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Adresse: Calwerstraße 14
72076 Tübingen


Personenprofil: 07071 29-82311


Faxnummer: 07071 29-4141


Neurophysiologie und Interventionelle Neuropsychiatrie

Die Arbeit unserer Gruppe konzentriert sich auf die physiologischen und pathophysiologischen Grundlagen adaptiver und maladaptiver Neuroplasitzität. Entsprechende Untersuchungen werden an Gesunden und Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen durchgeführt.

Der Bereich umfasst sowohl klinische Versorgung als auch grundlagenwissenschaftliche und patientennahe Forschung sowie Lehraufgaben.

Die wissenschaftlichen Schwerpunkte beziehen sich auf die grundlegenden und anwendungsbezogenen Möglichkeiten durch die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) bei psychiatrischen Erkrankungen. Im Rahmen der klinischen Routine werden die EEG-Diagnostik und die Elektrokrampftherapie (EKT) durchgeführt und wissenschaftlich evaluiert.

                                         

Kontakt

07071 29-86074


Leitung:


frontend.sr-only_#{element.contextual_1.children.icon}: Prof. Dr. med. Christian Plewnia


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Sekretariat:
Helga Lennig

07071 29-86119


Klinik

Klinik

Das EEG stellt ein wichtiges neurophysiologisches Verfahren psychiatrischer Diagnostik dar und dient darüber hinaus der Überwachung des Behandlungsverlaufs spezieller medikamentöser Therapieverfahren. In unserer Klinik werden EEG-Ableitungen im klinischen EEG-Labor mit 2 Ableiteplätzen bei allen statonär beahndelten Patienten im Rahmen der Aufnahmeuntersuchung und bei bestehender Indikation auch im Verlauf durchgeführt.

Die EKT ist ein wissenschaftlich begründetes Verfahren, welches für bestimmte psychiatrische Erkrankungen die bestmögliche Behandlung darstellt und im Verhältnis zum angestrebten Therapieerfolg mit einem geringen Risiko verbunden ist. Sie wird in unserer Klinik vornehmlich zur Behandlung therapieresistenter schwerer Depression und Katatonie eingesetzt. Die Indikationsstellung und Behandlung erfolgt unter Berücksichtigung der Leitlinien und der internen Verfahrensanweisung.

Stellungnahme der Ärztekammer zur EKT

Mit der TMS steht eine neue Methode zur Verfügung, fokale zerebrale Aktivität zu messen und nicht-invasiv gezielt und kontrolliert zu modulieren. Damit stellt diese Technik ein wichtiges Forschungsinstrument der biologischen Psychiatrie dar und bietet darüber hinaus neue Therapieoptionen für unterschiedliche psychiatrische und neurologische Störungen. 

Im Bereich psychiatrischer Erkrankungen wird derzeit insbesondere die Anwendung zur Behandlung der Depression, Symptomen der Schizophrenie und des chronischen Tinnitus in kontrollierten klinischen Studien untersucht.

Die auch als "Hirnschrittmacher" bekannte Tiefe Hirnstimulation (THS) stellt eine neue, effektive und gut verträgliche Therapiemöglichkeit von anderweitig unzureichend behandelbaren neurologischen Bewegungsstörungen dar. Über einen chirurgisch implantierten Stimulator, ähnlich einem Herzschrittmacher, werden kontinuierlich elektische Impulse über ein Kabel in bestimmte Regionen des Gehirns abgegeben. Diese Stimulation beeinflusst die Hirnaktivität, die für die behindernden Krankheitssymptome verantwortlich ist. In den letzten Jahren ist die THS auch bei psychiatrischen Erkrankungen erfolgreich angewendet worden und wird hier in Zusammenarbeit Neurochirurgischen und der Neurologischen Universitätsklinik im Rahmen klinischer Studien des 'Tübingen BrainStimNet' eingesetzt. Darüber hinaus ist die Klilnik für Psychiatrie und Psychotherapie im Rahmen des 'Tübingen BrainStimNet' an der Behandlung aller Patienten mit THS beteiligt. 

Mehr zum BrainStimNet

Zentrum für Hirnstimulation

Das Zentrum für Hirnstimulation (ZfH) der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie bietet gezielte Therapie mit innovativen Verfahren der Hirnstimulation.

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Forschung

Forschung

Eine zentrale Eigenschaft des menschlichen Gehirns ist seine Fähigkeit sich an Veränderungen der Umwelt, des Körpers und seiner Selbst anzupassen (Neuroplastizität). Die zugrundeliegenden neurophysiologischen Mechanismen sind noch weitgehend unbekannt. Adaptive Neuroplastizität unterstützt die Erholung von Schäden der Struktur oder Funktion des Gehirns. 'Maladaptive' Neuroplastizität kann jedoch auch einer Vielzahl von psychiatrischen und neurologischen Störungen zugrunde liegen.

Die Arbeit unserer Gruppe konzentriert sich auf die physiologischen und pathophysiologischen Grundlagen adaptiver und maladaptiver Neuroplasitzität. Entsprechende Untersuchungen werden an Gesunden und für Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen durchgeführt. Elektrophysiologische Methoden, invasive und nicht-invasive Hirnstimulationsverfahren und bildgebende Techniken werden zur Erforschung und experimentellen therapeutischen Modulation von Hirnfunktionen verwendet.

Als exekutive Funktionen wird die Gruppe kognitiver Fertigkeiten bezeichnet, die für die Planung und Kontrolle komplexen zielgerichteten Verhaltens verantwortlich ist. Mehr oder weniger spezifische Störungen in diesem Bereich finden sich bei den meisten psychischen Erkrankungen. Diese Beeinträchtigungen sind in vielen Fällen ein wesentlicher Bestandteil der Krankheitssymptomatik und sind häufig mit Störungen lokaler Hirnaktivität assoziiert. Eine Verbesserung exekutiven Funktionsdefizite kann zur Behandlung der spezifischen Krankheitsbilder beitragen. Mit nicht-invasiven Hirnstimulationsverfahren wie der transkraniellen Magnet- und der transkraniellen Gleichstromstimulation kann regionale kortikale Aktivität moduliert werden. Dementsprechend untersuchen wir die Effekte fokaler Modulation physiologischer und pathologischer Hirnaktivität auf exekutive Funktionen bei Gesunden und Patienten mit psychischen Erkrankungen. Diese Untersuchungen sollen unser Verständnis normaler und gestörter exekutiver Funktionen erweitern und damit zur Entwicklung von Verfahren zur Unterstützung kognitiv-behavioraler Therapie beitragen.


Die Wirksamkeit transkranieller Hirnstimulationsverfahren (TMS und tDCS)  in der Behandlung ansonsten therapieresistenter auditorischer Halluzinationen ('Stimmenhören') wird von unserer Arbeitsgruppe intensiv untersucht. 

Die antidepressive Wirksamkeit der TMS wird schon seit mehreren Jahren intensiv erforscht. Wir beteiligen uns an der Entwicklung und Erforschung neuer Stimulationsverfahren die zur Behandlung der Depression hilfreich sein können.

Erfolgreiche Informationsverarbeitung im zentralen Nervensystem beruht auf effektiver Kooperation verschiedener kortikaler und subkortikaler Areale. Ein Korrelat dieser interregionalen Kooperation stellt die Kohärenz oszillatorischer Aktivität von Hirnarealen dar, die für einen bestimmten Zeitraum ein funktionelles neuronales Netzwerk bilden. Sowohl die Assoziation zwischen kohärenter interregionaler Aktivität mit multimodaler Integration, als auch der positive Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der Kohärenz und dem Erfolg der multimodalen Zusammenarbeit konnte nachgewiesen werden. Die gezielte Steigerung kohärenter Aktivität könnte demnach zur Verbesserung der Leistungen führen, die auf einer effektiven Zusammenarbeit der beteiligten Areale beruhen. Ein gut etabliertes Verfahren zur nichtinvasiven Stimulation kortikaler Neurone ist die transkranielle Magnetstimulation (TMS). Mit repetitiver TMS lassen sich die Stimulation überdauernde, nicht allein auf das stimulierte Areal begrenzte und funktionell relevante Effekte erzielen.

Die tiefe Hirnstimulation ist ein zur Behandlung des Morbus Parkinson effektives und zugelassenes Verfahren. Wir widmen uns den psychiatrischen Aspekten dieser Behandlung und prüfen Anwendungsmöglichkeiten bei psychiatrischen Erkrankungen.

Als entscheidende Faktoren der Pathogenese des Tinnitus gelten u.a. maladaptive zerebrale Reorganisationsprozesse. Fokale Überaktivität in kortikalen Arealen des auditorischen Systems und der multimodalen Informationsverarbeitung stellen dabei vermutlich die gemeinsame Endstrecke verschiedener pathophysiologischer Mechanismen dar. Mittels repetitiver transkranieller Magnetstimulation (rTMS) konnte wir erstmals zeigen, dass temporoparietale Kortexareale einen funktionell relevanten Teil des den Tinnitus konstituierenden neuronalen Netzwerkes bilden können. In folgenden Untersuchungen konnte durch funktionelle Bildgebung und individuell navigierte rTMS nachgewiesen werden, dass auch eine die kortikale Aktivität vorübergehend reduzierende, niederfrequente rTMS (1 Hz) die Wahrnehmung des Tinnitus zeitlich begrenzt unterdrücken kann . Eine therapeutische Wirksamkeit im Sinne einer klinisch relevanten Besserung der Tinnitusbelastung durch rTMS konnte jedoch in einer größeren randomisierten klinischen Studie nicht nachgewiesen werden.

Lehre

Lehre

Das Lehrangebot umfasst Wahlpflichtkurse, Doktorandenkolloquien und Veranstaltungen im Rahmen der Facharztweiterbildung.

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