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Universitätsklinik für
Anästhesiologie und
Intensivmedizin

400
420

Adresse: Crona Kliniken
Hoppe-Seyler-Str. 3
72076 Tübingen


Personenprofil: 07071 29-86619 Pforte


In dringenden Fällen

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Oberarzt der Intensivstation 24 Stunden erreichbar


Informationen für Angehörige und Patienten

Im Folgenden möchten wir Ihnen einen kurzen Überblick über das Krankheitsbild des ARDS und die Therapiemöglichkeiten geben.     Mehrere tausend Patienten erkranken jedes Jahr am akuten schweren Lungenversagen, dem sogenannten ARDS (Acute Respiratory Distress Syndrome).     Trotz maximaler intensivmedizinischer Therapie verstirbt auch heute noch - abhängig vom Schweregrad des ARDS - knapp die Hälfte der erkrankten Patienten.     Auf unserer Intensivstation behandeln wir die Patienten nach ihren individuellen Erfordernissen. Neben der konservativen ARDS-Therapie (invasive und non-invasive Beatmung, Lagerungstherapie, Physiotherapie etc.) stehen alle Verfahren des extracorporalen Lungenersatzes (veno-venöse ECMO, veno-venöse extrakorporale CO2-Elimination) zur Verfügung.     Ist ein bestimmter Grad der Lungenfunktionseinschränkung überschritten, sollte mit den behandelnden Ärzten zusammen überlegt werden, ob die Verlegung des Patienten in ein spezialisiertes Zentrum sinnvoll sein könnte.

Was ist ein Lungenversagen?

Zu den vielfältigen Aufgaben der menschlichen Lunge gehört der sogenannte pulmonale Gasaustausch: Sauerstoff muss von der Atemluft ins Blut transportiert, und gleichzeitig das im Körper entstehende Kohlendioxid aus dem Blut entfernt werden.

Dieser pulmonale Gasaustausch kann aufgrund verschiedener Ursachen gestört sein. Sowohl zuwenig Sauerstoff als auch zuviel Kohlendioxid im Körper, kann schwere Organfunktionsstörungen auslösen, und damit zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen.


Was ist ein ARDS?

"ARDS" ist das in der Medizin gebräuchliche Kurzwort für Acute Respiratory Distress Syndrome. Das ARDS stellt die medizinisch schwerste Form eines Lungenversagens dar und ist auch heute noch mit hoher Sterblichkeit verbunden.


Wie entsteht ein ARDS?

Das ARDS kann durch verschiedene Erkrankungen ausgelöst werden, die sowohl in der Lunge selbst (Lungenentzündung) aber auch an anderen Organen des Körpers (beispielsweise Bauchfellentzündung) bestehen. Es kommt zu einem komplexen Entzündungsprozess innerhalb der Lunge, der zu einer schweren Störung des Gasaustausches führt.

Beim ARDS tritt diese Veränderung binnen weniger Stunden ein. Hierdurch unterscheidet es sich von längerfristigen Störungen des Gasaustausches, wie sie beispielsweise bei Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (chronische Bronchitis) vorkommen.


Was kann im schlimmsten Fall beim ARDS passieren?

Beim akuten Lungenversagen besteht die Gefahr eines schweren Sauerstoffmangels im Körper, der akut lebensbedrohlich sein kann. Im weiteren Verlauf kann es zu einem Umbau des Lungengewebes kommen, so dass die Schädigungen nicht mehr umkehrbar sind. Dadurch wird der Gasaustausch so sehr eingeschränkt, dass der Patient versterben kann.


Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Neben der Behandlung der möglichen Ursachen des ARDS, wie antibiotische Behandlung einer Lungenentzündung, muss ein ausreichender Gasaustausch gesichert werden. Hierzu werden die Patienten künstlich mit erhöhter Sauerstoffkonzentration beatmet. Eine künstliche Beatmung kann über eine Beatmungsmaske, häufiger jedoch über einen Luftröhrenschlauch (Tubus) oder einen Luftröhrenschnitt (Tracheotomie) erfolgen.

Die Beatmung muss solange fortgeführt werden, bis sich die Lunge erholt hat und ein ausreichender Gasaustausch wieder gewährleistet ist. Die einzelnen Prozesse, die zu dieser Entzündungsreaktion in der Lunge führen, sind derzeit noch nicht im Detail bekannt und werden auch durch unser Forschungsteam untersucht. Diese Grundlagenforschung soll uns helfen, das Krankheitsbild ARDS besser zu verstehen und bessere Therapie- und Diagnostikmöglichkeiten für die Zukunft zu entwickeln.


Welche Möglichkeiten bietet die ARDS Care Unit Tübingen?

Eine Beatmungstherapie zur Sicherung eines ausreichenden Gasaustausches kann in fast jedem Krankenhaus durchgeführt werden. Es kann jedoch zu Situationen kommen, in welchen der Gasaustausch des Patienten so schwer beeinträchtigt ist, dass die therapeutischen Möglichkeiten vieler Intensivstationen erschöpft sind.


Neben unserer langjährigen Erfahrung haben wir als Universitätsklinik die Möglichkeit, alle modernen Therapien (verschiedene Beatmungsformen, Lagerungstherapie etc.) sowie auch die sogenannte ECMO-Therapie durchzuführen.


Was ist eine ECMO-Therapie?

ECMO steht für "Extra Corporal Membrane Oxygenation" und bezeichnet ein Lungenersatzverfahren außerhalb des Körpers. Hierbei wird mittels einer Kanüle in einem großen Blutgefäß (häufig der Leistenvene) Blut des Patienten abgeleitet, über einen Schlauch durch einen Oxygenator (künstliche Lunge) gepumpt und anschliessend dem Patienten wieder zugeführt.

Die künstliche Lunge erfüllt hierbei ersatzweise die von der eigenen Lunge nicht mehr ausreichend wahrgenommene Aufgabe des Gasaustausches. Um das Gerinnen des Bluts im Schlauchsystem und in der Pumpe zu verhindern, wird eine Blutverdünnung durchgeführt.


Was sind die Vorteile einer ECMO-Therapie?

Da der Gasaustausch in der künstlichen Lunge stattfindet wird die eigene Lunge des Patienten entlastet. Die künstliche Beatmung der Patientenlunge kann somit deutlich schonender erfolgen (geringerer Beatmungsdruck, geringere Sauerstoffkonzentration). Dadurch kann sich die Lunge regenerieren und die Entzündungsreaktion zurückbilden.


Sollte dann nicht jeder Patient eine ECMO-Therapie erhalten?

Nein! Denn die ECMO-Therapie hat auch spezielle Risiken. So kann es bei der Anlage der notwendigen Kanülen zu Verletzungen von Gefäßen und Herz kommen. Die Blutverdünnung kann zu lebensbedrohlichen Blutungen führen. Der technische und medizinische Fortschritt der letzten Jahre hat diese Risiken jedoch reduziert. Die ECMO-Therapie ist ein Überbrückungsverfahren, um der Lunge Zeit zur Heilung zu geben.

Für jeden Patienten muss daher individuell eine Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen. Sollte eine Lungenerkrankung so schwer oder so weit fortgeschritten sein, dass eine Erholung nur noch sehr unwahrscheinlich ist, kann eine ECMO-Therapie unter Umständen nicht mehr sinnvoll sein. Auch der Einsatz einer ECMO-Therapie ist keine Garantie für das Überleben des betroffenen Patienten.


Es geht dem Patienten besser, was nun?

Hat sich die Lunge wieder erholt, kann die ECMO-Therapie beendet werden. Der Patient bedarf nun einer intensiven Krankengymnastik, Mobilisation und Atemtherapie. Diese wird nach der Entlassung aus unserer Klinik in einem Rehabilitationszentrum fortgesetzt. Auf diese Aufgabe sind nur wenige Rehabilitationszentren spezialisiert und nicht jede Einrichtung kann diese Aufgaben erfüllen.

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