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Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs im Konsortium der Deutschen Krebshilfe

Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs im Konsortium der Deutschen Krebshilfe

Die Universitäts-Frauenklinik in Verbund mit dem Institut für medizinische Genetik und angewandte Genomik der Universität Tübingen ist Mitglied des deutschen Konsortiums für familiären Brust- und Eierstockkrebs. Interessierte Ratsuchende, Patientinnen und deren Familienangehörige können somit eine interdisziplinäre Beratung wahrnehmen, die sich an den Empfehlungen der Deutschen Krebshilfe orientiert.

Etwa jede achte Frau erkrankt zeitlebens an Brustkrebs und ca. eine Frau von 1000 an Eierstockkrebs. Bei einem kleinen Prozentteil (< 10%) liegt eine erbliche (genetische) Tumorneigung vor. An eine erbliche Tumorneigung wird gedacht, wenn mehrere Familienmitglieder von Brust- und/oder Eierstockkrebs betroffen sind, ein besonders junges Erkrankungsalter vorliegt oder Frauen beidseitig erkranken. Ebenfalls kann eine zusätzliche männliche Brustkrebserkrankung in der Familie richtungsweisend sein.

Prof. Dr. Andreas Hartkopf

Leitung konservative und translationale Gynökoonkologie
(Koordinator des Bereichs Familiärer Brust- und Eierstockskrebs am Department für Frauengesundheit Tübingen)

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Dr. Kristin Bosse

Fachärztin

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Priv. Doz. Dr. Ines Gruber

Oberärztin

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Sprechstunden

Intensivierte Früherkennung und Nachsorge sowie klinische Beratung zu Präventionsmaßnahmen

07071 29-82224

Mittwoch bis Freitag

Brustzentrum der Universitätsfrauenklinik


Humangenetische Beratung zur primären Risikoeinschätzung
und molekulargenetischen Abklärung

07071 29-76408

Montag bis Freitag

Anmeldung im Sekretariat für Medizinische Genetik

Warum Sie in unser Zentrum kommen sollten

Der Standort Tübingen ist eines von 15 anerkannten spezialisierten Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs in Deutschland und wird gefördert von der Deutschen Krebshilfe.

Im zertifizierten Brustzentrum wird Diagnostik und Therapie auf höchstem Niveau angeboten. Im Jahr 2002 wurde es unter dem Dach des CCC Tübingen gegründet, im selben Jahr von der Deutschen Gesellschaft für Senologie e.V. und der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. zertifiziert und im Jahr 2009 rezertifiziert. Der Qualitätsanspruch wird in jährlichen Audits durch OnkoZert überprüft, zuletzt im September 2012. Mit ca. 12 000 Patientinkontakten gehört es zu einer der größten und modernsten Brustzentren Europas.


Wir bieten eine schnelle Evaluation ihres persönlichen Risikos mit sofortiger Anbindung an die Diagnostik und Therapiemöglichkeiten.

Zugang zu modernsten molekulargenetischen Diagnostikmöglichkeiten, u.a. sog. Diagnostik-Panels, welche eine gleichzeitige Untersuchung von sämtlichen in Betracht kommenden Genen (>50) ermöglichen. Die komplette genetische Analyse der Standard-Gene BRCA1 und BRCA2 wird i.d.R. spätestens 3 Monate nach Erhalt der Blutprobe abgeschlossen. In eiligen Fällen kann eine Diagnostik auch innerhalb von 2 Wochen abgeschlossen werden („fast track“).

Pro Jahr finden im Institut für Medizinische Genetik und angewandte Genomik mehr als 450 Beratungen bei familiärer Krebshäufung, überwiegend fam. Brust- und Eierstockkrebs, statt. Seit 2009 wurden mehr als 400 Indexpatientinnen bei einer Konstellation mit relevantem BRCA-Mutationsrisiko untersucht.

Mit schneller Umsetzung von Studien- und Forschungsergebnissen in die klinische Praxis

Unser Leistungsangebot

Informationen rund um unsere Beratung, psychologische Betreuung, umfassende genetische Testung, modernste Technik der Brustdiagnostik und operatives Leistungsspektrum im Bereich familiärer Brust- und Eierstockkrebs.

Interdisziplinäre ausführliche Beratung mit enger Zusammenarbeit zwischen Gynäkologie, Humangenetik und Psychosomatik. Damit ist eine direkte Verzahnung der Beratung, Diagnostik, Früherkennung und Therapie gewährleistet.

Jede genetische Beratung berücksichtigt die individuelle Situation der Ratsuchenden und beinhaltet eine ausführliche Familienanamnese mit einem kompletten Stammbaum über 3 Generationen, eine Beurteilung des Risikos für das Vorliegen einer erblichen Belastung für Brust- und Eierstockkrebs in der Familie (mit einem bewährten Risikokalkulations-programm), die Aufklärung über die Bedeutung der Risikogene sowie die Möglichkeiten und individuellen Konsequenzen der molekulargenetischen Diagnostik.

Die Gespräche werden schriftlich zusammengefasst und den Ratsuchenden sowie deren behandelnden Ärzten in für Laien verständlicher Form zugeschickt.

Es besteht die Möglichkeit einer psychologischen Betreuung über den psychoonkologischen Dienst am Südwestdeutschen Tumorzentrum (CCC Tübingen) sowie in der Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie des UKT.

Damit helfen wird Ihnen z.B. bei der Entscheidungsfindung bezüglich der genetischen Testung bei familiären Brust- und Eierstockkrebs, Schwierigkeiten im Umgang mit dem Testergebnis und Verarbeitung der Diagnose und Auseinandersetzung mit der Krankheit.

BRCA Netzwerk e.V Gesprächskreis jeden 2. Donnerstag im Monat 

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Eine umfassende genetische Testung nach adäquater klinischer Indikationsstellung (u.a. BRCA1, BRCA2, RAD51C/D, TP53, PTEN, CHEK2, PALB2, und ggf. PANEL-Testung von mehr als 50 Genen).

Die Ergebnismitteilung der Genanalyse erfolgt durch den beratenden Arzt bzw. das Beratungsteam (aus Humangenetik, Gynäkologie und ggf. Psychoonkologie) und beinhaltet die sich aus dem Genbefund ergebenden klinischen Konsequenzen für die Ratsuchenden und deren Angehörigen.

Dies wird schriftlich dokumentiert und in einem Befundmitteilungsbrief den Ratsuchenden sowie deren behandelnden Ärzten zugeschickt.

Interdisziplinäres Brustzentrum :Risikopatienten stehen im Rahmen des strukturierten Früherkennungsprogramms die modernste Technik der Brustdiagnostik zur Verfügung. Die Kombination aus hochauflösenden Ultraschall nach höchsten Qualitätskriterium (DEGUM III Zentrum), digitaler Mammographie und Kernspintomographie der Brust erhöhen die Effektivität der Brustkrebsfrüherkennung.

Die Universitätsfrauenklinik bietet das gesamte operative Leistungsspektrum zur maximalen Risikominimierung, wie z.B. prophylaktische Mastektomie (Entfernung des Brustdrüsengewebes mit kosmetisch-plastischer Rekonstruktion) oder laparoskopische Ovarektomie (schonende Entfernung der Eierstöcke durch eine Bauchspiegelung)

Kooperationen

Kooperationen

Zentrum für familiären Eierstocks- und Brustkrebs
  • Zentrum für gynäkologische Tumore
  • Radiologie
  • Psychosomatik
  • Humangenetik
  • Brustzentrum    


BRCA-Netzwerk

Informationen rund um das Thema, Erfahrungsberichte, Tipps und Möglichkeiten zum Austausch mit betroffenen Frauen aus Perspektive der Selbsthilfe stehen hier zur Verfügung.

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Aktuelle Online-Umfrage

Entscheidungsfindung bei familiärer Belastung für Brust- und Eierstockkrebs

Frauen mit einem erblich erhöhten Risiko für Brustkrebs stehen aktuell verschiedene Vorsorgemethoden zur Verfügung. Über die 15 spezialisierten Zentren des Konsortiums für Familiären Brust- und Eierstockkrebs wurde in Deutschland ein intensiviertes Früherkennungs- und Nachsorgeprogramm (IFNP) mit jährlichem Brustultraschall, Mammografie und Magnetresonanztomografie (MRT) aufgebaut. Das Programm kann bereits ab dem 25. Lebensjahr durchgeführt werden.
Spätestens seitdem sich im Mai 2013 die Schauspielerin Angelina Jolie als BRCA-Mutationsträgerin geoutet hat, ist die vorbeugende Entfernung der Brust, die so genannte prophylaktische Mastektomie, als weitere Vorsorgeoption bekannt und wird teilweise kontrovers diskutiert.

Im Rahmen einer Befragung sollen die verschiedenen Aspekte betrachtet werden, die in die Entscheidungsfindung mit einfließen könnten. Die Befragung wendet sich an gesunde und bereits erkrankte Frauen, die eine familiäre Belastung für Brust- und Eierstockkrebs haben, einen Gentest durchführen ließen und für sich bereits entschieden haben.
Ziel ist dabei auch herauszufinden, welche Unterstützung für Betroffene notwendig ist und an welcher Stelle die Versorgung möglicherweise verbessert werden kann.

Zur Umfrage

Checkliste zur Erfassung eines Risikos für erblichen Brust- und Eierstockkrebs für zuweisende Ärzte

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

falls Sie unsicher sind, ob die Familie die sie betreuen zu den Risikofamilien gehört, denen eine genetische Beratung und ggf. molekulargenetische Abklärung in einem spezialisierten Zentrum angeboten werden sollte, kann die angehängte Checkliste bei Ihrer Entscheidung eine Hilfe sein.

Mittels dieser Liste lassen sich unter Berücksichtigung aller an Brust- und Eierstockkrebs Erkrankten aus der Familie die Wahrscheinlichkeit für erblichen Brustkrebs erfassen. Sollte sich hierbei ein Score >= 3 ergeben ist eine genetische Beratung sinnvoll und sollte angeboten werden.

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Häufige fragen

Bei den folgenden Familienkonstellationen ist eine genetischer Hintergrund denkbar und eine entsprechende genetische Abklärung sinnvoll:
(Einschlusskriterien (EK) des deutschen Konsortiums für Familiären Brust- und Eierstockkrebs (DK-FBEK) basierend auf der genetischen Analyse von >17.000 Familien; bei Vorliegen eines dieser EK liegt die Wahrscheinlichkeit für den Nachweis einer Mutation bei >=10 %).

Familien mit (je aus einer Familienseite)

  • mindestens drei an Brustkrebs erkrankten Frauen unabhängig vom Alter,
  • mindestens zwei an Brustkrebs erkrankten Frauen, davon eine vor dem 51. LJ,
  • mindestens zwei an Eierstockkrebs erkrankten Frauen,
  • mindestens eine an Brust- und Eierstockkrebs erkrankten Frau,
  • mindestens eine an Brustkrebs und eine an Eierstockkrebs erkrankte Frau,
  • mindestens eine an beidseitigem Brustkrebs erkrankte Frau mit Ersterkrankungsalter vor dem 51. LJ
  • mindestens eine an Brustkrebs vor dem 36. LJ erkrankten Frau,
  • mindestens ein an Brustkrebs erkrankter Mann und mindestens ein/e weitere/r Erkrankte/r an Brust- oder
    Eierstockkrebs in der Familie

Sollten über Brust- und Eierstockkrebs hinaus weitere Tumorarten (z B Magenkrebs, Hirntumor, Darmkrebs) in der Familie aufgetreten sein, ist ggf. über BRCA1/2 hinaus die Analyse von weiteren Risikogenen in Erwägungen zu ziehen.

Sollte im Rahmen der molekulargenetischen Abklärung eine Mutation im BRCA1 oder BRCA2 Gen nachgewiesen werden, so steht den Mutationsträgerinnen ein risiko-adaptiertes, intensiviertes Früherkennungs- und Nachsorgeprogramm nach unten aufgeführtem Schema zur Verfügung, welches von den Krankenkassen getragen wird:

Ärztliche Tastuntersuchung
>=25 Jahre    halbjährlich
Ultraschall
>=25 Jahre    halbjährlich
Mammographie
>=40 Jahre    alle 1-2 Jahre, früher nur nach strenger individueller Indikation
Kernspintomographie
>=25 Jahre    jährlich

Bei unauffälligem bzw. nicht informativen Gentest, oder Nachweis einer Mutation in einem anderen, von BRCA1/2 abweichenden Gen werden die Früherkennungsuntersuchungen in Abhängigkeit des individuellen Erkrankungsrisikos durchgeführt.

Prävention durch operative Maßnahmen
Die prophylaktische Entfernung des Brustdrüsen- bzw. des Eierstockgewebes ist eine deutliche risikoreduzierende Maßnahme. Einer solchen Entscheidung sollte immer eine eingehende interdisziplinäre Beratung mit ausreichend Bedenkzeit vorausgehen, damit die Patientin eine gut informierte, tragfähige und für sie richtige Entscheidung fällen kann.


Die genetische Beratung ist ein ausführliches Gespräch mit speziell ausgebildeten Ärzten und beinhaltet neben der Erhebung der eigenen gesundheitlichen Vorgeschichte (Anamnese) die Erhebung eines ausführlichen Stammbaums über 3 Generationen mit der gesundheitlichen Vorgeschichte der Familienangehörigen bezüglich Brustkrebs und Eierstockrebs. Im Beratungsgespräch wird die Ratsuchende informiert über allgemeine Risiken sowie erhält eine Abschätzung ihres individuellen genetischen Risikos sowie umfassende Informationen über die Erkrankung, „die Risikogene“ und über Möglichkeiten und Grenzen der Diagnostik. Soweit dies für die Klärung der Fragestellung erforderlich und möglich ist und von den Ratsuchenden gewünscht, erfolgt eine Blutentnahme für eine weitergehende genetische Labordiagnostik.

Gelingt bei einer erkrankten Person der Nachweis einer krankheitsverursachenden Veränderung (Mutation), kann damit eindeutig die Diagnose für Brustkrebs oder Eierstockkrebs gestellt werden. Mit dem Nachweis der Mutation wäre es möglich, weitere Familienangehörige (über 18 Jahre) auf das Vorliegen der Mutation zu testen, bevor eine Tumorerkrankung entsteht (präsymptomatische Diagnostik). Nichtanlageträger der Mutation haben kein gegenüber der Allgemeinbevölkerung erhöhtes Tumorrisiko. Sollte bei einer Frau im Rahmen einer präsymptomatischen Diagnostik die Mutation nachgewiesen werden, hat auch sie ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs (70-80%) und für Eierstockkrebs (20-50%). Anlageträgerinnen einer BRCA1/2-Mutation werden spezielle Früherkennungsuntersuchungen und prophylaktische Operationen angeboten, unabhängig davon, ob bereits eine Tumorerkrankung aufgetreten ist oder nicht.

Die Kosten der genetischen Beratung werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen. Für gesetzlich versicherte Patienten wird hierzu ein Überweisungsschein benötigt. Humangenetische Untersuchungen sind nicht budgetierte Leistungen, belasten also nicht das Laborbudget des überweisenden Arztes. Privat versicherte Patienten benötigen keinen Überweisungsschein. Vor der Durchführung einer molekulargenetischen Diagnostik in Bezug auf Brustkrebs und Eierstockkrebs sollte aber die Kostenübernahme durch die private Krankenkasse geklärt werden. Dazu erstellt das Institut für Humangenetik und Angewandte Genomik jederzeit gern einen Kostenvoranschlag.

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