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Rauchen - Ein Problem?

Wie alles begann ...

Unter all den Genuss- und Rauschmitteln, die im Laufe der Jahrhunderte in Europa eingeführt worden waren, angefangen von den Gewürzen im Zeitalter der Kreuzzüge, über Alkohol, Kaffee, Tee und Schokolade in den letzten Jahrhunderten, nahm Tabak aufgrund der damit verbundenen völlig neuen Form des Konsums und Genusses eine Sonderstellung ein.

Tabak war zu Beginn des 16. Jahrhunderts aus der Neuen Welt importiert worden. Jean Nicot führte die Tabakpflanze nach Frankreich ein. Die "trockene Trunkenheit des Tabaks", die "Sauferei des Nebels", das "Trinken und Einschlürfen des Tabaks", wie das Rauchen anfangs bezeichnet wurde, begann jedoch erst im 17. Jahrhundert zur Mode zu werden. Rauchen wurde zu dieser Zeit mit Ruhe und Besinnlichkeit verbunden. Das "Tabaktrinken" wurde bei geistiger Arbeit oder zur Entspannung eingesetzt, versprach man sich dadurch doch eine verbesserte Konzentrationskraft und eine Schärfung der Gedanken. Tabak musste in eine Pfeife gestopft und beim Rauchen immer wieder am Ausgehen gehindert werden - das Rauchen nahm noch recht viel Zeit in Anspruch.

Mit dem Wandel der Gesellschaft änderte sich auch die Form des Tabakkonsums: Das Rauchen wurde vereinfacht, zunächst durch die Einführung der Zigarre und schließlich in der Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Massenfertigung der Zigaretten. Dies gab einer Entwicklung Vorschub, mit deren Resultat wir uns heute zu beschäftigen haben. Bereits um die Jahrhundertwende erkannte man die Schädlichkeit des Tabakgenusses, beklagte das rasche Ansteigen der Raucherquoten, die sich entwickelnde Rauchleidenschaft der Frauen und unternahm auch ärztlicherseits Bemühungen, durch die Organisation erster Gesellschaften zur Eindämmung des Rauchens der zunehmenden Verbreitung dieses Lasters ein Ende zu setzen.

Unschwer lassen sich die Berichte und Probleme aus der Zeit der Jahrhundertwende auf unsere heutige Situation übertragen: In der Bundesrepublik Deutschland ist zwischen 1950 und 1975 die Zahl der jährlich konsumierten Zigaretten von durchschnittlich ca. 500 pro Person auf etwa 2000 angestiegen. 

Der Microzensus des statistischen Bundesamtes von 2017 zeigt: insgesamt rauchen 22,4 % der deutschen Bevölkerung. Dabei rauchen im Durchschnitt 18,4 % der Frauen und 26,4% der Männer. Seit 1999 (35% der Männer und 22% aller Frauen rauchten) zeigt sich ein langsamer, aber stetiger Rückgang.

Inzwischen ist es raus: Rauchen macht abhängig! Sogar große Tabakkonzerne bestreiten dies nicht länger. Doch ist deswegen nicht jeder Raucher oder jede Raucherin automatisch als abhängig zu bezeichnen. Schätzungen hierzu sind nur ungenau, man geht aber davon aus, dass mindestens jede vierte Raucherin und jeder vierte Raucher, vielleicht sogar drei von vieren tabakabhängig sind! Doch was macht die Tabakabhängigkeit aus?
Die Tabakabhängigkeit umfasst sowohl psychische als auch körperliche Anteile - die "Macht der Gewohnheit" und die "Nikotinschmacht", wie man gemeinhin sagt. Im medizinischen Sinne gilt als tabakabhängig, wer einen starken Wunsch oder eine Art Zwang verspürt zu rauchen, nicht abstinent leben kann, Entzugserscheinungen entwickelt, wenn das Rauchen eingeschränkt oder aufgegeben wird, schon erfolglos versucht hat das Rauchen aufzugeben oder weiterraucht, obwohl bereits schädliche Folgen aufgetreten sind. Neben der Gewohnheit ist unter all den Stoffen im Tabakrauch das Nikotin verantwortlich für die Abhängigkeit.

Im Tabakrauch sind neben Nikotin fast 4000 Inhaltsstoffe registriert worden, von denen ein nicht unerheblicher Anteil eindeutig schädigende Wirkungen aufweist. So sind über 40 krebserzeugende Bestandteile und zusätzlich weitere gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe zu nennen. Benzol, Kohlenmonoxid und Schwermetalle seien nur stellvertretend genannt.
Die Gefahren des Rauchens sind für die Rauchenden hoch. Jährlich sterben in Deutschland zwischen 90.000 und 140.000 Menschen an den Folgen des Rauchens: an Krebs, Herzinfarkten, Schlaganfällen und Lungenerkrankungen.
Die zu erwartenden Gesundheitsschädigungen sind vielen Rauchenden bekannt, das Risiko aber wird von den Rauchern oder Raucherinnen entweder bewusst eingegangen oder das Wissen um die Gefahren des Rauchens verdrängt.
Doch wie sieht es mit den Nichtrauchenden aus? Der vom Raucher inhalierte Rauch enthält durch die hohen Verbrennungstemperaturen bedeutend weniger Schadstoffe, Nikotin oder Kohlenmonoxid, als der "Qualm", der entsteht, wenn die Zigarette vor sich hin glimmt, und der von allen, auch den Nichtrauchenden (den "Passivrauchenden"), mit eingeatmet wird. In Deutschland sterben jährlich mindestens 400 Menschen an den Folgen des Passivrauchens durch Lungenkrebs. Einer Information des Deutschen Krebsforschungszentrums zufolge ist das Lungenkrebsrisiko bei Nichtrauchenden aus der Umgebung von Rauchenden um 30-40% erhöht!


Die Konsequenz: Raucherentwöhnung!

Das Wissen um die Gefährdung des Nichtrauchenden und die Selbstgefährdung des Rauchenden haben in den letzten Jahren zahlreiche Entwicklungen begünstigt: Im Vordergrund stehen die Erforschung von geeigneten Raucherentwöhnungsmethoden zur Hilfestellung für den entwöhnungswilligen abhängigen Rauchenden und die Bemühungen um die Prävention des Rauchens. Letztere zielt auf eine Senkung der Raucherquoten durch eine verbesserte und gezieltere Aufklärung nicht nur der Raucher und Raucherinnen, sondern insbesondere auch der am meisten gefährdeten Gesellschaftsschichten. Hierzu zählen vor allem Kinder und Jugendliche, in deren Erleben das Rauchen noch nicht die unbeherrschbare Gefahrenquelle, sondern die erstrebte Eintrittskarte in die Welt der Erwachsenen darstellt.

Wege aus der Sucht

Wege aus der Sucht

Mit der Forschung zur Raucherentwöhnung und der Entwicklung verschiedener Formen der Raucherentwöhnung wurde in den USA in den sechziger Jahren begonnen. Ausgehend von der Erkenntnis, dass bei der Tabakabhängigkeit sowohl körperliche als auch psychische Faktoren die Abhängigkeit bestimmen, wurden neben der Erforschung medikamentöser Methoden insbesondere auch psychologisch wirksame Verfahren entwickelt.

Im Rahmen dieser Bemühungen entstanden aber auch viele wirkungslose und zum Teil sogar unseriöse Verfahren. Um die erfolgversprechenden und wissenschaftlich fundierten Methoden von den weniger seriösen Angeboten trennen zu können, wurden folgende Bewertungskriterien aufgestellt:

Demnach müssen Raucherentwöhnungsmethoden

  • wissenschaftlich abgeleitet und dauerhaft wirksam sein,
  • wirtschaftlich und praktikabel bzw. breit anwendbar sein
  • zur Rückfallverhütung geeignet sein, bzw. den Betroffenen im Falle eines Rückfalls Möglichkeiten zur Bewältigung an die Hand geben.

Für die Hypnose als bedeutsamste Form der suggestiven Verfahren gilt ähnliches wie für die Akupunktur. Sie erzielt sehr gute kurzfristige Erfolge, die langfristige Effizienz konnte jedoch auch hier in guten, kontrollierten Studien nicht nachgewiesen werden.

Als Nachteil beider Verfahren gilt, dass sie dem Raucher oder der Raucherin keine Möglichkeiten zur Bewältigung von Krisen und Versuchungssituationen in die Hand geben.

Autogenes Training und Muskelentspannungstraining werden zwar als Bausteine einer Raucherentwöhnungsbehandlung häufig eingesetzt, für sich alleine sind sie jedoch nicht ausreichend wirksam.

Bei den Verhaltenstherapien handelt es sich um die umfassendsten, aber auch um die wirksamsten Verfahren zur Raucherentwöhnung. Sie werden zumeist in Gruppen, aber auch einzeln durchgeführt und bestehen aus drei Phasen: der Selbstbeobachtungsphase, der akuten Entwöhnungsphase, sowie einer Phase zur Stabilisierung des Entwöhnungserfolges und zur Rückfallprophylaxe.

  • Die Selbstbeobachtungsphase hat das Ziel, die Funktionen des Rauchverhaltens im Alltag sichtbar zu machen. Selbstbeobachtung und damit der Erwerb von Wissen über Funktionszusammenhänge eines Verhaltens, das bisher automatisiert und unkontrollierbar erschien, ermöglicht die Vorbereitung auf schwierige Situationen und hilft damit bei der Bewältigung der akuten Entwöhnungsphase sowie bei späteren rückfallkritischen Situationen.
  • Die akute Entwöhnungsphase erfolgt im Anschluss an die Selbstbeobachtungsphase entweder über die Punkt-Schluss-Methode (sofortiger Rauchstopp) oder über die schrittweise Reduktion des Zigarettenkonsums. Die schrittweise Entwöhnung erfolgt über die Bildung von Teilzielen und den Einsatz von Selbstkontrollregeln. In der Phase der Unterstützung des akuten Entwöhnungsprozesses geht es um den Aufbau von Alternativverhalten zum Rauchen. Dadurch soll ein Ersatz für das Rauchen gefunden und in den Alltag integriert werden. Des weiteren soll der Entwöhnungserfolg durch den Einsatz von Verträgen und Belohnungen bei Erfolg sowie den Aufbau sozialer Unterstützung abgesichert werden.
  • In der Phase der Stabilisierung des Entwöhnungserfolges und der Rückfallprophylaxe soll der langfristige Erfolg der Entwöhnung durch die Identifikation von rückfallkritischen Situationen und die Entwicklung und Erprobung von Bewältigungsstrategien (in Form von Rollenspielen und über das gezielte Aufsuchen rückfallkritischer Situationen) abgesichert werden.

Unter den medikamentösen Verfahren stehen die vorübergehende Gabe von Nikotin (Nikotinpflaster, -kaugummi, -lutschtabletten, -sublingualtabletten, -inhaler oder -nasenspray) oder der Einsatz der für die Raucherentwöhnung zugelassenen Medikamente Bupropion (Zyban®) und Cytisin (Asmoken®) zur Verfügung. Wirkprinzip der medikamentösen Therapie ist die Milderung der Entzugssymptomatik und des Rauchverlangens, um den Entwöhnungsprozess zu erleichtern. Sowohl die Nikotinersatztherapie als auch Bupropion und Cytisin sind wirkungsvolle Verfahren. Die individuelle Anwendung ist ärztlich abzuklären.

Richtige Tabakentwöhnung

Richtige Tabakentwöhnung

Was bestimmt den Erfolg einer Raucherentwöhnung? Ganz klar: nur wer wirklich aufhören möchte, schafft es auch. Doch selbst bei einer hohen Motivation kann noch einiges schief gehen.

Da, wie bereits erwähnt, die Tabakabhängigkeit sowohl durch eine physische als auch eine psychische Komponente bestimmt ist, müssen in einer Raucherentwöhnung auch beide Komponenten angegangen werden. Die physische Komponente ist durch die Nikotinabhängigkeit charakterisiert und führt beim Rauchstopp zu körperlichen Entzugssymptomen. Diese umfassen Schlafstörungen, Müdigkeit, Konzentrationsmängel, Nervosität, Unruhe aber auch Obstipation oder Hungergefühl. Die psychische Abhängigkeit äußert sich in einem heftigen Rauchverlangen, dem Unvermögen, auf das Rauchen in bestimmten Situation zu verzichten und der sogenannten allgemeinsprachlich umschriebenen "Macht der Gewohnheit". Das Rauchen wurde "gelernt" und ist fester Bestandteil des individuellen Verhaltensrepertoires geworden.

Jeder ernstgemeinte Versuch einer Raucherentwöhnungsbehandlung muss sich mit beiden Bedingungen der Sucht auseinandersetzen: die körperlichen Entzugssymptome, die so heftig sein können, dass sie trotz einer hohen Ausgangsmotivation zur Abstinenz zum Rückfall führen, müssen gemildert werden, Versuchungssituationen müssen überwunden, Gewohnheiten durchbrochen werden.

  • I. Motivation: Die Motivation für eine Abstinenz muss klar herausgearbeitet werden - nicht allein die zu erwartenden negativen gesundheitlichen Folgen durch das Rauchen, sondern vor allem die positiven Konsequenzen des Nichtrauchens müssen die Motivation begründen. Dazu gehören zum Beispiel: die spürbar erhöhte körperliche Leistungsfähigkeit, das wiedergewonnene Gefühl der Unabhängigkeit, finanzielle Einsparungen, eine größere Attraktivität.
  • II. Information: Der oder die entwöhnungswillige Rauchende sollte sich über alle zu erwartenden Schwierigkeiten informieren. Unerwartete Komplikationen während der Rauchabstinenz - das Auftreten von unerwarteten Entzugserscheinungen beispielsweise - gefährden die Abstinenz!
  • III. Verhaltenstherapie: Bei den verhaltenstherapeutischen Raucherentwöhnungsverfahren handelt es sich um die umfassendsten, aber auch um die wirksamsten Verfahren zur Raucherentwöhnung. Sie werden zumeist in Gruppen, aber auch in Einzelbehandlungen durchgeführt. Verhaltenstherapeutische Raucherentwöhnungen werden auch als sogenannte "Selbsthilfemanuale" angeboten. In Büchern und Broschüren werden die erforderlichen verhaltenstherapeutischen Schritte erläutert. Die verhaltenstherapeutische Raucherentwöhnung konzentriert sich auf die Überwindung der psychischen Abhängigkeit.
  • IV. Bekämpfung der Entzugserscheinungen: Eine wichtige Unterstützung für die Raucherentwöhnung ist die erfolgreiche Bekämpfung der Entzugserscheinungen durch Medikamente. Vor allem Raucher oder Raucherinnen mit einem Rauchkonsum von mehr als 10 Zigaretten pro Tag profitieren von einer vorübergehenden Nikotinsubstitution oder einer Behandlung von Bupropion. Während leichten Raucherinnen oder Rauchern, die vor allem in bestimmten Situationen zur Zigarette greifen und keinen gleichmäßigen Nikotinspiegel im Blut aufbauen, der unterstützende Einsatz des Nikotinkaugummis (oder anderen kurzfristig wirksamken Nikotinersatzprodukten) angeboten werden kann, profitieren regelmäßige oder stärkere Rauchende von einer Pflasteranwendung. Denkbar ist auch der kontrollierte Einsatz des Nikotinkaugummis (oder anderen kurzfristig wirksamen Nikotinersatzprodukten) bei gleichzeitiger Pflasteranwendung, wenn "Krisensituationen" mit unstillbarem Rauchverlangen eintreten, die durch einen vorübergehenden Anstieg des Nikotinspiegels überwunden werden können.

Entscheidend für die Beurteilung der Effektivität einer Behandlungsmethode sind die langfristigen Abstinenzquoten (nach 12 Monaten). Der Spontanentschluss, das Rauchen aufzugeben, führt nur bei 1 bis 5% der Rauchenden zur Abstinenz, der ärztliche Ratschlag kann immerhin bei 5% der Raucherinnen und Raucher erfolgreich sein. Während die alleinige Gabe von Nikotin zur Raucherentwöhnung Erfolgsraten zwischen 10 und 15% vermittelt, der Einsatz verhaltenstherapeutischer Selbsthilfemanuale zwischen 15 und 20% abstinente Raucher und Raucherinnen erzielt und die verhaltenstherapeutische Gruppenbehandlung bei bis zu 25% der Rauchenden wirksam ist, kann die Kombinationsbehandlungen aus Verhaltenstherapie und Nikotinsubstitution bis zu 35% Abstinenz nach einem Jahr erreichen. Die Wirksamkeit der Behandlung mit Bupropion wird ähnlich eingeschätzt.

Die Erfolgsaussichten einer Raucherentwöhnung werden durch eine medikamentöse Unterstützung nahezu verdoppelt.

Nikotin Ersatzstoffe

Nikotin-Ersatzstoffe

Die Anwendungsvorschriften verlangen eine 24stündige bzw. 16stündige Applikation des Pflasters an Rumpf oder Oberarmen. Die Hautverträglichkeit des Pflasters ist gut. Selten kommt es zu Hautirritationen, Kopfschmerzen, Alpträumen und Schlafstörungen oder Magen-Darm-Beschwerden. In der Regel stehen drei verschiedene Pflasterstärken zur Verfügung. Üblicherweise wird bei der höchsten Dosisstufe begonnen, nach 4-6 Wochen wird die nächstniedrigere Dosierung gewählt und nach weiteren 2-4 Wochen dann die niedrigste Pflasterstärke, ehe nach weiteren 2-4 Wochen die Behandlung beendet wird.

Enttäuschungen durch eine angeblich mangelhafte Wirksamkeit werden durch Beachtung einiger häufig begangener Fehler in der Empfehlung bzw. Verordnung der Pflasteranwendung vermieden. Häufige Fehler sind mehrtägiges Tragen eines Pflasters (über den Wirkzeitraum hinaus), das nächtliche Tragen des Nikotinpflasters bei nur geringen körperlichen Entzugssymptomen, der gleichzeitige Zigarettenkonsum und zu hohe oder zu niedrige Einzeldosen. Auch ohne eine begleitende verhaltenstherapeutisch orientierte Gruppenbehandlung - das derzeit wirkungsvollste Verfahren in der Raucherentwöhnung - lässt sich die Effektivität der Behandlung durch wöchentliche Kurzkontakte mit Ärzten und Ärztinnen oder Apothekerinnen und Apothekern zur Klärung von Dosisfragen und zum Überprüfen unerwünschter Wirkungen steigern.

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Der Nikotinkaugummi wird immer dann angewendet, wenn starkes Rauchverlangen oder andere Entzugserscheinungen auftreten. Beim Kauen eines Nikotinkaugummis wird das Nikotin durch die Mundschleimhaut aufgenommen.

Bei der Anwendung des Nikotinkaugummis ist es wichtig, den Kaugummi etwa 30 Minuten mit Pausen langsam zu kauen, damit sich das gesamte Nikotin aus dem Kaugummi löst. Im Höchstfall sollte ein Kaugummi pro Stunde gekaut werden (d.h. nicht mehr als 16 Stück pro Tag). In der Regel werden Sie feststellen, dass Sie deutlich weniger benötigen. Nach 4-6 Wochen sollte die Dosis schrittweise reduziert werden. Der Nikotinkaugummi steht in zwei Stärken zur Verfügung: 4 mg sowie 2 mg. Der 4mg Kaugummi hat sich als wirkungsvoller erwiesen. Der Nikotinkaugummi sollte höchstens über drei Monate angewendet werden.

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Das rezeptpflichtige Nikotinnasenspray ist für den Einsatz bei starken Rauchenden vorgesehen. Die Nikotingabe erfolgt durch je einen Sprühstoß in jedes Nasenloch. Möglich ist sowohl die regelmäßige Anwendung als auch eine Gabe im Bedarfsfall. Das Nasenspray ermöglicht die effektivste Form der Nikotinsubstitution, kann aber eventuell eine Abhängigkeit von dieser Darreichungsform verursachen.

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Unterstützung bei der Raucherentwöhnung durch Linderung der Nikotinentzugssymptome. Nikotin-Lutschtabletten sind in zwei verschiedenen Dosierungen erhältlich (2mg und 4mg Inhaltsstoff). Die erforderliche Anfangsdosierung richtet sich zunächst nach dem  individuellen Bedarf zur Linderung der Entzugserscheinungen. Stark  Rauchende sollten 4mg-Tabletten einsetzen, weniger stark Rauchende die  2mg-Version. Die maximale Dosierung sollte nicht mehr als 15  Lutschtabletten pro Tag betragen. Die Tabletten zergehen langsam im Mund. Sie sollten nicht gekaut oder geschluckt werden. 

Nach 4-6 Wochen empfiehlt es sich, die tägliche Anzahl der Nikotin-Lutschtabletten zu reduzieren, z.B. indem man sie in immer  größeren zeitlichen Abständen anwendet. Der erste Absetzversuch sollte  unternommen werden, wenn der durchschnittliche Verbrauch während der  vorausgegangenen Woche bei 1-2 Lutschtabletten pro Tag lag. Nach 10-12  Wochen sollte der Konsum von Nikotin-Lutschtabletten beendet worden  sein. In Ausnahmefällen kann auch danach noch in Situationen mit starkem  Rauchverlangen eine Nikotin-Lutschtablette verwendet werden. Eine  länger als sechs Monate dauernde Behandlung wird im allgemeinen nicht  empfohlen.

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Die Nikotin-Sublingualtablette enthält 2mg Inhaltsstoff. Die erforderliche Anfangsdosierung richtet sich zunächst nach dem individuellen Bedarf zur Linderung der Entzugserscheinungen. Es kann alle 1-2 Stunden 1 Nikotin-Sublingualtablette verwendet werden. Stark Rauchende können auch bis zu 2 Nikotin-Sublingualtabletten pro Stunde verwenden, jedoch nicht mehr als 40 Tabletten pro Tag. Die Sublingualtabletten werden unter die Zunge gelegt, wo sie sich langsam auflösen und dabei Nikotin freisetzen. Sie sollten nicht gekaut oder geschluckt werden.

Nach 4-6 Wochen empfiehlt es sich, die tägliche Anzahl der Tabletten zu reduzieren, z.B. indem man sie in immer größeren zeitlichen Abständen anwendet. Der erste Absetzversuch sollte unternommen werden, wenn der durchschnittliche Verbrauch während der vorausgegangenen Woche bei 1-2 Tabletten pro Tag lag. Nach 10-12 Wochen sollte der Konsum von Nikotin-Sublingualtabletten beendet worden sein. In Ausnahmefällen kann auch danach noch in Situationen mit starkem Rauchverlangen eine Nikotin-Sublingualtablette verwendet werden. Eine länger als sechs Monate dauernde Behandlung wird im allgemeinen nicht empfohlen.

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Einen anderen Ansatz verfolgt das im Juli 2000 in Deutschland zugelassene Entwöhnungsmittel Bupropion (Zyban®): Anwender berichten über eine bedeutende Reduktion des Rauchverlangens. Die vermutete Wirkung der Substanz liegt in einer Regulation von Botenstoffen im Gehirn. Häufige Nebenwirkungen sind Schlafstörungen und Schwindel. In ersten Studien konnte nach einem Jahr eine Abstinenzquote von fast 20% (kontinuierliche Abstinenz) nachgewiesen werden, weitere Untersuchungen müssen die Wirksamkeit im Vergleich mit anderen Therapieformen belegen.

Laut Anwendungsempfehlungen soll das rezeptpflichtige Medikament eine Woche lang eingenommen werden, solange noch geraucht wird. Nach Beginn der Abstinenz sollte die Einnahme noch mindestens 6 Wochen fortgesetzt werden. Rauchende mit einer Epilepsie, einer Zuckerkrankheit einer psychischen Erkrankung oder einer anderen schweren Erkrankung sollten das Medikament nur in Rücksprache mit ihrem Arzt einnehmen.

Asmoken ist seit 2020 zugelassen zur Verminderung des Verlangens nach Nikotin bei Rauchern und Raucherinnen, die willens sind, mit dem Rauchen aufzuhören.

Eine Behandlung mit Asmoken dauert 25 Tage. In dieser Zeit wird das Medikament nach einem bestimmten Schema herabdosiert. Begonnen wird mit einer Tablette alle zwei Stunden und maximal sechs Tabletten am Tag, bis zuletzt ab dem 21. Tag nur noch ein bis zwei Tabletten pro Tag eingenommen werden. Spätestens am fünften Behandlungstag soll der Patient oder die Patientin völlig mit dem Rauchen aufhören. Während der Therapie sind Zigaretten und andere Nikotin-haltige Produkte tabu, da sie die Nebenwirkungen verstärken können. Gelingt es nicht, mit dem Rauchen aufzuhören, sollte die Behandlung abgebrochen werden. Nach zwei bis drei Monaten kann dann ein neuer Versuch gestartet werden.

 Nicht empfohlen wird die Anwendung bei Patientinnen oder Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen sowie bei Personen über 65 und unter 18 Jahren.

Nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden darf Asmoken bei koronarer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, Hypertonie, Phäochromozytom, Atherosklerose und anderen peripheren Gefäßerkrankungen, Magen-/Duodenalulzera, gastroösophagealem Reflux, Hyperthyreose, Diabetes und Schizophrenie.

Kinder

Kinder dürfen den Kaugummi und andere Nikotinprodukte nicht verwenden!

Mütter

In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Nikotinersatz nur nach Rücksprache mit dem Arzt oder der Ärztin und nach einem erfolglosen Versuch zur Tabakabstinenz eingesetzt werden.


Nikotinersatz darf auch in folgenden Fällen nicht benutzt werden:

  • bei instabiler Angina Pectoris
  • wenn Sie vor kurzem einen Schlaganfall hatten
  • nach frischem Herzinfarkt
  • bei schweren Herzrhythmusstörungen


Ein Arzt oder eine Ärztin sollte in jedem Fall zu Rate gezogen werden bei:

  • Magen-Darm-Erkrankungen wie einer Magenschleimhautentzündung oder Magen-Darm-Geschwüren
  • stabiler Angina Pectoris 
  • oder einer anderen Erkrankung der Herzkranzgefäße

Zertifikate und Verbände

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