen Wohltätigkeitsorganisation Movember. Diese unterstützt und finanziert durch die Aktion Gesundheitsprojekte in den Bereichen Hoden- und Prostatakrebs sowie psychische Gesundheit. Movember ist dabei ein Wortspiel aus MOustache (Schnurrbart) und NoVEMBER.

Zahlenleiste

450.000
Männer erkanken in Europa jährlich an Prostatakrebs.
38 Jahre
Das ist das durchschnittliche Erkrankungsalter von Männern mit Hodenkrebs.
510.000
Männer sterben weltweit jährlich durch Suizid – das ist einer pro Minute.
75 %
aller Suizide werden von Männern begangen.

Vorsorge

Gesetzliche Krebsfrüherkennung auf einen Blick

Krebsfrüherkennungsprogramme gehören zu den Standardleistungen der gesetzlichen Krankenkassen und umfassen Untersuchungen, die vom Arzt oder der Ärztin direkt über die Krankenversichertenkarte abgerechnet werden können. Folgende Tabellen geben einen Überblick über die Früherkennungsuntersuchungen, die Männern ab einem bestimmten Alter angeboten werden.

Portraitfoto

Univ.-Prof. Dr. med Igor Tsaur

Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Urologie

„Rechtzeitig erkannt können viele Krebsvorstufen und frühe Krebsstufen in harmlosem Zustand entfernt werden, bevor sie größeren Schaden im Körper anrichten können."

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UntersuchungAlterHäufigkeitUmfang
Hautkrebs-Screening zur Früherkennung von Hautkrebsab 35 Jahrenalle zwei JahreDas Screening umfasst:
  • gezielte Anamnese (z. B. Fragen nach Veränderungen)
  • visuelle, standardisierte Ganzkörperinspektion der gesamten Haut
  • Befundmitteilung mit Beratung
UntersuchungAlterHäufigkeitUmfang
Prostatauntersuchung, Genitaluntersuchung zur Früherkennung von Prostatakrebsab 45 JahrenjährlichDie Untersuchung umfasst:
  • gezielte Anamnese (z. B. Fragen nach Veränderungen)
  • Inspektion und Abtasten des äußeren Genitales
  • Tastuntersuchung der Prostata
  • Tastuntersuchung der Lymphknoten
  • Befundmitteilung mit Beratung
UntersuchungAlterHäufigkeitUmfang
Dickdarm- und Rektumuntersuchung zur Früherkennung von Darmkrebsim Alter von 50 bis 54 JahrenjährlichDie Untersuchung umfasst:
  • gezielte Beratung
  • Test auf verborgenes Blut im Stuhl
UntersuchungAlterHäufigkeitUmfang
Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebsab 55 Jahrenzwei Untersuchungen im Abstand von zehn JahrenDie Untersuchung umfasst:
  • gezielte Beratung
  • zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren oder
  • Test auf verborgenes Blut im Stuhl (alle zwei Jahre)

Prostatavorsorgeuntersuchung

Prostatavorsorgeuntersuchung

Jeder achte Mann (rund 12 %) erkrankt im Laufe seines Lebens an Prostatakrebs. In den Anfangsstadien verursacht er kaum Beschwerden. Umso wichtiger ist es frühe Anzeichen zu entdecken. Was da hilft: Vorsorge.

Wie läuft eine Prostatavorsorgeuntersuchung eigentlich ab?

  • Schritt 1: Vorgespräch: um beispielsweise Fragen nach Veränderungen zu klären.
  • Schritt 2: Abtasten des äußeren Genitales und Tastuntersuchung der Prostata sowie der Lymphknoten.
  • Schritt 3: Besteht ein Verdacht folgen weitere Untersuchungen wie eventuell ein Ultraschall der Prostata und
  • Schritt 4: die PSA-Wert Bestimmung mittels Blutabnahme.

Selbstuntersuchung der Hoden

Selbstuntersuchung der Hoden

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken jedes Jahr rund 4.070 Männer an einem bösartigen Hodentumor. Damit ist der Hodenkrebs eine eher seltene Tumorerkrankung – jedoch nicht bei jungen Männern. Hodenkrebs betrifft vor allem junge Männer zwischen 25 und 45 Jahren. In dieser Altersstufe ist er die häufigste Krebserkrankung – mit 20 bis 30 % aller Fälle. Die Ursachen von Hodentumoren sind noch weitgehend ungeklärt. Männer mit einer Hodenfehllage wie Leisten- oder Pendelhoden bzw. Hodenhochstand haben jedoch ein erhöhtes Risiko, an Hodenkrebs zu erkranken. Auch eine familiäre Belastung kann das Risiko erhöhen. 

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) rät jungen Männern zum regelmäßigen „Hodencheck“ – einmal im Monat. Denn: Erst ab 45 Jahren übernimmt die Krankenkasse die gesetzliche Vorsorgeuntersuchung. Unsere Grafik zeigt in wenigen Schritten, wie Männer bei der Selbstuntersuchung am besten vorgehen. Die wichtigsten Symptome sind verhärtete, schmerzlose Knoten oder Schwellungen im oder am Hoden.


Selbstuntersuchung der Hoden: Schritt für Schritt Anleitung