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Darmkrebs

Der stille Feind

Darmkrebs ist in Deutschland bei Männern wie bei Frauen die dritthäufigste Krebserkrankung und die zweithäufigste Krebstodesursache. Etwa 60.000 Neuerkrankungen werden jährlich diagnostiziert. 

Darmkrebs im Frühstadium verursacht in der Regel keine Beschwerden und bleibt meist unentdeckt. Je früher ein Tumor entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen. 

Patientinnen und Patienten mit Tumoren im Verdauungstrakt werden in unserem zertifizierten Darmkrebszentrum im Zentrum für Gastrointestinale Onkologie (ZGO) am Universitätsklinikum Tübingen behandelt. Dreimal pro Woche findet die Tumorkonferenz statt, in der Diagnose- und Therapiekonzepte zwischen erfahrenen Therapeuten aller beteiligten Fachrichtungen abgestimmt werden.

Frau mit kolorektalem Karzinom

Jede 7.
Krebserkrankung in Deutschland ist ein Darmkrebs.
Etwa 90%
aller Darmkrebserkrankungen entwickeln sich aus Darmpolypen.

Über Darmkrebs

Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten mit einem Lebenszeitrisiko von 3 bis 5 %. Darmkrebs entsteht in der Regel aus Vorstufen, die kleine Vorwölbungen der Schleimhaut bilden, sogenannte Polypen. Diese Vorstufen können im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung mit Darmspiegelung entfernt werden, so dass eine aktive Vorbeugung möglich ist. 

Fast zwei von drei Erkrankungen betreffen den Dickdarm, knapp eine von drei betrifft den Enddarm, die restlichen liegen am Übergang zwischen Dick- und Enddarm und am Darmausgang. 

Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt für Männer bei 71 Jahren und für Frauen bei 75 Jahren. Bei unter 50-Jährigen ist Darmkrebs sehr selten.

Die Ersttherapie bei Darmkrebs ist meistens die Operation.  Dabei wird der Tumor sowie umliegende Lymphknoten entfernt. Wenn festgestellt wird, dass der Tumor die Lymphknoten befallen hat oder der Tumor eine bestimmte Größe überschreitet, ist eine zusätzliche Strahlentherapie (normalerweise kombiniert mit einer Chemotherapie) sinnvoll.


"Die Operation stellt bei Darmkrebs die wichtigste therapeutische Maßnahme dar."

Prof. Dr. med. Alfred Königsrainer,
Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Allgemeine, Viszeral- und Transplantationschirurgie

Die wichtigsten Fragen

Die wichtigsten Fragen

Darmkrebs im Frühstadium verursacht in der Regel keine Beschwerden und bleibt unentdeckt. Aber nur im frühen Stadium ist eine Heilung möglich. Die zuverlässigste Methode der Früherkennung ist die Darmspiegelung, bei der Polypen im Darm entdeckt und entfernt werden können. So können die Polypen nicht entarten und zu Krebs werden.

Flyer Vorsorge Darmkrebs

Der Darmkrebs zeigt meist einen schleichenden Verlauf mit zu Anfang sehr uncharakteristischen Beschwerden.

Daher ist es besonders wichtig bei den folgenden Beschwerden den Arzt aufzusuchen, insbesondere wenn diese wiederkehrend auftreten:

  • Veränderte Stuhlgewohnheiten: besonders häufiger Stuhldrang, wiederholt Verstopfungen oder ein Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall
  • Auffälliger Stuhl: sichtbares Blut im Stuhl, Schleimbeimengungen oder besonders übelriechender Stuhl 
  • Weitere Verdauungsbeschwerden: häufige, starke Darmgeräusche und Blähungen, Blähungen mit ungewolltem Stuhlabgang, häufige Übelkeit oder Völlegefühle trotz wenig Essen
  • Schmerzen: Schmerzen beim Stuhlgang und krampfartige Bauchschmerzen unabhängig vom Stuhlgang

Ganz allgemein auf eine Tumorerkrankung hinweisen können auch eine ungewöhnliche Minderung der Leistungsfähigkeit und häufige Müdigkeit, außerdem wiederholtes leichtes Fieber und Nachtschweiß.

Bei Darmbeschwerden nimmt der Arzt zunächst eine allgemeine körperliche Untersuchung vor und tastet insbesondere den Bauchraum ab. Anhand einer Blutprobe kann der Arzt prüfen, ob eine Infektion oder eine Entzündung vorliegen. Ergibt sich daraus ein Verdacht auf eine ernstere Darmerkrankung, dann wird der Arzt wahrscheinlich zu einer Darmspiegelung raten. 

Während einer Darmspiegelung kann der Arzt verdächtiges Gewebe entnehmen, welches mikroskopisch beurteilt werden kann. Darüber hinaus können auch gutartige Wucherungen (Polypen), die Vorstufen von Krebs, sofort und vollständig entfernt werden. Finden sich bei der mikroskopischen Untersuchung Krebszellen, dann untersuchen die Pathologen auch, ob es sich um ein kolorektales Karzinom handelt oder um eine andere Tumorart, die auch den Darm befallen kann.

Neu entdeckter Darmkrebs wird, sofern keine Absiedlungen in Form von Metastasen sich bereits gebildet haben, operativ entfernt. Gelingt dies vollständig und sind bei dem entnommenen Tumor keine außergewöhnlichen Gewebemerkmale erkennbar, wie zum Beispiel ein Befall der Lymphknoten, ist die Behandlung anschließend abgeschlossen und es sollten regelmäßige Nachsorge-Untersuchungen über 5 Jahre erfolgen.

Wird bei der Operation festgestellt, dass Lymphknoten vom Tumor befallen sind, besteht die Empfehlung für eine 6-monatige Nachbehandlung mit einer Systemtherapie, um die Wahrscheinlichkeit für ein Wiederauftreten der Erkrankung zu senken.

Der häufigste Ort von Metastasen sind die Leber, die Lunge und Lymphknoten. Werden bei der Erstdiagnose bereits Metastasen festgestellt, muss ein individuelles Behandlungskonzept erstellt werden. Bei dieser Tumorerkrankung stehen gut wirksame medikamentöse Therapien zur Verfügung, die bei gutem Ansprechen dennoch ein operatives Vorgehen ermöglichen können mit der Perspektive einer Heilung. Für ein bestmögliches Therapieergebnis sollte jede Form von Darmkrebs immer zu Beginn und bei gutem Ansprechen der Therapie im Verlauf in einem Expertengremium besprochen werden. Gerne besprechen wir Ihre Erkrankung in unserer Tumorkonferenz mit Kollegen der anderen Fachabteilungen unserer Universitätsklinik.

Wird Darmkrebs frühzeitig erkannt und komplett entfernt, stehen die Heilungschancen gut. Leider wird die Mehrzahl der Fälle erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Hier hängt die Heilung bzw. Lebenserwartung von verschiedenen Faktoren (Stadium, Lage und Typ des Tumors, Therapieform, individuelle Faktoren etc.) ab. 


Da das Risiko eines Rückfalls innerhalb der ersten drei Jahre nach der Operation besonders hoch ist, sollten in diesem Zeitraum die Untersuchungsintervalle enger sein (alle drei Monate).

Anschließend sind je nach Situation sechsmonatige Abstände möglich, nach dem fünften Jahr alle 12 Monate. Insgesamt sollte die Nachsorge mindestens fünf Jahre erfolgen.

Ablauf Darmkrebs-Behandlung

1. Sprechstunde

Patienten, bei denen ein Verdacht auf Darmkrebs besteht, werden in der Sprechstunde umfassend untersucht.

Zur Ambulanz

2. Stationäre Aufnahme

Nach der Untersuchung wird der Patient schnellstmöglich stationär aufgenommen und weitere Schritte besprochen.

3. Behandlung

Die jeweilige Behandlung hängt maßgeblich von dem Stadium der Erkrankung ab. In der Tumorkonferenz werden Empfehlungen ausgesprochen, wie ein Patient optimal behandelt werden soll. Mit dem ärztlichen Fachpersonal werden die individuellen, zielgerichteten Behandlungspläne besprochen.

4. Nachsorge

Alle Betroffene sollten nach Abschluss der Therapie eine Nachsorge erhalten. Diese sollte in enger Zusammenarbeit zwischen der niedergelassenen Ärzteschaft und Kliniken erfolgen.

Unsere Erfahrung zeigt

Die Behandlung von Darmkrebs erfordert eine hohe Expertise, routinierte Behandlungsabläufe und die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen. Am Universitätsklinikum Tübingen stehen dafür erfahrene Mediziner unterschiedlicher Disziplinen zur Verfügung. Neben der Chirurgie und Inneren Medizin stehen beispielsweise auch Experten und Expertinnen aus der Radiologie und Strahlentherapie zur Verfügung, um für jeden Patienten die individuell beste Therapie zu finden.

Mit über 500 behandelten Darmkrebserkrankungen gehört unser Darmkrebszentrum zu den großen unter den zertifizierten Zentren. Das Zertifikat bescheinigt die Erfüllung aller Anforderungen und Kennzahlen der Deutschen Krebsgesellschaft, was in jährlichen Audits überprüft wird. Unabhängige Studien belegen, dass das Überleben von Patientinnen und Patienten, die in einem zertifizierten Darmkrebszentrum behandelt wurden, signifikant besser ist im Vergleich zur Behandlung in einer nicht-zertifizierten Einrichtung.

Über 500 Darmkrebsbehandlungen pro Jahr
Zertifiziertes Viszeral-onkologisches Zentrum

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Zentrum für Gastrointestinale Onkologie

frontend.sr-only_#{element.contextual_1.children.icon}: Otfried-Müller-Str. 10
72076 Tübingen


frontend.sr-only_#{element.contextual_1.children.icon}: 07071 29-82121


E-Mail-Adresse: zgo@med.uni-tuebingen.de


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