Durch die weiterführende Fehlbildungsdiagnostik können heutzutage bis zu 90% der Fehlbildungen
vorgeburtlich erkannt werden.
Aufgabe unseres Spezialbereiches ist jedoch nicht allein die Erkennung, sondern auch die
Prognoseeinschätzung, interdisziplinäre Beratung und das Management der Geburt.
Bei Auffälligkeiten stehen für weiterführende ausführliche Beratungsgespräche und
für die weitere Versorgung folgende Bereiche zur Verfügung:
- die Humangenetik (z.B. bei nachgewiesener Chromosomenstörung) Mehr erfahren
- die Neonatologie (z.B. bei drohender Frühgeburtlichkeit) Mehr erfahren
- die Kinderchirurgie (z.B. bei angeborener Darmverengung) Mehr erfahren
- die Neurochirurgie (z.B. bei offenem Rücken (Spina bifida) Mehr erfahren
- das Zentrum für angeborene Kiefer-und Gesichtsfehlbildungen Mehr erfahren
- die Kinderorthopädie (z.B. bei Klumpfuß) Mehr erfahren
- die Kindernephrologie (z.B. bei angeborenen zystischen Nierenerkrankungen) Mehr erfahren
- und viele weitere spezielle Fachbereiche des hiesigen universitären Perinatalzentrums.
Hervorheben möchten wir, dass wir neben der Entdeckung, Einschätzung und Beratung von kindlichen Auffälligkeiten die Möglichkeit einer seelsorgerischen oder psychosozialen Unterstützung von besonderer Wichtigkeit halten. Entsprechende Kontakte werden von uns im Bedarfsfall angeboten.
Ein vollständiger Ausschluß von Fehlbildungen ist auch in spezialisierten Händen und mit bestmöglicher Ultraschalltechnik nicht zu erreichen. Dies liegt zum einen daran, dass sich sehr kleine Auffälligkeiten der Auflösung des Ultraschalles entziehen können (z.B. feine Löcher in der Herzscheidewand).
Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass nachgeburtlich einige Umstellungen im kindlichen Organismus zur Anpassung an das Leben ausserhalb des Mutterleibes erfolgen. Folglich stellen sich einige Organsysteme vorgeburtlich anders dar als nach Geburt. So ist beispielsweise ein Loch zwischen den beiden Herzvorhöfen vorgeburtlich normal und notwendig, nachgeburtlich hingegen ist dies pathologisch.
Schlußendlich muss auch bedacht werden, dass einige kindliche Probleme sich vorerst nicht in sichtbaren Symptomen äußern.
Hier wären insbesondere Stoffwechsel- oder genetische Defekte zu nennen.