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Medizinische Klinik
Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Innere Medizin VI

365

Adresse: ViTa-Gebäude
Osianderstraße 5
72076 Tübingen


Telefonnummer: 07071 29-86719


Faxnummer: 07071 29-4541


E-Mail-Adresse: psychosomatik@​med.​uni-​tuebingen.​de


Behandlungsspektrum

Behandlungsspektrum

Wir behandeln Patientinnen und Patienten mit Erkrankungen aus dem gesamten Spektrum der Psychosomatischen Medizin. Dazu gehören unter anderem:

Essstörungen

Bei der Anorexia nervosa kommt es durch eine länger andauernde Mangel- und Fehlernährung zu einem ausgeprägten Gewichtsverlust. Die Betroffenen – meist junge Frauen – reduzieren ihre Nahrungsaufnahme. Manche nehmen zusätzlich Abführmittel ein, erbrechen oder treiben viel Sport, um abzunehmen. Obwohl sie untergewichtig sind, fühlen sich die Betroffenen zu dick.

Zu den Behandlungsmethoden

  • Motivation zur Psychotherapie : Abwägen der eigenen Motivation, Festlegen von Therapiezielen
  • Entwicklung eines individuellen Störungsmodells 
  • Ernährungstherapie, Essgruppe und Lehrküche mit Führen von Esstagebüchern und einer Gewichtskurve
  • Essbegleitung mit Aufbau eines regelmäßigen, ausgewogenen und ausreichenden Essverhaltens, das eine indizierte Gewichtszunahme ermöglicht
  • Gewichtszunahme-Verträge
  • Verbesserung des Körperbildes durch Körpertherapie, Körpervideo, Körperumrisszeichnungen in der Kunsttherapie
  • Arbeiten an einer essstörungsunabhängigen Identität/einem Selbstwert, der unabhängiger ist von Figur und Gewicht

Patienten mit einer Bulimia nervosa leiden unter Essattacken, bei denen innerhalb kurzer Zeit große Mengen an Nahrungsmitteln „verschlungen“ werden. Aus Angst vor einer Gewichtszunahme wird im Anschluss durch Erbrechen und/oder Einnahme von Abführmitteln und Appetitzüglern sowie durch exzessiven Sport versucht, eine Gewichtszunahme zu verhindern.

Zu den Behandlungsmethoden

  • Psychoedukation und Erklärungsmodell für die Entstehung und Aufrechterhaltung der Bulimia nervosa 
  • Ernährungstherapie, Essgruppe und Lehrküche mit Führen von Esstagebücher zur Erfassung des Essverhaltens mit Gegenmaßnahmen 
  • Erkennen von Auslösesituationen von Essattacken mit Gegenmaßnahmen und Entwicklung alternativer Handlungsstrategien
  • Essbegleitung mit Aufbau und Einhaltung einer regelmäßigen, ausgewogenen, ausreichenden Ernährung unter Einbeziehung verbotener Speisen
  • Verbesserung des Körperbildes durch Körpertherapie, Körpervideo, Körperumrisszeichnungen in der Kunsttherapie und Spiegelexposition
  • Erarbeitung von Strategien im Umgang mit Rückfällen in Essattacken mit Gegenmaßnahmen.

Die Binge-Eating-Störung (BES) ist gekennzeichnet durch wiederholte Essattacken, bei denen – begleitet von einem Gefühl des Kontrollverlusts – große Mengen von Nahrungsmitteln verschlungen werden. Im Gegensatz zur Bulimie kommt es bei den Betroffenen jedoch nicht zu gegensteuerndem Verhalten wie beispielsweise Erbrechen, Abführmitteleinnahme oder exzessives Bewegungsverhalten. Das führt häufig dazu, dass Betroffene mit BES übergewichtig oder adipös werden oder sind, deshalb fließen in die Behandlung der BES mit komorbider Adipositas auch Gewichtsreduktionsstrategien mit ein.

Zu den Behandlungsmethoden

  • Psychoedukation und Erklärungsmodell für die Entstehung und Aufrechterhaltung der BES
  • Esstagebücher zur Erfassung des Ess- und des Bewegungsverhaltens
  • Aufbau und Einhaltung einer regelmäßigen, ausgewogenen und ausreichenden Ernährung unter Einbeziehung verbotener Speisen
  • Erkennen von Auslösesituationen von Essattacken und Entwicklung alternativer Handlungsstrategien
  • Erarbeitung von Strategien im Umgang mit Rückfällen in Essattacken 
  • Körpertherapie


Bei einer BES mit komorbider Adipositas zusätzliche Interventionen:

  • Einführung einer leicht fettreduzierten Mischkost mit Gewichtsreduktion
  • Aufbau eines regelmäßigen individuellen Bewegungstrainings
  • Abbau der Vermeidung von körperbezogenen Aktivitäten
  • Verbesserung der körperlichen Selbstfürsorge
  • Umgang mit gewichtsbezogener Stigmatisierung


Weitere Störungsbilder

Nicht selten leiden Menschen unter körperlichen Beschwerden, für die körperlich keine ausreichende Erklärung gefunden wird. Seelische Vorgänge spielen hier eine entscheidende Rolle in der Entstehung, aber auch in der als Folge der oft jahrelang erlebten Einschränkungen im Alltag. Solche Beschwerden können lange Zeit bestehen, sehr wechselhaft sein, und die verschiedensten Organsysteme wie z.B. den Magen-Darm-Trakt oder das Herz-Kreislaufsystem betreffen.

Zu den Behandlungsmethoden

  • fachspezifische somatische Diagnostik in Kooperation mit anderen Kliniken des UKTs, sofern vor Aufnahme noch nicht im ambulanten Rahmen erfolgt
  • Entwicklung eines individuellen Störungsmodells und Definition von realistischen Therapiezielen
  • Erlernen von Bewältigungsstrategien im Umgang mit den körperlichen Beschwerden
  • gestufte körperliche Aktivitätssteigerung 
  • Physiotherapie
  • Förderung von positivem Körpererleben z.B. durch Entspannungsverfahren, Achtsamkeitsübungen
  • Veränderung von dysfunktionalen Verhaltensweisen und Gedankenmustern, die die körperlichen Beschwerden ungünstig beeinflussen

Chronische Schmerzen sind andauernde oder wiederkehrende Schmerzen, die ihre Warn- und Leitfunktion verloren und sich zur eigenständigen Erkrankung entwickelt haben. Sowohl körperliche, als auch psychische und soziale Faktoren können zur Chronifizierung der Schmerzen beitragen.

Zu den Behandlungsmethoden

  • Erarbeitung eines biopsychosozialen Krankheitsmodells unter Einbeziehung lebensgeschichtlicher Ereignisse und biographischer Erfahrungen
  • Psychoedukative Schmerzbewältigungsgruppe: Erkennen von schmerzentlastenden und schmerzfördernden Gedanken- und Verhaltensmustern. Einübung von Schmerzbewältigungsstrategien
  • Spezielle Physiotherapiegruppe zur gestuften Steigerung der individuellen Leistungsfähigkeit in den Bereichen Koordination, Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer
  • Einzelphysiotherapie nach Indikation
  • Entspannungsverfahren
  • Biofeedback
  • Sozialtherapeutische Maßnahmen zur Klärung der beruflichen Perspektive
  • Optimierung der medikamentösen Schmerzbehandlung

Menschen mit Depressionen leiden unter länger andauernder Niedergeschlagenheit, Erschöpfung, Energielosigkeit, Verlust von Freude, manchmal auch einem Gefühl der inneren Leere oder Sinnlosigkeit. Sie machen sich Sorgen um die Zukunft und grübeln viel. Häufig kommen Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust oder auch lebensmüde Gedanken hinzu.

Zu den Behandlungsmethoden

  • Erarbeitung eines individuellen Störungsmodells mit Verständnis für Faktoren der Entstehung und Aufrechterhaltung der Depression
  • Interpersonelle Psychotherapiegruppe: Erlernen von Bewältigungsstrategien für depressive Symptome, Umgang mit interpersonellen Konflikten und schwierigen Gefühlen und Bewältigung von einschneidenden Lebensveränderungen. 
  • Tagesstrukturierende Maßnahmen mit Bewegungsangeboten wie z.B. Morgenaktivierung, Nordic Walking 
  • Entspannungsverfahren
  • Förderung sozialer Aktivitäten
  • Sozialtherapeutische Maßnahmen zur Klärung der beruflichen Perspektive
  • Leitliniengerechte psychopharmakologische Behandlungsempfehlung und - einleitung

Allen Angststörungen ist gemeinsam, dass die Betroffenen übermäßig starke Ängste haben vor Dingen, vor denen die meisten anderen Menschen keine oder in weit geringerem Maß Angst empfinden. Es erfolgt wiederholt eine „übertriebene“ Angstreaktion bei Fehlen einer wirklichen äußeren Bedrohung. Solche Ängste können an Situationen gebunden auftreten oder „aus heiterem Himmel“. Angstauslösende Situationen werden möglichst vermieden, was zu erheblichen Einschränkungen im Alltag führen kann.

Zu den Behandlungsmethoden

  • Erarbeitung eines individuellen Störungsmodells für ein Verständnis der Entstehung der Angsterkrankung unter Berücksichtigung biographischer Erlebnisse
  • Durchführung von Expositionstraining (Konfrontation) mit angstauslösenden  Situationen zur Verringerung der Ängste
  • Erlernen eines Entspannungsverfahrens
  • Sozialtherapeutische Gruppe insbesondere bei sozialen Ängsten mit Übungsmöglichkeiten (z.B. Rollenspiele)
  • Leitliniengerechte psychopharmakologische Behandlungsempfehlung und - einleitung

Traumafolgestörungen sind Erkrankungen, die in Folge von schwerwiegenden lebensgeschichtlichen Ereignissen, die nicht verarbeitet werden können, auftreten. Die Symptome können vielfältig sein, typische Kennzeichen sind wiederkehrende Erinnerungen, Albträume oder Flashbacks, Vermeidung von Situationen, die mit dem Erlebten in Verbindung stehen, Übererregung und Taubheitsgefühlen gegenüber anderen Menschen und Empfindungen.

Zu den Behandlungsmethoden

  • Erarbeitung eines individuellen Störungsmodells 
  • Psychische Stabilisierung und im Anschluss schrittweise Konfrontation mit traumatischen Erfahrungen zur Traumaverarbeitung
  • Integration des traumatischen Erlebens in die individuelle Biografie
  • Erlernen von Stabilisierungstechniken und Entspannungsverfahren 
  • Tagesstrukturierende Maßnahmen mit Bewegungsangeboten wie z.B. Morgenaktivierung, Nordic Walking 
  • Ggf. psychopharmakologische Behandlungsempfehlung und -einleitung

Zertifikate und Verbände

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