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Forschung am Arbeitskreis Raucherentwöhnung

Die wissenschaftliche Arbeit des AKR

Die wissenschaftliche Arbeit des AKR widmet sich Fragen und Problemen, die in Zusammenhang mit der Raucherentwöhnung stehen. Neben seiner beratenden und behandelnden Tätigkeit führt der AKR regelmäßig wissenschaftliche Studien durch. Im Fokus stehen dabei die Untersuchung der biologischen und psychologischen Grundlagen der Tabakabhängigkeit und die Untersuchung der Effektivität verschiedener zur Verfügung stehender Verfahren zur Unterstützung einer Tabakentwöhnung sowie die Wechselwirkungen der Behandlungseffektivität und verschiedener biologischer und psychologischer Variablen. 

Laufende Studien

Wir führen regelmäßig wissenschaftliche Untersuchungen zu den Themen Tabakabhängigkeit und Tabakentwöhnung durch.

Mehr erfahren

Ausgewählte Publikationen

  • Batra A, Buchkremer G (1992) Tobacco addiction and nonpharmacological approaches to smoking cessation. International Journal of Smoking Cessation 1(3), 38-43
  • Batra A, Brömer A, Grüninger K, Schupp P, Buchkremer G (1994) Verhaltenstherapeutische Raucherentwöhnung in Arztpraxen. Verhaltensmodifikation und Verhaltensmedizin, 15(4), 364-376 Heuer-Jung V
  • Batra A, Buchkremer G (1996) Raucherentwöhnung bei speziellen Risikogruppen: Schwangere Frauen und Raucherinnen mit Kontrazeptivaeinnahme. Praxis der Klinischen Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 34: 114-117
  • Batra A, Fagerström KO (1997) Neue Aspekte der Nikotinabhängigkeit und Raucherentwöhnung. Sucht 43: 277-282
  • Batra A, Buchkremer G (1997) Die Behandlung der Tabakabhängigkeit - neue Strategien und Möglichkeiten in der ärztlichen Praxis. Nervenheilkunde, 16: 222-226

Förderung und Auszeichnungen

Förderung und Unterstützung erhielt der AKR in der Vergangenheit seitens verschiedener Träger, darunter die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Forschungsförderung der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen (fortüne), das Ministerium für Wissenschaft und Kunst (MWK) Baden-Württemberg und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

1995 erhielt der Arbeitskreis Raucherentwöhnung für seine Arbeit den Forschungspreis "Rauchfrei leben" 1995, ausgeschrieben vom Ärztlichen Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit.

Publikationen

  • Batra A, Buchkremer G (1992) Tobacco addiction and nonpharmacological approaches to smoking cessation. International Journal of Smoking Cessation 1(3), 38-43

  • Batra A, Brömer A, Grüninger K, Schupp P, Buchkremer G (1994) Verhaltenstherapeutische Raucherentwöhnung in Arztpraxen. Verhaltensmodifikation und Verhaltensmedizin, 15(4), 364-376 Heuer-Jung V

  • Batra A, Buchkremer G (1996) Raucherentwöhnung bei speziellen Risikogruppen: Schwangere Frauen und Raucherinnen mit Kontrazeptivaeinnahme. Praxis der Klinischen Verhaltensmedizin und Rehabilitation, 34: 114-117

  • Batra A, Fagerström KO (1997) Neue Aspekte der Nikotinabhängigkeit und Raucherentwöhnung. Sucht 43: 277-282

  • Batra A, Buchkremer G (1997) Die Behandlung der Tabakabhängigkeit - neue Strategien und Möglichkeiten in der ärztlichen Praxis. Nervenheilkunde, 16: 222-226

  • Schupp P, Batra A, Buchkremer G (1997) Rauchanamnese zur Prädiktion des Abstinenzerfolges bei Rauchern. Sucht, 43, 4-10

  • Schupp PE, Batra A, Buchkremer G (1998) Depressive Symptome und Raucherentwöhnung - Ein Vergleich von gruppentherapeutischer und selbst­hilfe­orientierter Behandlung. Verhaltenstherapie und Verhaltensmodifikation, 19:391-402.

  • Batra A, Schupp PE, Buchkremer G (1999) Tabakentwöhnung bei schwangeren Frauen oder Raucherinnen mit gesundheitlichen Risikofaktoren. SUCHT 45:339-345

  • Batra A (2000) Tabakabhängigkeit und Raucherentwöhnung bei psychiatrischen Patienten. Fortschr Neurol Psychiatr, 68:80-92

  • Batra A, Gelfort G, Bartels M, Smoltczyk H, Buchkremer G, Ries O, Schöls L. (2000) The dopamine D2 receptor (DRD2) gene - a genetic risk factor in heavy smoking? Addiction Biology, 5:431-438

  • Batra A, Buchkremer G (2000) Die Dauer der Nikotinersatztherapie - ein Prädiktor für die langfristige Abstinenz. SUCHT 6:414-423

  • Batra A, Buchkremer G (2001) Beziehungen von Alkoholismus, Drogen- und Tabakkonsum. Dt Ärztebl. 98:A2590-2593

  • Raw M, P Anderson, A Batra, G Dubois, P Harrington, A Hirsch, J Le Houezec, A McNeill, D Milner, M Poetschke Langer, W Zatonski, Recommendations panel. (2002) WHO Europe evidence based recommendations on the treatment of tobacco dependence. Tobacco Control 11:44-46

  • Batra A (2002) Tabakabhängigkeit - evidenzbasierte Strategien der Behandlung. Zeitschrift für ärztliche Fortbildung und Qualitätssicherung. 96:281-286

Fachliteratur

  • Anil Batra. (2006). Nikotinentwöhnungsmittel. In: P. Riederer, G. Laux & W. Poldinger (Hrsg.). Neuro-Psychopharmaka, Band 6: Notfalltherapie, Antiepileptika, Beta-Rezeptorenblocker und sonstige Psychopharmaka. Wien: Springer Verlag, 2., neubearbeitete Auflage.

  • Knut-Olaf Haustein & David Groneberg. (2008). Tabakabhängigkeit: Gesundheitliche Schäden durch das Rauchen. Berlin: Springer Verlag, 2. neubearbeitete und erweiterte Auflage.ISBN: 978-3-540-73308-9

  • Christoph B. Kröger & Bettina Lohmann. (2007). Tabakkonsum und Tabakabhängigkeit. Göttingen: Hogrefe Verlag.ISBN: 978-3-8017-1828-2

  • Anil Batra (Hrsg.). (2005). Tabakabhängigkeit. Wissenschaftliche Grundlagen und Behandlung. Stuttgart: Kohlhammer Verlag.ISBN: 3-17-018617-5

  • Anil Batra & Gerhard Buchkremer (Hrsg.). (2004). Tabakentwöhnung. Ein Leitfaden für Therapeuten. Stuttgart: Kohlhammer Verlag.ISBN: 3-17-017614-5

  • Andreas Heinz & Anil Batra. (2003). Neurobiologie der Alkohol- und Nikotinabhängigkeit. Stuttgart: Kohlhammer Verlag.ISBN: 3-17-017250-6

  • Tabakabhängigkeit (Suchtmedizinische Reihe, Band 2). (2003). Herausgegeben vom Wissenschaftlichen Kuratoriumder Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) e.V. Anil Batra. (2000).

  • Tabakabhängigkeit. Biologische und psychosoziale Entstehungsbedingungen und Therapiemöglichkeiten. Darmstadt: Steinkopff.ISBN: 3-7985-1212-4

  • T. Poehlke, I. Flenker, M. Reker, T. Reker, G. Kremer , A. Batra (Hrsg.). Suchtmedizinische Versorgung: Alkohol - Tabak - Medikamente. Berlin: Springer, 2000.ISBN: 3-540-67289-3

  • Wolfgang Schivelbusch. Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft - Eine Geschichte der Genussmittel. Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag, 1990

Selbsthilfe

  • Anil Batra & Gerhard Buchkremer. (2008). Nichtrauchen! Erfolgreich aussteigen in sechs Schritten. Stuttgart: Kohlhammer Verlag, 2. aktualisierte und erweiterte Auflage.ISBN: 978-3-17-020549-9

  • Peter Lindinger. (2004). Nichtrauchen und trotzdem schlank. Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag, 4. Auflage.ISBN: 3-596-14631-3

  • Peter Lindinger. (2004). Lust und Last des Rauchens. Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag.ISBN: 3-596-16240-8

Raucherentwöhnungsmethoden in Arztpraxen

Die Durchführung von Raucherentwöhnungsgruppen erleichtert die Motivation zur Abstinenz von Patienten mit tabakbedingten Gesundheitsschäden. Ziel unserer ersten Studie war aus diesem Grund die Einführung von Raucherentwöhnungsprogrammen in allgemeinmedizinischen und internistischen Arztpraxen.

Die Durchführung von Raucherentwöhnungsgruppen erleichtert die Motivation zur Abstinenz von Patienten mit tabakbedingten Gesundheitsschäden. Ziel unserer ersten Studie war aus diesem Grund die Einführung von Raucherentwöhnungsprogrammen in allgemeinmedizinischen und internistischen Arztpraxen.

Da die Durchführung von Gruppen zur Raucherentwöhnung personal- und zeitintensiv und damit mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist, wurde als Alternative zur verhaltenstherapeutischen Gruppentherapie ein Selbsthilfemanual, auch als "Bibliotherapie" bezeichnet, eingesetzt. Selbsthilfemanuale erreichen eine große Zahl von entwöhnungswilligen Rauchern und sind aufgrund ihrer einfachen Handhabung ohne größeren Aufwand in den ärztlichen Praxisbetrieb einzubeziehen.

Eine Aufgabe des ersten Projektes waren deshalb Entwicklung und Einsatz eines Selbsthilfemanuals, um die Effizienz eines solchen Manuals im Vergleich mit der herkömmlichen verhaltenstherapeutischen Gruppentherapie zu überprüfen.

Zuletzt untersuchten wir auch die Bedeutung der langfristigen Nikotinpflastergabe in der kritischen Rückfallperiode (ein halbes Jahr nach Abschluss der Entwöhnungsbehandlung). Offen war, ob dadurch ein entscheidender Schutz vor einem Rückfall zu erreichen war.

Entscheidend für die Bewertung des Erfolgs einer Therapiemethode im Bereich der Raucherentwöhnung sind die langfristigen Abstinenzraten. Es zeigte sich, dass beide Verfahren hinsichtlich ihrer Erfolgsaussichten vergleichbar sind.

Erfolgsaussichten in Abhängigkeit von Therapiebedingung (Gruppentherapie und Bibliotherapie) nach Therapieende (T0), nach einem Monat (T1), nach 6 Monaten (T6) und nach einem Jahr.

In unserer Studie lagen die Abstinenzraten für die verhaltenstherapeutische Gruppentherapie ein Jahr nach Ende der Behandlung bei 22%, für die Bibliotherapie bei 19%, was angesichts der starken durchschnittlichen Abhängigkeit der Teilnehmer als gutes Ergebnis zu werten ist; die Erfolgsquote der Bibliotherapie liegen sogar im oberen Bereich der zu erwartenden Ergebnisse.

Bei Befragungen der Teilnehmer erwies sich die Gruppensitzung, das Führen einer Strichliste zur Beobachtung des Zigarettenkonsums sowie die schrittweise Reduktion des Zigarettenkonsums als positiv.

Darüber hinaus weisen die Ergebnisse daraufhin, dass eine schrittweise Reduktion des Zigarettenkonsums als Erleichterung des Entwöhnungsprozesses empfunden wird und damit eine wichtige Alternative zum sofortigen Rauchstopp darstellt.

Die Analyse von Rückfallverlauf und Ursachen ergab, dass die kritische Phase für Rückfälle bei einem bzw. drei Monate nach Behandlungsende liegt. Nach dieser Zeit wird nur noch ein geringer Prozentsatz der Teilnehmer rückfällig. Als bedeutsamster Grund für einen Rückfall wurden Stresssituationen und seelische Anspannung genannt.

Die Mehrheit der Teilnehmer bewertete das Nikotinpflaster als hilfreich für den Entwöhnungsprozess und wendete es regelmäßig an. Die Bedeutsamkeit des Nikotinpflasters zeigt sich vor allem darin, dass der Behandlungserfolg um so größer ist, je länger das Pflaster angewendet wurde.

Der Behandlungserfolg wurde außerdem von der Anfangsmotivation sowie dem Grad der Nikotinabhängigkeit bestimmt.

Besondere Risikogruppen erfahren durch das Rauchen eine zusätzliche Gefährdung. Dazu zählen beispielsweise Patienten mit Gefäßleiden, Raucher mit besonders stark ausgeprägter körperlicher Abhängigkeit, Schwangere oder Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch. Die Erfolge von Raucherentwöhnungsbehandlungen sind in diesen Gruppen besonders wichtig.

Die gängigen Raucherentwöhnungsbehandlungen richten sich jedoch allgemein an Raucher, ohne spezifische Risikofaktoren im einzelnen zu würdigen.

Aus diesem Grunde arbeiten wir daran, bestehende Raucherentwöhnungstherapien an die Belange dieser Gruppen anzupassen, um die Erfolgsquoten zu erhöhen.

Schwangeren gelingt es nach epidemiologischen Untersuchungen nur zu etwa 50%, das Rauchen während der Schwangerschaft aufzugeben, während jeweils 25% den Zigarettenkonsum reduzieren bzw. unverändert weiterrauchen. Schwangeren, wie auch Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch, bei Einnahme der Pille oder aufgrund anderer gynäkologischer Erkrankungen ist dringend anzuraten, das Rauchen aufzugeben.

Erfolgsaussichten nach einem Jahr in Abhängigkeit von Therapie- und Risikobedingung. Frauen mit Risikofaktor profitieren am meisten von der Einzeltherapie, gesunde Raucherinnen profitieren gleichermaßen von Einzel- und Gruppentherapie. In den Kontrollgruppen wurde mit den Studienteilnehmerinnen jeweils ein Informationsgespräch geführt.

Aus diesem Grunde wurden in einer weiteren, abgeschlossenen Studie Behandlungsprogramme für Frauen, die einer der genannten Risikogruppen angehören, entwickelt und auf ihre Wirksamkeit hin untersucht. Die übliche Standardbehandlung wird dabei um zusätzliche Informationen, Motivationshilfen, der stärkeren Berücksichtigung sozialer Unterstützungen, Informationen zur Ernährung und zum sportlichen Ausgleich, sowie Komponenten zur Stabilisierung der Abstinenz bereichert. Im Rahmen dieser Studie wurde bewusst auf die Kombination der verhaltenstherapeutischen Entwöhnungsmethode mit der Nikotinsubstitution verzichtet.

Insgesamt nahmen 257 Frauen an der Studie teil. Die Ergebnisse zeigen, dass die Erfolgsaussichten einer Raucherentwöhnungstherapie durch eine "modifizierte Behandlung" signifikant verbessert werden können. Frauen mit Risikofaktoren profitieren vor allem von einer Einzelbehandlung (langfristige Erfolgsaussicht: 40%), Frauen ohne Risikofaktoren profitieren dagegen sowohl von einer gruppen- als auch einer Einzelbehandlung (langfristige Abstinenzwahrscheinlichkeit: 34%).

Referenz: Batra, A., Schupp, P.E., & Buchkremer, G. (1999). Tabakentwöhnung bei schwangeren Frauen oder Raucherinnen mit gesundheitlichen Risikofaktoren. Sucht, 45, 339-345.

Stark abhängige Raucher profitieren kaum von den bisherigen Möglichkeiten der Raucherentwöhnung und gelten als eine stark gesundheitlich gefährdete Risikogruppe unter den Rauchern. Damit liegt nahe - im Zuge der Bemühungen um risikogruppenspezifische Therapien - bereits eingeführte Behandlungsprogramme durch eine stärkere Gewichtung der Nikotinsubstitution zur Behandlung der Nikotinabhängigkeit zu optimieren.

Stark abhängige Raucher erhielten in dieser Studie im Rahmen einer sechswöchigen verhaltenstherapeutischen Behandlung eine Nikotinpflasterbehandlung und sollten darüber hinaus, in Abhängigkeit vom subjektiv empfundenen Bedarf, zusätzlich Nikotinnasenspray verwenden. 60 Raucher nahmen an der Studie teil. Nach einem halben Jahr waren noch 48% der Teilnehmer, nach einem Jahr 31% abstinent. Damit konnte gezeigt werden, dass die stärkere Berücksichtung der Nikotinabhängigkeit zu deutlich höheren mittelfristigen, aber auch langfristigen Abstinenzquoten führen kann.

Kurz-, mittel- und langfristige Erfolgsaussichten von starken Rauchern in Abhängigkeit von der Therapiebedingung. Eine Gruppe (44 Personen) wurde mit Pflaster, die andere Gruppe (60 Personen) wurde mit Pflaster + Nikotin Nasal-Spray) behandelt. Starke Raucher profitieren besonders von der Behandlung mit Nikotinpflaster + Nikotin Nasal-Spay.

Referenzen:

Batra, A., Schupp, P.E., & Buchkremer, G. (1998). Die Behandlung von schwerabhängigen Rauchern mit Nikotinpflaster und Nikotinnasenspray. In: K.O. Haustein (Hrsg.) Rauchen und Nikotin - Aktuelle Beiträge zur Raucherentwöhnung. Nürnberg: Perfusion. S. 59-68.

Batra, A., Schupp, P.E., & Buchkremer, G. (1999). Combined use of nicotine replacement products in highly dependent smokers - effectiveness of nasal spray and patch. Nicotine and Tobacco Research, 1, 188 -189.

Im Vergleich mit der Allgemeinbevölkerung ist das Risiko Raucher zu werden bei psychiatrischen Patienten deutlich erhöht. An der Psychiatrischen Universitätsklinik Tübingen wurden 368 Patienten mit schizophrenen, depressiven und substanzinduzierten (Alkoholismus und Drogenabhängigkeit) Störungen hinsichtlich ihres Rauchverhaltens untersucht.

Von den 368 untersuchten Patenten bezeichneten sich 56,3% als Raucher, 8,2% als Exraucher und 35,5% als Nichtraucher.

Im Vergleich mit der Allgemeinbevölkerung gab es bei den drogenabhängigen (90,5%) und den alkoholabhängigen (75,3%) Patienten die meisten Raucher. In der Gruppe der Patienten mit schizophrenen Störungen waren 63,5% und Patienten mit depressiven Störungen 32,4% Raucher.

Die ausgeprägteste Nikotinabhängigkeit zeigten Drogenabhängige (5,8 Punkte im Fagerström Test), gefolgt von Alkoholkranken sowie Patienten mit schizophrenen oder depressiven Erkrankungen (4,7 - 4,9 Punkte im Fagerström Test). Der FTND- Wert der Allgemeinbevölkerung wird auf 3,6 geschätzt.

Bupropion

Im Juli 2000 wurde das Entwöhnungsmittel Bupropion (Zybanâ) in Deutschland zugelassen. Die vermutete Wirkung der Substanz basiert auf einer Regulation von Botenstoffen im Gehirn, die zu einer bedeutenden Reduktion des Rauchverlangens führen kann.

Aus den USA und England, wo dieses Medikament seit 1997 für die Raucherentwöhnung zugelassen ist, liegen bereits Studien zur Wirksamkeit des Medikaments im Vergleich mit anderen Therapieformen vor.

1999-2000 nahm der Arbeitskreis Raucherentwöhnung der Universitätsklinik Tübingen an einer europaweiten Studie zur Wirksamkeit von Bupropion teil.

Im Rahmen dieser Doppelblindstudie wurden die Studienteilnehmer ausschließlich aus dem medizinischen Personal (Ärzte, Krankenpfleger) rekrutiert. Diese erhielten während einer Behandlungsphase von sieben Wochen entweder das Medikament Bupropion oder ein Placebo. Die Abstinenzraten der Studienteilnehmer wurden nach Behandlungsende und nach einem Jahr erfasst.

"Harm reduction" - Rauchreduktion als Behandlungsstrategie

Die nur mäßigen Abstinenzerfolge der Raucherentwöhnungsbehandlung in den letzten Jahren sowie die nur eingeschränkte Wirkung von Präventionsmaßnahmen, führte zur Suche nach alternativen Konzepten bei der Bekämpfung des Problems. Im Hinblick auf die Verringerung von Gesundheitsschäden, die mit dem Rauchen verbunden sind, wird nach Möglichkeiten für eine erfolgreiche Rauchreduzierung gesucht.

Im Rahmen zweier weiterer klinischer Studien sollte die Wirksamkeit von Nikotinkaugummi zum Zwecke der Rauchreduzierung und der Beförderung einer Raucherentwöhnung untersucht werden sowie die Verträglichkeit der Verwendung von Nikotinkaugummi bei fortgesetztem Zigarettenkonsum. 214 Teilnehmer wurden in die Studie eingeschlossen und nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Behandlungsgruppen zugeordnet (kurzfristige vs. langfristige Rauchreduzierungsstrategie). In der Gruppe der kurzzeitigen Rauchreduzierung sollte die Reduzierung des Rauchkonsums durch Verwendung des Kaugummis über 4 Wochen hinweg erfolgen, und dann ein Rauchstopp versucht werden. In der Behandlungsgruppe der langfristigen Rauchreduzierung konnten die Studienteilnehmer den Zigarettenkonsum unter Zuhilfenahme des Kaugummis, über einen Zeitraum von 6-9 Monaten reduzieren, und dann auch einen Rauchstopp versuchen. Begleitend zur Rauchreduzierung erhielten die Studienteilnehmer entweder Nikotinkaugummi oder Kaugummi ohne wirksamen Inhaltsstoff (Placebo). Eine erfolgreiche Rauchreduktion wurde definiert als eine Abnahme des täglichen Zigarettenkonsums von 50% gemessen am täglichen Zigarettenkonsum bei Studienbeginn (Baseline). In beiden Untersuchungen erwies sich der Nikotin-Kaugummi zur Rauchreduktion als dem Placebo überlegen. Die Abstinenzraten nach einem Jahr waren niedrig, doch etwas höher in den Gruppen, die Nikotinersatz verwendeten. Die gleichzeitige Verwendung von Nikotin-Kaugummi und Fortsetzung des Zigarettenrauchens erwies sich als gut verträglich.

Referenz: Batra, A., Klingler, K., Landfeldt, B., Friederich, H.M., Westin, A., & Danielsson, T. (2005). Smoking reduction treatment with 4-mg nicotine gum: a double-blind, randomized, placebo-controlled study. Clinical Pharmacology and Therapeutics, 78(6), 689-96.

Mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wurde im Zeitraum 2002-2004 eine wissenschaftliche Studie zu den biologischen und psychologischen Grundlagen der Tabakabhängigkeit durchgeführt. Alle behandelten Raucherinnen und Raucher durchliefen ein sechswöchiges, verhaltenstherapeutisch orientiertes Standardprogramm zur Raucherentwöhnung. Das Standardprogramm zur Raucherentwöhnung sah auch die Empfehlung für eine begleitende medikamentöse Unterstützung der Tabakentwöhnung vor. Es wurde den Studienteilnehmern jedoch freigestellt, dieser Empfehlung Folge zu leisten.

Es wurde vermutet, dass sich unter jenen entwöhnungswilligen Raucherinnen und Rauchern bestimmte 'Rauchertypen' unterscheiden lassen. Auf der Grundlage einer breit angelegten Erfassung psychologischer Variablen konnten vier Raucherprofile identifiziert werden: subklinisch 'depressive', 'hyperaktive' und 'stark abhängige' Raucher sowie eine Gruppe von Rauchern mit 'unauffälligem' Profil.

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass diejenigen Raucherinnen und Raucher, die erhöhte Werte auf Skalen, die verschiedene psychologische Variablen oder die körperliche Nikotinabhängigkeit erfassten, aufwiesen und damit einem der 'auffälligen' Raucherprofile zuzuordnen waren, ein Jahr nach Behandlungsende eine erhöhte Wahrscheinlichkeit hatten, zu rauchen als diejenigen Raucherinnen und Raucher mit 'unauffälligem Raucherprofil'. Diejenigen Raucherinnnen und Raucher, die einem der 'auffälligen' Raucherprofile zugeordnet werden konnten, hatten schlechtere Chancen, abstinent zu werden und zu bleiben. Die entsprechenden Raucherprofile 'depressiv', 'hyperaktiv', 'stark abhängig' konnten als 'Risikoprofile' bezeichnet und zusammengefasst werden. Die Vermutung lag nahe, dass Raucher mit 'Risikoprofil' von einer auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Raucherentwöhnungsbehandlung mehr profitieren würden. Diese Annahme sollte in der nachfolgenden Untersuchung überprüft werden.

Publikationen:

Batra, A., Collins, S.E., Torchalla, I., Schröter, M., & Buchkremer, G. (2008). Multidimensional smoker profiles and their prediction of smoking following a pharmacobehavioral intervention. Journal of Substance Abuse Treatment, 35 (1), 41-52.

Collins, S.E., Torchalla, I., Schröter, M., Buchkremer, G., & Batra, A. (2008). Development and validation of a cluster-based classification system to facilitate treatment tailoring. International Journal of Methods in Psychiatric Research, 17, Suppl.1, 65-69.

Es wurde eine weitere Interventionsstudie konzipiert, in der die Ergebnisse der vorangegangengen Untersuchung daraufhin überprüft werden sollten, ob sie sich replizieren lassen und in der darüber hinaus modifizierte - d.h. an die Bedürfnisse der verschiedenen Rauchertypen angepasste - Behandlungsstrategien (modT) entwickelt werden und daraufhin getestet werden sollten, ob Raucher mit 'Risikoprofil' von ihnen mehr profitieren als von einer Behandlung mit der Standardtherapie (ST).

Es wurden insgesamt 268 Raucherinnen und Raucher in diese Studie eingeschlossen.

Die Ergebnisse zeigten zum einen, dass die in der Vorgängerstudie identifizierten Raucherprofile sich an dieser neuen Stichprobe von Raucherinnen und Rauchern replizieren ließen. Sie zeigten weiterhin gute Abstinenzraten sowohl für Raucherinnen und Raucher mit 'unauffälligem Profil', die eine Standardtherapie erhielten, als auch für Raucherinen und Raucher, die einem der drei 'Risikoprofile' zuzuordnen waren. Diese erzielten in dieser Studie ähnlich gute Behandlungsergebnisse wie Raucherinnen und Raucher mit 'unauffälligem Profil', und zwar unabhängig davon, ob sie per Zufallswahl der Standardbehandlung oder der modifizierten, auf ihr jeweiligen Raucherprofil zugeschnittenen, Behandlungsform zugewiesen worden waren.

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