Das Südwestdeutsche Diabetes Zentrum Tübingen SWDZ hat zur Aufgabe, in allen Fachabteilungen des Universitätsklinikums Tübingen eine optimale Diabetesversorgung zu gewährleisten. Hier kooperieren Diabetologie und andere Fachbereiche in ambulanter und stationärer Diabetespatientenversorgung und klinischer Forschung.
Über uns
Ziel des SWDZ ist es, einweisenden Ärzten die Sicherheit zu geben, dass ihre Diabetespatienten in allen Fachabteilungen der Universitätsklinik Tübingen optimal diabetologisch betreut sind. Am Universitätsklinikum Tübingen bestehen mit der Kinderdiabetologie (Abteilung Kinderheilkunde III) und der Erwachsenendiabetologie (Abteilung Innere Medizin IV) zwei Abteilungen, die traditionell eng zusammenarbeiten und beste Bewertungen der Abteilungen im Focus-Ranking aller Diabetesabteilungen Deutschlands erhalten.
Intensivierte Lebensstilintervention bei Prädiabetes
Menschen mit Prädiabetes mit hohem Diabetesrisiko profitieren besonders von einer intensivierten Lebensstilintervention.
Bei Personen mit einer Vorstufe des Diabetes können Lebensstilinterventionen Diabetes oder andere schwerwiegende gesundheitliche Komplikationen hinauszögern oder gar verhindern. Doch gilt hier: eine Therapie für alle?
Es ist uns in den letzten Jahren gelungen, Subtypen bei der Vorstufe von Diabetes mit unterschiedlichem Risiko für spätere Komplikationen zu charakterisieren (siehe Pressemitteilung vom 04.01.2021: Prädiabetes: Subtypen bei Vorstufe des Diabetes entdeckt https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/pressemeldungen/325).
Nun stellt sich die Frage, ob solche Risikogruppen unterschiedlich gut von verschiedenen Arten der Lebensstilinterventionen profitieren. Daher hat die Abteilung IV für Diabetologie, Endokrinologie und Nephrologie der Medizinischen Klinik am Universitätsklinikum Tübingen, des Instituts für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen (IDM) des Helmholtz Zentrums München an der Universität Tübingen und des Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) in einer DZD-weiten Multicenterstudie über 1000 prädiabetische Personen mit hohem und niedrigem Risiko für Diabetes und andere Komplikationen über 12 Monate hinweg mit unterschiedlichen Lebensstilinterventionen behandelt und insgesamt über 3 Jahre hinweg wiederholt untersucht. Hierbei wurde bei den Hochrisikopersonen eine herkömmliche Lebensstilintervention mit einer intensivierten Lebensstilintervention verglichen, die doppelt so viel sportliche Aktivität beinhaltete.
Wie sich herausstellte, profitieren diese Personen mit hohem Risiko von einer intensivierten Lebensstilintervention mit einer stärkeren Blutzuckersenkung, Verbesserung der Insulinsensitivität und Verringerung des Leberfettgehalts. Drei Jahre nach der Lebensstilintervention hatten intensiviert behandelte eine höhere Wahrscheinlichkeit, ihre Glukosetoleranz zu normalisieren. Bei Hochrisikopersonen mit Prädiabetes ermöglicht somit eine intensivierte und optimierte Lebensstilbehandlung eine deutliche Verbesserung der Prognose.
Originalpublikation:
Fritsche et al., 2021. Different effects of lifestyle intervention in high- and low-risk prediabetes. Diabetes 2021 Sep; db210526. https://doi.org/10.2337/db21-0526
Hintergrund
Nach einer Erhebung aus dem Jahr 2016 hat jeder 2. Patient über 18 Jahre im Universitätsklinikum Tübingen eine Diabeteserkrankung oder einen Prädiabetes. Somit werden pro Jahr ca. 15.000 Diabetespatienten am UKT behandelt.
Auch die Neuerkrankungsrate an Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen hat sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt. Die Inzidenz steigt derzeit in Baden-Württemberg mit 3,9 % jährlich. Die Initialbehandlung bei Manifestation hat nachweislich weichenstellende Bedeutung für die Stoffwechsellage der kommenden Jahre.
Ein unzureichend behandelter Diabetes führt zu Folgeerkrankungen und auch zu vermehrten Krankenhauskomplikationen und verlängerter Liegedauer im Krankenhaus. Daher ist eine optimale Diabetesbehandlung gerade bei Diabetespatienten im Krankenhaus von dringlichster Wichtigkeit. Hierzu gehört das Vorhandensein von Diabetes-Spezialstationen, Diabetesambulanzen und Beratung, Konsilwesen sowie klinischer und Grundlagenforschung.
Aktuelles
Kontakt
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Erwachsenendiabetologie: |
07071 29-84485 |
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Kinderdiabetologie: |
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Leitung
Diabetestherapie am Klinikum
Menschen mit Diabetes brauchen eine individuelle und fachgerechte Therapie. Es gibt viele Unterformen des Diabetes (siehe Diabetesklassifikation), die unterschiedlich behandelt werden. Für eine bedarfsgerechte Therapie werden Behandlungsmethoden und Medikamente nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft eingesetzt. Die umfassende Diabetestherapie bezieht eventuell bestehende Begleit- und Folgeerkrankungen mit ein.
Diabetesambulanzen
Patienten mit Typ-1-Diabetes (Kinder und Erwachsene) und Typ-2-Diabetes werden in Spezialambulanzen behandelt, die bei Bedarf auch auf das gesamte Angebot und die Expertise eines Universitätsklinikums zurückgreifen können.
Diabetesstationen
Im SWDZ werden Patienten mit Typ-1-Diabetes (Kinder- und Erwachsene), Typ-2-Diabetes und weiteren Diabetestypen mit komplexen Problemen stationär therapiert und beraten. Spezialisierte Teams behandeln und betreuen die Patienten rund um die Uhr.
Leistungen
Diabetes- und Prädiabetesklassifikation
Die Einteilung der Diabeteserkrankungen ist komplex. Neuerdings werden verschiedene Unterformen des Diabetes unterschieden. Zur präzisen Therapie ist eine genaue Klassifikation des Diabetes nötig, die im SWDZ durchgeführt werden kann.
Der Prädiabetes ist eine wichtige Vorstufe des Typ-2-Diabetes. Das Risiko für Diabetes und Folgeerkrankungen ist bei verschiedenen Subtypen des Prädiabetes unterschiedlich.
Wir können diese Subtypen klassifizieren und ihr Risiko bestimmen:
Anfragen hierzu können an stoffwechsel@med.uni-tuebingen.de gerichtet werden.
Perioperatives Diabetesmangement
Um Komplikationen im Rahmen einer Operation zu minimieren, ist eine optimale Diabeteseinstellung wichtig. Präoperativ ist eine Beratung oder Therapie durch Diabetesärzte und Diabetesberater jederzeit möglich. Gerne können sich Patienten mit Diabetes auch vor einem geplanten operativen Eingriff in unseren Diabetesambulanzen oder Diabetesstationen vorstellen, um optimal vorbereitet in die Operation zu gehen.
Diabetes und Schwangerschaft
In der Schwangerschaft ist eine normnahe Blutzuckereinstellung von besonderer Bedeutung. Frauen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes, die schwanger werden, oder Frauen, die in der Schwangerschaft einen Gestationsdiabetes entwickeln, können in Kooperation von Frauenärzten und Diabetologen betreut und behandelt werden.
Diabetesberatung
Für alle Patienten mit Diabetes (Kinder und Erwachsene), die im Uniklinikum Tübingen behandelt werden, wird eine individuelle Diabetesberatung durch qualifiziertes Fachpersonal durchgeführt. Voraussetzung für eine Diabetesberatung ist eine Therapie-Evaluation durch den Diabeteskonsil-Dienst.
Klinikweiter Diabeteskonsil-Dienst
Im gesamten Uniklinikum Tübingen können Patienten mit Diabetes bei Bedarf einem Diabetologen vorgestellt werden, der innerhalb von 8 Stunden beratend hinzugezogen wird und unmittelbar therapeutische Maßnahmen einleiten kann.
Fortschrittliche Diabetestechnik
Kontinuierliche Glukosemessung und Insulinpumpentherapie sind technische Fortschritte zur Behandlung des Diabetes, die auch auf der Diabetesstation für Erwachsenen und Kinder zur Verfügung stehen. Eine Beratung hierzu erfolgt bei Bedarf auch im gesamten Klinikum.
Fragen zu Diabetes?
Hier empfehlen wir das Portal des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung DiabInfo.
Diabetesforschung
Institut für Diabetesforschung
und metabolische Erkrankungen
Wir arbeiten eng mit dem Institut für Diabetesforschung und metabolische Erkrankungen (IDM) des Helmholtz Zentrums München an der Universität Tübingen zusammen.
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Aktuelle
klinische Studien
Im klinischen Studienzentrum Diabetologie entwickeln wir optimierte und personalisierte Therapiekonzepte für Patienten mit Diabetes.
Mehr erfahrenKooperationspartner
Zertifikate und Verbände
Focus: Top Nationales Krankenhaus 2026
Stern: Deutschlands Ausgezeichnete Arbeitgeber Pflege
Qualitätspartnerschaft mit der PKV
Erfolgsfaktor Familie
Die Altersvorsorge für den Öffentlichen Dienst