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Medizinische Klinik
Innere Medizin IV
Diabetologie, Endokrinologie, Nephrologie

500

Adresse: Otfried-Müller-Straße 10
72076 Tübingen


Personenprofil: 07071 29-82711


Hormonerkrankungen - Endokrinologie

Der Hormonhaushalt ist eines der wichtigsten und komplexesten Systeme unseres Körpers. Hormonelle Störungen entstehen meist durch eine nicht genügende oder erhöhte Produktion einzelner Hormone. Die Kontrolle erfolgt dabei durch komplexe Regelkreise und werden zum Beispiel bei vielen Hormonen über Hypophyse und den Hypothalamus gesteuert. Bereits geringe Abweichungen von den optimalen Hormonwerten können Beschwerden der unterschiedlichsten Formen verursachen.  

Die Schilddrüse spielt eine wichtige Rolle im Energiehaushalt, den sie mit den beiden jodhaltigen Schilddrüsenhormen T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) mit reguliert. Darüber hinaus beeinflusst die Schilddrüse über das Hormon Calcitonin auch den Knochenstoffwechsel. Bei den Schilddrüsenerkrankungen spielen Funktionsstörungen, die zu einer Überfunktion (Hyperthyreose) oder Unterfunktion (Hypothyreose) führen, eine wichtige Rolle. Diese werden am häufigsten durch chronische und akute Schilddrüsenentzündungen verursacht (z.B. Hashimoto-Thyreoidits, Morbus Basedow). Des weiteren sind Schilddrüsenknoten und Schilddrüsenvergrößerungen (auch Struma bzw. "Kropf" genannt) häufig. Viel seltener sind unterschiedliche Formen des Schilddrüsenkrebs.

In der Nebennierenrinde werden die sog. Steroidhormone (z.B. Cortison) gebildet, die für die Regulation des Blutdrucks und des Mineralhaushalts sehr wichtig sind. Ein Mangel an Cortison durch eine Unterfunktion der Nebennierenrinde führt zu einem sog. Morbus Addison, der mit ausgeprägter Abgeschlagenheit, sehr niedrigem Blutdruck, Muskelschwäche, Störungen im Salz- und Blutzuckerhaushalt und oft auch anderen Symptomen einhergeht. Erkrankungen, die mit einer Überfunktion der Nebennierenrinde einhergehen, führen meist zu erhöhtem Blutdruckwerten, oft auch Störungen im Mineralhaushalt und im Fall eines Hypercortisolismus (Überproduktion von Cortison, auch Cushing Syndrom genannt) auch zusätzlich zu rundlichen Gesichtsveränderungen und Entwicklung einer körperstammbetonten Gewichtszunahme. Erkrankungen der Nebennierenrinde können auch zu vermehrter Behaarung führen. Häufigste Ursachen für Störungen der Nebennierenrindenfunktion sind gutartige Tumoren der Nebennierenrinde, eine entzündlich- oder anderweitig bedingte Unterfunktion der Nebennierenrinde und angeborene erblich bedingte Störungen der Steroidhormonbildung.

Im Nebennierenmark werden die Katecholamine gebildet. Sie erhöhen den Blutdruck und den Pulsschlag und werden bei Stress und starken körperlichen Belastungen freigesetzt. Die sehr seltenen Tumore des Nebennierenmarks werden Phäochromozytome genannt. Sie fallen durch sehr hohe anfallsartige Blutdruckspitzen oder plötzliches Herzrasen auf.

Die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) liegt an der Schädelbasis in der Mitte hinter den Nasennebenhöhlen und steuert die Funktion der Schilddrüse, der Nebennieren, der Eierstöcke bzw. Hoden, der Brustdrüsen, die Wachstumshormonfreisetzung und auch den Wasserhaushalt. Sie erhält Signale aus dem Zentralnervensystem über die Umwelt und die Körperfunktionen und stimuliert die oben erwähnten Hormondrüsen. Sie hat damit eine Schlüsselrolle bei der bedarfsgerechten Feinregulierung der Hormone im ganzen Körper. Hypophysenerkrankungen können zu ganz unterschiedlichen Beschwerden und Krankheitsbildern führen und gehen entweder mit einer verminderten Ausschüttung von einem oder mehreren Hormonen einher oder mit einer fehlgesteuerten Mehrproduktion eines einzelnen Hormons. Ursachen für Hypophysen-Funktionsstörungen sind gutartige Tumore, anlagebedingte Störungen der Hypophyse oder entzündliche Erkrankungen. Tumore der Hypophyse produzieren oft keine Hormone. Bei den hormonproduzierenden Tumoren sind die folgenden häufiger: das Prolaktinom, das Prolaktin vermehrt freisetzt und so den Brustumfang zunehmen lässt und in einigen Fällen sogar Milchbildung stimuliert. Des weiteren die Akromegalie, bei der der entsprechende Tumor vermehrt Wachstumshormon produziert und so zu einer Vergröberung der Gesichtszüge mit Wachstum des Unterkiefers, der Ohren und der Augenwülste, aber auch der Füße, Hände und inneren Organe führt. Beim sog. Morbus Cushing wird von einem Hypophysentumor zu viel corticotropes Hormon (ACTH) produziert und es treten körperliche Veränderungen wie bei einer Mehrproduktion von Cortison auf (s.o. bei Nebennierenerkrankungen). Eine Hypophysenfunktionsstörung mit einem Ausfall von Hypophysenhormonbildung äußert sich meist in Abgeschlagenheit, Antriebsschwäche, Minderbelastbarkeit, Libidoverlust und bei Frauen auch oft einem Verlust der Periode.

Behandlung in der Universitätsklinik

Wir sind universitäres Behandlungszentrum für Patienten mit den unterschiedlichen Formen von endokrinologischen Erkrankungen (Hormonerkrankungen). Wir behandeln alle Hormonerkrankungen mit Ausnahme der Reproduktionsmedizin. Unsere besonderen Schwerpunkte liegen vor allem im Bereich Schilddrüsenerkrankungen, Hypophysenerkrankungen, Nebennierenerkrankungen und endokrine Tumoren. Ferner versorgt unsere Abteilung Patienten, die in einer anderen Fachabteilung des Universitätsklinikums liegen über unseren fachärztlichen Endokrinologie-Konsildienst. Die Endokrinologie kooperiert sehr eng mit allen Abteilungen des übrigen Klinikums. Ein Teil unserer strukturierten Zusammenarbeit sind interdisziplinäre Fallkonferenzen (Boardbesprechungen), in denen gemeinsam Diagnostik- und Therapieschritte abgesprochen und geplant werden.


Ambulanz

Alle modernen Therapien und Technologien zur Behandlung von endokrinologischen Erkrankungen stehen bei uns zur Verfügung.

Zur Ambulanz

Spezialstation

Hier bieten wir stationäre weiterführende Funktionsdiagnostik und Behandlung an.

Zur Spezialstation

Leistungsspektrum

Behandelte Krankheitsbilder:

  • Hypophysenerkrankungen
  • Nebennierenerkrankungen
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Nebenschilddrüsenerkrankungen
  • Adrenogenitales Syndrom
  • Metabolisches Syndrom
  • Endokrine Tumoren (link)
  • Adipositas
  • Osteoporose         
  • Syndrom der polyzystischen Ovarien (PCOS)

Behandlungs- und Untersuchungsmöglichkeiten:

  • Alle endokrinologischen Funktionstests
  • Umfangreiche Labordiagnostik
  • Ultraschall
  • Genetische Untersuchungen (zusammen mit Humangenetik)
  • Feinnadelpunktion von Schilddrüsen-Knoten
  • Hormonersatztherapien
  • Interdisziplinäre Adipositas-Therapie im Rahmen der Plattform Adipositas (link)
  • Szintigraphische Untersuchungen (zusammen mit Nuklearmedizin)
  • Spezialuntersuchungen der Hypophyse (zusammen mit Neuroradiologie und Neurochirurgie)
  • Weiterbetreuung von Patienten aus der Kinder-Endokrinologie (Transition)

Leitung

Leitung ambulanter Bereich Endokrinologie

Prof. Dr. Robert Wagner

Oberarzt Endokrinologie

Personenprofil: Mehr zur Person

Leitung stationärer Bereich Endokrinologie

Dr. med. Dietrich Overkamp

Endokrinologie, Diabetologie

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Zertifikate und Verbände

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