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Verhaltensmaßnahmen nach urogynäkologischen Eingriffen

Verhaltensmaßnahmen nach urogynäkologischen Eingriffen

Bei Ihnen wurde eine urogynäkologische Operation durchgeführt. Im Anschluss an eine solche Operation gibt es natürlich viele Fragen. Hier wollen wir kurz auf die zu beachtenden Verhaltensweisen eingehen. Alle weiteren Fragen können Sie gerne im Entlassgespräch mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt ausführlich besprechen.

Worauf muss in nächster Zeit geachtet werden?

Sie sollten sich über die nächsten Tage hinweg schonen. Auch in den nächsten vier bis sechs Wochen sollten Sie alles ruhiger angehen. Bitte verzichten Sie auf schweres Heben und Tragen sowie körperliche Anstrengung oder Sport. 

Sollten Sie alleine wohnen, kann es ratsam sein, für ausreichend Lebensmittel auf Vorrat zu sorgen, sodass Sie einige Tage nicht einkaufen gehen müssen. 

In den Wochen nach der Operation sollten Sie auf regelmäßigen und weichen Stuhlgang achten. Hierfür können Sie beispielsweise Flohsamenschalen oder spezielle Abführpulver (beispielsweise Movicol®) einnehmen. Bitte kontaktieren Sie Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt, wenn Sie länger als drei Tage keinen Stuhlgang hatten. Auch regelmäßiges Wasserlassen sollte nach einer urogynäkologischen Operation möglich sein. Sollten Sie Schmerzen beim Wasserlassen oder Blutbeimengungen im Urin haben, kontaktieren Sie bitte Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt beziehungsweise uns.

Wann sollte ich mich wieder bei meiner Frauenärztin oder meinem Frauenarzt beziehungsweise in der Klinik vorstellen?
Bei Fieber über 38 °C, plötzlichen starken Schmerzen oder Problemen beim Wasserlassen. Sollten die Wundränder nicht heilen oder die Wunde gerötet und infiziert aussehen, können Sie jederzeit direkt unsere Klinik aufsuchen.

Häufig gestellte Fragen

Es spricht nichts dagegen, dass Sie am ersten Tag nach der Operation wieder duschen. Nach einer Bauchspiegelung sollten Sie den Bauch nur mit klarem Wasser abduschen, bis die selbstauflösenden Fäden abgefallen sind. Wurde bei Ihnen eine Operation von der Scheide aus durchgeführt, wie beispielsweise eine Botoxinjektion oder eine TVT-Anlage, sollten sie den Intimbereich ebenfalls nur mit Wasser ausspülen, ebenso sollten Sie keine Seife oder Duschgel im Intimbereich verwenden. Auf Baden, Schwimmen oder Saunagänge sollten Sie in den nächsten drei Wochen verzichten.

Auf den Wunden befinden sich nach Eingriffen durch den Bauch sehr fest klebende Streifenpflaster, sogenannte „Steristrips“, welche nach einigen Tagen von selbst abfallen. Um die Langlebigkeit dieser Steristrips zu erhöhen, können Sie diese nach dem Duschen trocken tupfen. Spätestens nach einer Woche können die Steristrips aber auch beispielsweise beim Duschen entfernt werden. Das verwendete Nahtmaterial ist selbstauflösend. Die Fadenenden können Sie nach sieben Tagen bis auf Hautniveau kürzen lassen. 

In der Scheide verwenden wir normalerweise selbstauflösende Fäden. Es kann sein, dass Sie bis zu sechs Wochen später Fadenreste in Ihrer Wäsche finden. Dies ist völlig normal.

Eine leichte vaginale Blutung normal. Diese vaginale Blutung sollte nicht stärker als Ihre Regelblutung sein. Sollte es deutlich stärker bluten, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Bitte verzichten Sie auf Tampons! Ihre Gebärmutter und Scheide sind in den nächsten Tagen sehr empfänglich für Infektionen. Sie können gerne stattdessen Vorlagen verwenden.

Bitte nehmen Sie alle Ihre Medikamente weiter ein, die Sie bereits vor der Operation eingenommen haben. Sollten Sie Medikamente zur Blutverdünnung einnehmen (beispielsweise Marcumar, Eliquis) besprechen wir individuell mit Ihnen, wann Sie diese wieder einnehmen dürfen, und ob Sie zwischenzeitlich Heparin spritzen müssen („Anti-Thrombose-Spritze“).

Bei Schmerzen dürfen Sie gerne Ibuprofen, Paracetamol oder Metamizol einnehmen. In niedrigen Dosierungen erhalten Sie diese Medikamente ohne Rezept in der Apotheke.

 

Wir empfehlen 10-14 Tage nach der Operation einen Termin zur Nachsorge bei Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt zu vereinbaren.

Wenn Sie eine Krankschreibung benötigen, sprechen Sie uns bitte frühzeitig an. Wir können Ihnen für den Zeitraum Ihrer ambulanten Termine und Ihres stationären Aufenthaltes eine Aufenthaltsbescheinigung ausstellen. Je nach Schwere der Operation ist eine Krankschreibung ab dem Zeitpunkt der Entlassung für bis zu sieben Tage möglich. Anschließend ist Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt zuständig.

Bis wir das Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung erhalten, kann es ungefähr 10-14 Werktage dauern. Sobald uns die Ergebnisse vorliegen, werden wir diese im Arztbrief per Post an Sie persönlich und an Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt schicken. Gerne können Sie das Ergebnis mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt bei der Kontrolluntersuchung 10-14 Tage nach der Operation besprechen. Sollten wir einen besonderen Befund erheben, werden wir Sie telefonisch kontaktieren. Nicht bei allen urogynäkologischen Eingriffen wird Gewebe entnommen (beispielsweise Botoxinjektion, Blasenspiegelung oder TVT-Anlage). In diesem Fall wird der Brief Ihnen und Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt direkt postalisch zugestellt.

Bis dahin wünschen wir Ihnen alles Gute und hoffen, dass Sie sich stets wohl bei uns gefühlt haben.

Herzlichst grüßt Sie die Frauenklinik Tübingen.

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