Universitätsklinik für
Allgemeine, Viszeral- und Transplantationschirurgie
(AVT)

400

Adresse: Crona Kliniken
Hoppe-Seyler-Straße 3
72076 Tübingen


Personenprofil: 07071 29-86619


E-Mail-Adresse: chirurgie@​med.​uni-​tuebingen.​de


Adipositaschirurgie

Die Ursachen von Übergewicht sind vielschichtig und bis heute nicht vollständig verstanden. Mit dem Body-Mass-Index-Rechner können Sie den Schweregrad bestimmen. Um Folgeerkrankungen vorzubeugen, ist eine konserative und eine operative Therapie möglich. Die Klinik bietet alle gängigen adipositaschirurgischen Verfahren einschließlich Revisions-Operationen an. Jährlich werden zirka 400 adipöse Patienten innerhalb der interdisziplinären Plattform Adipositas behandelt.

Kontakt

frontend.sr-only_#{element.contextual_1.children.icon}: Dr. med. Jessica Lange Leiterin Adipositaschirurgie


Adipositasplattform

Innerhalb der Plattform Adipositas werden alle Patienten zunächst eingehend untersucht. Im Rahmen der Plattform Adipositas werden sie Kontakt zu den Abteilungen der Psychosomatik, Endokrinologie, Ernährungsmedizin, Sportmedizin und Viszeralchirurgie der Universitätsklinik Tübingen haben.

Adipositaschirurgie ist die letzte Möglichkeit bei schwerem Übergewicht. Vorher müssen immer die konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft sein. 

Grundsätzlich kommen nur extrem adipöse Patienten für eine bariatrische Operation in Betracht.

  • Body-Mass-Index > 50 kg/m² oder BMI > 35 kg/m² mit Begleiterkrankungen (Diabetes mellitus, Schlafapnoe, arterielle Hypertonie). Hier sollten die konservativen Methoden zur Gewichtsreduktion sind vollständig ausgeschöpft worden (Diät, Ernährungsberatung, Ernährungsumstellung, Rehabilitationen, Sport- / Bewegungsprogramme, ggf. Verhaltenstherapie) sein.
  • schwer einstellbarer Diabetes mellitus bei einem BMI > 30 kg/m²
  • Ausschluss einer akuten psychiatrischen- oder Suchterkrankung. Stabile Erkrankungen wie eine gut eingestellte Schizophrenie oder eine reaktive Depression aufgrund des Gewichtes sprechen nicht gegen eine Operation.

Alle Patienten müssen am Universitätsklinikum zunächst die komplette Plattform durchlaufen. Jede Station erstellt ein Gutachten, welches später für einen möglichen Antrag an die Kasse wichtig ist.

Die eigentliche OP-Indikation wird in der interdisziplinären Fallkonferenz, nach Abschluss der Plattform Adipositas in einer Expertenrunde gestellt bevor gemeinsam mit dem Patienten ein Antrag an.

Die Kosten einer bariatrischen / adipositas-chirurgischen Operation werden von den Krankenkassen nur nach Einzelfallprüfung übernommen. Voraussetzung ist das "Erschöpfen der konservativen" Maßnahmen. Hierunter verstehen die Krankenkassen eine regelmäßige Ernährungsberatung über 6 - 12 Monate mit gleichzeitig durchgeführtem Sportprogramm. Die Plattform ersetzt ein solches Programm nicht.


Kostenübernahmeantrag

Falls von der Konferenz die Empfehlung zur Operation ausgesprochen wird, wird der Beschluss Ihnen schriftlich mitgeteilt. Sollte eine Operation notwendig sein, wird der Antrag von uns gestellt. Dieser Antrag wird dann gemeinsam mit einem persönlichen Anschreiben von dem Patienten an die Krankenkasse geschickt..

Bearbeitungszeit des Kostenübernahmeantrags

Die Bearbeitungszeit schwankt je nach Krankenkasse. Seit 2013 ist jedoch eine maximale Bearbeitungszeit von 5 Wochen gesetzlich festgeschrieben. Wir empfehlen während der Bearbeitungszeit eine Magenspiegelung und das Narkosegespräch durchzuführen. Die Magenspiegelung kann gerne auch heimatnah bei einem niedergelassenen Kollegen durchgeführt werden. Während der Magenspiegelung sollte eine Testung auf Helicobacter Pylori stattfinden und dieser bei positiver Testung auch vor einer Operation vollständig eliminiert werden. In diesem Fall sollte auch der Erfolg mittels Stuhlprobe überprüft werden.

Was tun bei Kostenzusage?

Wenn die Krankenkasse dem Patienten eine Kostenzusage erteilt, vereinbart der Patient einen Termin im Adipositas-Zentrum unter 07071 29-83208 zur OP-Vorbereitung. Dort finden dann die chirurgische und die anästhesiologische Aufklärung statt.

Was tun bei einer Absage der Kostenübernahme?

Wir empfehlen in einen solchen Fall zunächst selbst einen formlosen Widerspruch einzulegen und gleichzeitig einen Termin in der chirurgischen Adipositas-Sprechstunde zur Begründung des Widerspruchs zu vereinbaren.

Selbstzahler

Selbstzahler sind selbstverständlich willkommen. Ein kompletter Durchlauf durch die Plattform ist für Patienten, die bereits wissen, dass sie die Kosten einer OP selbst tragen wollen nicht notwendig. Gerne erstellen wir ihnen einen entsprechenden Kostenvoranschlag nach einem Vorgespräch in unserer chirurgischen Adipositas-Sprechstunde. Solche Patienten müssen sich jedoch auf jeden Fall in der chirurgischen Sprechstunde vorstellen. Außerdem muss eine Komplikationskosten-Versicherung abgeschlossen werden.



Der erste Kontakt sollte über die Koordinatorin mit der Plattform hergestellt werden. Durch sie werden die Termine zentral vergeben. 

Sprechstunden und Terminvergabe

Alle Patienten werden in der interdisziplinären Fallkonferenz besprochen. Hier sind immer ein Chirurg, ein Endokrinologe, ein Psychosomatiker (Arzt oder Psychologe) und ein Sportmediziner anwesend. Jeder Fall wird besprochen und eine entsprechende Empfehlung zur Therapie der Adipositas ausgesprochen. Das Ergebnis bekommt der Patient dann per Post schriftlich zugestellt.

Wir bieten eine regelmäßige Nachsorgesprechstunde für alle bei uns operierten Patienten an.

Die Nachsorge umfasst im ersten Jahr nach der Operation 4 Termine. Diese sind 1, 3, 6 und 12 Monate nach OP. Danach findet eine jährliche Nachsorge statt. Im Rahmen dieser Nachsorge führen wir auch routinemäßig die notwendigen Vitaminkontrollen durch und sprechen den Ergebnissen entsprechend Empfehlungen für die Substitution aus.

Nachsorgesprechstunde und Terminvergabe


Bei akuten Problemen und Notfällen ist unsere Ambulanz der chirurgischen Poliklinik 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche geöffnet.

Notfall

Referenzzentrum

Referenzzentrum Adipositas

Zertifikat DGAV

Die Universitätsklinik für Allgemeine, Viszeral- und Transplantatationschirurgie ist von der CAADIP zertifiziertes Referenzzentrum für Adipositas- und metabolische Chirurgie.
Zeitraum: 01.08.2018 - 31.07.2021
DGAV.deZertifizierung

Krankheitsbild Adipositas

Allgemein

Die Ursachen sind vielschichtig und bis heute nicht vollständig verstanden. Wichtige Ursachen sind zu viel und falsches Essen bei gleichzeitig zu geringer Bewegung, soziokulturelle-, genetische-, psychosomatische-, sowie krankhafte Faktoren. Ebenfalls können Nebenwirkungen von Medikamenten Ursache sein.

Primäre Adipositas

Unter der primären Adipositas versteht man die durch Fehlernährung und Bewegungsmangel ausgelöste Adipositas, bei der keine körperlichen Ursachen gefunden werden können.

Sekundäre Adipositas

Bei der sekundären Adipositas können krankhafte Veränderungen nachgewiesen werden. Typische Stoffwechselstörungen wären das Cushing Syndrom, die Hypothyreose, ein Hypogonadismus sowie ein Wachstumshormonmangel. Auch Medikamenteineinnahmen kommen als Ursache in Frage. Typische Medikamente sind Steroide wie Cortison, bestimmte Neuroleptika und viele Antidepressiva.

Einteilung nach BMI

Zur Abschätzung des Körpergewichts in Relation zur Körpergröße wird gerne der Body-Mass-Index verwendet. Dieser kann mit Hilfe einer einfachen Formel berechnet werden. Diese lautet: Körpergewicht / (Körpergröße)².


KlassifikationBody-Mass-Index (BMI)
Normalgewicht18,5 - 24,9 kg/m²
Übergewicht25 - 29,9 kg/m²
Adipositas Grad I30 - 34,9 kg/m²
Adipositas Grad II35 - 39,9 kg/m²
Adipositas Grad III≥40 kg/m²
Diabetes mellitus

Diabetes mellitus tritt tritt bei schwer adipösen Patienten (III° Adipositas mit BMI über 40 kg/m² mehr als 7 mal so häufig auf als bei der normalgewichtigen Vergleichsgruppe.

Bluthochdruck / Arterielle Hypertonie

Auch der Bluthochdruck ist bei drittgradig adipösen Patienten sechs mal häufiger als in der normalgewichtigen Vergleichsgruppe.

Vorzeitiger Gelenkverschleiß / Arthrose

Bei schwer adipösen Patienten tritt eine Arthrose sehr viel früher auf als bei normalgewichtigen Patienten. Schwer adipöse Menschen leiden 4,5 mal so häufig an vorzeitigem Gelenkverschleiß als normalgewichtige Menschen. Dies macht diese Patientengruppe häufig stark immobil und schränkt die Möglichkeiten der konservativen Gewichtsreduktion deutlich ein.

Bösartige Neubildungen

Auch Krebserkrankungen treten bei starkem Übergewicht häufiger auf als in der Vergleichsgruppe. Die Ursachen hierfür sind noch vollständig unbekannt.

Konservative Therapie

Die Therapie der Adipositas muss immer langfristig angelegt sein. Kurzfristige Gewichtsreduktionen ohne Lebensumstellung führen in den allermeisten Fällen zum Jojo-Effekt mit schnellem Wiederanstieg des Gewichts. Deshalb funktioniert konservative Gewichtsreduktion nur durch eine Lebensumstellung. Diese muss immer eine Änderung der Ernährung und Bewegung umfassen. In vielen Fällen gehört zur konservativen Therapie der Adipositas auch eine Verhaltenstherapie. Es gibt einige kommerzielle Anbieter zur konservativen Gewichtsreduktion. Z.T. bieten auch die Krankenkassen selbst ein entsprechendes Programm zur Gewichtsreduktion an.

In allen Fällen muss es sich um eine Lebensstiländerung handeln. Alle Programme können nur den Anstoß dazu geben. Das dort Erlernte muss lebenslang weiter fortgeführt werden.

Angebote am Universitätsklinikum

Operative Therapie

Es gibt verschiedene OP Methoden, die zu einer langfristigen Veränderung des Hunger- und Sättigungsgefühls führen. Es wird die Nahrungsmenge und die Nahrungsaufnahme verändert und dadurch eine langfristige Veränderung eingeleitet. Operative Verfahren sollten erst als letzte Möglichkeit durchgeführt werden, nachdem ein konservatives Gewichtsreduktionsprogramm keinen nachhaltigen Erfolg hatte.

Operationsverfahren

Adipositaschirurgie entfernt das Übergewicht nicht chirurgisch, sondern hilft den Betroffenen, durch eine Einschränkung der Nahrungsaufnahme Gewicht abzunehmen. Es wird zwischen restriktiven (Einschränkung der Nahrungszufuhr) und malabsorptiven Verfahren (Einschränkung der Nahrungsaufnahme aus dem Darm) unterschieden. Ob und welches Verfahren für Sie als Patienten am besten geeignet ist, lässt sich bei einem Beratungsgespräch in unserer Sprechstunde feststellen.

Die häufigsten OP-Verfahren

Konservative Therapie

Angebote am Universitätsklinikum

VIADUKT 1

Ein geführtes Gewichtsreduktionsprogramm zur Ernährungsumstellung und Bewegungssteigerung.

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Ernährungsberatung

Qualifizierte Ernährungsberatung durch unser Ernährungsfachteam.

Fit und leichter Leben

Ein bewegungstherapeutischen Präventions- und Therapieprogramm für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren bei der Sportmedizin Tübingen.

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