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Grundlagen der Interventionellen Radiologie

Themenübersicht
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Grundlagen der Interventionellen Radiologie Details
Was ist eine Biopsie? Details
Wie läuft eine perkutane bildgesteuerte Biopsie ab? Details
Bildbeispiele Details

 

 

Grundlagen der Interventionellen Radiologie

Die minimal-invasive interventionelle Radiologie befasst sich mit bildgesteuerten Eingriffen. Mit Hilfe der Sonographie, der Computertomographie oder der Magnetresonanztomographie steuert der interventionelle Radiologe millimeterdünne Instrumente (z.B. Katheter, Ballons, Radiofrequenzsonden, Biopsieinstrumente, etc) durch Blutgefäße oder andere Organe im Körper zum Ort der Erkrankung, um sie lokal zu behandeln.

 

Diese Instrumente werden durch eine Hauteinstichstelle in das zu behandelnde Organ (z.B. Gefäße, Leber) eingebracht. In der Regel sind Eingriffe, die durch interventionelle Radiologen durchgeführt werden, im Vergleich mit klassischen Operationen für die Patienten weniger belastend, da sie keine Hautschnitte benötigen und meist nur einer örtlichen Betäubung bedürfen. Viele dieser Eingriffe können ambulant durchgeführt werden; bei den Übrigen ist die Zeit, die der Patient im Krankenhaus bleiben muss, im Vergleich zu einer Operation kürzer.

Die interventionellen Radiologen arbeiten eng mit Hausärzten und Spezialisten (Internisten, Chirurgen, Radioonkologen und Pädiater) zusammen. Das Diagnostik- und Behandlungsangebot unserer Abteilung umfasst die gesamte Gefäßdiagnostik mit Ausnahme der Darstellung der Hirngefäße und Herzkranzarterien sowie alle interventionellen Eingriffe im Rahmen der Tumor- und Schmerztherapie.

 

Im Jahr 2011 wurden mehr als 1200 interventionelle Eingriffe durchgeführt. Der Abteilung stehen zwei nach dem neuesten technischen Standard ausgerüstete Angiographieräume sowie ein interventionelles MR-Gerät zur Verfügung, wovon der eine Raum für hohe hygienische Bedürfnisse (OP-kompatibilität) konzipiert ist. Die Räume sind mit den neuesten Systemen der Firma Siemens ausgerüstet. Die Geräte arbeiten sehr sparsam mit Röntgenstrahlen (gepulste Durchleuchtung) bzw. bei der MR-Intervention ohne Strahlenbelastung.

Der interventionellen Radiologie steht am Universitätssklinikum Tübingen außßerdem für magnetresonanztomographisch gesteuerte interventionelle Eingriffe ein 1.5 Tesla interventionelles MR-Gerät zur Verfügung.

 

 

Was ist eine Biopsie?

Eine Vielzahl von Krankheitsdiagnosen basiert auf der Untersuchung körpereigener Gewebe, die auf möglichst schonende Weise entnommen (Biopsie) und anschließend im Labor bzw. unter dem Mikroskop untersucht werden. Wenn das Zielgewebe nicht mittels einer einfachen Blutuntersuchung oder per Spiegelung (Endoskopie) erreichbar ist, wird dem Patienten häufig die Durchführung einer "perkutanen Biopsie" empfohlen, bei der ein Arzt mit einer dünnen Nadel durch die Haut hindurch ('perkutan') das Zielorgan punktiert und eine kleine Menge Flüssigkeit oder ein kleines Gewebestück entnimmt. Der Eingriff kann im Regelfall in örtlicher Betäubung, häufig auch ambulant, durchgeführt werden. Meistens kann ein speziell dafür ausgebildeter Arzt (z.B. Pathologe, Mikrobiologe etc.) anhand solch kleiner Gewebemengen bereits die Diagnose mit hinreichender Sicherheit stellen. Als Alternative kommt eine Gewebeentnahme im Rahmen einer "offenen" Operation mit Narkose in Betracht. Diese wäre mit dem Vorteil der Gewinnung größerer Gewebemengen verbunden, beinhaltet aber auch die Risiken einer offenen Operation.

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Wie läuft eine perkutane bildgesteuerte Biopsie ab?

Da ohne Eröffnung des Körpers Gewebe zielgenau erreicht werden soll, ist eine Steuerung durch bildgebende Verfahren erforderlich, mit denen die Position der Nadelspitze im Körper kontrolliert werden kann. Die Steuerung kann mittels Röntgenaufnahmen, Ultraschall, Computertomographie oder Kernspintomographie erfolgen. Die Bildsteuerung muß in der Lage sein, das Zielgewebe und die Nadel mit hinreichendem Bildkontrast abzubilden. Welches Verfahren optimal ist, hängt daher ganz maßgeblich von der Beschaffenheit des krankhaften Gewebes und der Körperregion ab, in der es liegt, und wird im Einzelfall vom durchführenden Arzt festgelegt.

 

 

Wie bei jedem Eingriff ist eine Blutuntersuchung zur Bestimmung der Blutgerinnung und eine schriftliche Einverständniserklärung des Patienten im Rahmen eines ärztlichen Aufklärungsgespräches erforderlich, bei dem auch die Risiken des geplanten Eingriffes dargelegt werden.

 

 

Die Biopsie wird im Regelfall in liegender Position des Patienten durchgeführt. Zunächst werden einige Bilder zur Lokalisation des Zielgewebes erstellt. Anschließend wird die Haut um die vorgesehene Einstichstelle sorgfältig desinfiziert und örtlich betäubt. Zusätzlich werden bei vielen Eingriffen noch Schmerz- und Beruhigungsmittel über die Blutbahn verabreicht. Da die meisten Eingriffe vergleichsweise wenig schmerzhaft sind, ist eine Vollnarkose nur in Ausnahmefällen erforderlich.

 

 

Während des Eingriffes wird die Nadelspitze vom Arzt unter wiederholter Bildkontrolle stückweise in den Körper vorgeschoben. Besonderer Augenmerk wird darauf gerichtet, dass Gefäße und benachbarte Organe nicht durch die Nadel verletzt werden. Häufig sind dazu Lagekorrekturen der Nadel erforderlich, manchmal auch die Punktion mehrerer Zielregionen im betroffenen Organ. Wenn die Nadelspitze das Zielgewebe erreicht hat, wird entweder Flüssigkeit und einzelne Zellen abgesaugt oder eine kleine Gewebeprobe herausgeschnitten. Die Nadelspitze beinhaltet dazu eine kleine Schneidevorrichtung oder einen speziellen Kanülenschliff.

 

 

Bei Punktion einer größeren krankhaften Flüssigkeitsansammlung kann es sinnvoll sein, nach Entnahme der Probeflüssigkeit einen Führungsdraht und darüber einen Drainagekatheter aus Kunststoff zu plazieren, über den die Flüssigkeit über die folgenden Stunden und Tage nach außen abgeleitet werden kann.

 

Nach Beendigung des Eingriffs werden Bilder zum Ausschluß einer bedrohlichen Blutung und anderer Komplikationen erstellt und die Einstichstelle mit einem Pflaster versorgt. Der Patient bleibt anschließend noch für einige Stunden zur Überwachung im Krankenhaus. Das gewonnene Gewebe wird zur Untersuchung an die entsprechenden Fachärzte weitergeleitet.

 

 

Die Dicke der verwendeten Nadel richtet sich maßgeblich nach Art und Menge des zu gewinnenden Gewebes und an der Region, in der biopsiert wird. Beispielsweise erfordert die Entnahme von Knochengewebe typischerweise dickere Instrumente (z.B. einen Bohrer mit 4 mm Durchmesser) als die Biopsie eines Weichgewebsprozesses (z.B. Schneidkanüle mit 1-2 mm). In besonders verletzlichen und blutungsgefährdeten Regionen (z.B. Lunge, Leber) werden tendentiell dünnere Nadeln eingesetzt. Wenn lediglich etwas Flüssigkeit oder nur einzelne Zellen gewonnen werden sollen, können besonders dünne Nadeln von weniger als 1 mm Durchmesser eingesetzt werden. Die zur Drainage eingesetzten Kunststoffkatheter sind etwa 3-4 mm dick und werden mit einem dünnen Faden an der Haut fixiert.

 

 

Die Risiken des Eingriffs werden wesentlich von Lage und Beschaffenheit des punktierten Organs und des Zielgewebes bestimmt. Pauschal sind hier die Möglichkeit einer Infektion oder einer bedrohlichen Blutung zu nennen. Die eingriffspezifischen Risiken werden einzelfallbezogen im Rahmen des ärztlichen Aufklärungsgespräches vermittelt. Insgesamt kann aber festgestellt werden, dass die ganz überwiegende Mehrheit der Eingriffe ohne nennenswerte Komplikationen abläuft.

 

 

Zur Schmerzbehandlung werden wie oben beschrieben örtliche Betäubungsmittel sowie bedarfsbezogen weitere Medikamente verabreicht. Bitte sprechen Sie Ihre Wünsche diesbezüglich bereits beim Aufklärungsgespräch an. Da der Patient während der meisten Eingriffe durchweg bei Bewusstsein bleibt, können unerwünschte Schmerzempfindungen auch jederzeit mitgeteilt und mit zusätzlichen Medikamenten behandelt werden.

Das Ergebnis der Auswertung der Gewebeprobe wird von der untersuchenden Fachabteilung (Pathologie, Mikrobiologie, etc.) direkt an Ihren behandelnder Arzt übermittelt. Dieser wird Sie dann hinsichtlich Diagnose und der therapeutischen Konsequenzen beraten.

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Bildbeispiel
BeispielplatzhalterNadelbiopsie der Lunge
Nadelbiopsie
Beispiel einer Nadelbiopsie eines Tumors in der Lunge
(zur Vergrößerung bitte ins Bild klicken)
 

 

In manchen Fällen kann eine Leberbiospie auf diese Art leider nicht durchgeführt werden, z.B. wenn die Gerinnungswerte sehr schlecht sind (d.h. das Blut sehr "dünn" ist) oder wenn viel Bauchwasser vorliegt (sog. Aszites).

 

In solchen Fällen wird die transjuguläre Leberbiopsie (TJLB) bevorzugt: Bei diesem Vorgang wird - bevorzugt über die rechte Hals (=Jugular) -Vene - eine Schleuse (=eine Art Katheter) unter Röntgenkontrolle in eine Lebervene eingeführt. Über diese Schleuse wird dann die Biopsienadel in die Leber vorgeschoben und Gewebe entnommen. Jedoch kann bei dieser Probentnahme kein bestimmter Herd in der Leber gezielt biopsiert werden, sondern es ist nur möglich eine Gewebeprobe einer nicht bestimmbaren Region zu entnehmen. Mit dieser Gewebeprobe kann zum Beispiel von einem Pathologen hinsichtlich allgemeiner Leberschädigungen z.B. im Rahmen eines Leberversagens untersucht werden. Die gezielte Biopsie einer abklärungsbedürftigen Läsion in einem bestimmten Lebersegment ist auf diese Art nicht möglich.

 

Da in einem geschlossenen Kreislauf gearbeitet und in der Regel die Leberoberfläche bei der Probengewinnung nicht verletzt wird, kann auch bei schlechten Gerinnungswerten oder bei Vorliegen von Bauchwasser in vielen Fällen auf diesem Wege noch Gewebe entnommen werden.

Bildbeispiel
Beispiel_abb1platzhalterAbb. 1 Lebervene
Darstellung der Lebervene
Abb. 1: Darstellung der rechten Lebervene mit Kontrastmittel über einen in der Lebervene eingeführten Katheter.
(zur Vergrößerung bitte ins Bild klicken).
 

 

Bildbeispiel
Beispiel_abb2platzhalterAbb. 2 Schleusenspitze
Entnahme von Lebergewebe
Abb. 2: Die Schleusenspitze (siehe Pfeil) ist sicher in der rechten Lebervene positioniert. Über die Schleuse wird anschließend mit einer Nadel Lebergewebe entnommen.
(zur Vergrößerung bitte ins Bild klicken)
 

 

 

 
 





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Abt. für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
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72076 Tübingen
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