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Onkologische Operationen (Krebsoperationen)

Sollte bei Ihnen eine bösartige Erkrankung im Unterleib diagnostiziert worden sein, so bedeutet dies nicht automatisch einen großen Bauchschnitt!

In den letzten Jahren haben die Tübinger Operationsmethoden und unser Team einen großen Anteil daran, dass auch Gebärmutterkrebs in den meisten Fällen durch die Schlüssellochtechnik operiert werden kann, ohne dass die Sicherheit und die Heilungschancen hierdurch beeinträchtigt werden. Natürlich ist bei diesen Operationen eine gute Vorbereitung, Erfahrung und spezielles Instrumentarium nötig. Die Universitätsfrauenklinik hat verschiedene Instrumente mitentwickelt und gibt regelmäßig Operationskurse für nationale und internationale Kollegen, so dass wir Ihnen immer den aktuellsten Stand der Technik und Instrumente anbieten können.

Bei Eierstockskrebs ist in ganz frühen Stadien auch eine endoskopische Operation möglich, eventuell werden wir Ihnen also bei dieser Erkrankung zuerst eine Bauchspiegelung oder Narkoseuntersuchung empfehlen, um dann festzulegen, wie umfangreich in der Folgeoperation vorgegangen wird und ob überhaupt ein Bauchschnitt notwendig ist.

Operation bei Brustkrebs

Wurde die Diagnose Brustkrebs gestellt, so ist fast immer eine Krebsoperation notwendig. Abhängig von der Größe und der Lage des Tumors, der Größe und Form der Brust und besonders von den individuellen Wünschen und Vorstellungen der Frau, stehen in den allermeisten Fällen mehrere Operationsmethoden zur Verfügung.

Operation beim Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs)

Bei Gebärmutterhalskrebs im frühen Stadium ist eine laparoskopische Operation in spezialisierten Zentren mit erfahrenen Operateuren möglich.
Erfreulicherweise sind infolge der Krebsvorsorgeuntersuchungen die fortgeschrittenen Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses zurückgegangen. Die Vor- und Frühstadien werden heutzutage durch Lasertherapie oder eine Konisation (kegelförmige Gewebeentnahme am Muttermund) behandelt.

Bei fortgeschrittener Erkrankung ist die Entfernung der Gebärmutter in jedem Fall erforderlich. Diese Operation ist als WERTHEIM-MEIGS-Operation bekannt.

In der Mehrzahl der Fälle erfolgt diese Krebsoperation über einen Bauchschnitt, es sei denn, der Gebärmutterhalskrebs befindet sich in einem noch sehr frühen Stadium (bis Stadium Ib). Dann ist neuerdings auch ein laparoskopisches minimalinvasives Vorgehen möglich.

Die Bauchhöhle wird über einen großen Quer- oder Längsschnitt geöffnet, die Gebärmutter mit dem oberen Teil der Scheide freigelegt und samt dem umgebenden Gewebe (z.B. Haltebänder, Blutgefäße), in dem zum Teil auch Lymphbahnen verlaufen, und einer Scheidenmanschette entfernt. Neben der Gebärmutterentfernung ist die Lymphknotenentfernung ein wichtiger Bestandteil der Operationen, da sich die Krebszellen über Lymphbahnen ausbreiten können.

Falls sich die Erkrankung in einem fortgeschrittenen Stadium befindet, d.h. mit Übergreifen des Tumors auf Blase, Harnleiter und Darm, kann es erforderlich sein, den geplanten Eingriff zu erweitern (z.B. Entfernung von erkrankten Organen ggf. sogar mit künstlicher Ableitung des Harns oder Anlage eines künstlichen Darmausganges). Trotz genauer Voruntersuchungen lässt sich diese Entscheidung manchmal erst während des Eingriffes treffen. Prinzipiell wird bei der Operation so viel Gewebe wie möglich erhalten.

Am Ende der Krebsoperation wird die Scheide mit Nähten verschlossen. Vor dem Verschluss des Bauchschnittes werden meist meherere dünne Kunststoffschläuche (Saugdrainagen) manchmal auch ein Blasenkatheter durch die Bauchdecke eingelegt.

Um die Ausräumung aller Beckenlymphknoten zu vermeiden, kann seit neuestem in vielen Fällen unter Studienbedingungen zunächst derjenige Lymphknoten, der dem Tumor am nächsten liegt (Sentinel Lymphknoten), präoperativ markiert werden. Dazu wird eine blaue Farblösung bzw. eine radioaktive Flüssigkeit in Tumornähe eingespritzt. Die sog. Wächter-Lymphknoten können dann durch ihre Blaufärbung bzw. durch Messung der Radioaktivität während der Operation erkannt werden. erkannt werden. Sie werden entfernt und in einem Schnellschnitt untersucht, während Sie in Narkose sind. Sind die Wächterlymphknoten befallen, müssen mehrere Lymphknoten aus dem Becken entnommen werden.

Bei Gebärmutterhalskrebs im frühen Stadium - d.h. bis Stadium Ib = auf die Gebärmutter begrenzte Erkrankung - ist eine laparoskopische Operation in spezialisierten Zentren mit erfahrenen Operateuren möglich.

Hierbei werden die Lymphknoten im Beckenbereich sowie die Eierstöcke per Bauchspiegelung entfernt. Anschließend wird die Gebärmutter mit ihren Aufhängebändern sowie einer Scheidenmanschette laparoskopisch abgesetzt und schließlich durch die Scheide entfernt.

Operation beim Corpus-/ Endometriumkarzinom (Gebärmutterkörperkrebs)

Die operative Therapie besteht in jedem Fall aus der Entfernung der Gebärmutter und der Eierstöcke. Je nach Ausbreitung der Erkrankung und dem Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung muss diese Operation durch die Entfernung der Lymphknoten im Becken erweitert werden.

Meist wird das Korpuskarzinom durch eine Ausschabung (Kürettage) und Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) aufgrund von auffälligen Ultraschallbefunden oder Blutungen nach der Menopause entdeckt. Bei der Ausschabung wird Gebärmutterschleimhaut, die Ausgangsort dieser Erkrankung ist, gewonnen und anschließend feingeweblich untersucht. Die Krebszellen können als Tumor in die Gebärmutterhöhle wachsen oder in die umgebende Gebärmuttermuskulatur eindringen. Eine Ausbreitung über Lymphbahnen oder der Befall von Nachbarorganen ist möglich.

Die operative Therapie besteht in jedem Fall aus der Entfernung der Gebärmutter und in den allermeisten Fällen auch der Eierstöcke. Je nach Ausbreitung der Erkrankung und dem Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung sollte diese Operation durch die Entfernung einzelner oder mehrerer Lymphknoten im Becken erweitert werden. Ist die Erkrankung noch nicht weit fortgeschritten, können die Gebärmutter und die Eierstöcke durch eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) von ihren Haltebändern gelöst und durch die Scheide entfernt werden. Die Beckenlymphknoten können anschließend per Bauchspiegelung entnommen werden.

Vorteil der laparoskopischen Methode ist die deutlich kürzere Klinikverweildauer, da die Wundflächen im Bauch erheblich kleiner sind als beim offenen Verfahren. Zudem treten weniger Komplikationen auf, die Erholungsdauer und der Krankenhausaufenthalt verkürzen sich.

Operation beim Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs)

Die Krebsoperation gilt als die erste und wichtigste Säule in der Behandlung des Eierstockkrebses. Denn durch die Operation wird zum einen die Diagnose gesichert und die Tumorausdehnung durch Untersuchung von entfernten Lymphknoten festgelegt. Zum anderen dient die Operation der maximalen Tumorreduktion bzw. -Entfernung. Denn umso kleiner der verbleibende Tumorrest ist, umso besser ist die Prognose.

Die Krebsoperation beinhaltet:

  • einen längsgerichteten Bauchschnitt (Längslaparatomie) vom Schambein bis zum unteren Rand des Brustbeins
  • komplette Austastung des Bauchraumes mit ggf. Entfernung von Teilen des Bauchfelles
  • Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie), der Eileiter und Eierstöcke (Adnektomie)
  • Entfernung des großen Netzes (Omentektomie) und der Lymphknoten (Lymphonodektomie) im kleinen Becken und entlang der großen Gefäße ggf. Darmteilentfernung bzw. Blinddarmentfernung (Appendektomie) in spezialisierten Zentren zusätzlich eine Knochenmarkspunktion

Das endgültige Ausmaß der Operation kann erst zum Zeitpunkt des Eingriffs festgelegt werden, deshalb werden vor der Operation alle möglichen Ausweitungen besprochen.

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