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Stillen - Bindung - Entwicklung

Bindung, Entwicklung und Stillen

Wir sind stolz darauf, seit 2008 die Richtlinien der B.E.St.® - Kriterien der WHO-UNICEF – Initiative „Babyfreundlich” zu erfüllen.

B.E.St.® steht für Bindung - Entwicklung und Stillen

Als babyfreundliche Geburtsklinik ist es uns besonders wichtig, Sie über die Bedeutung von Bindung, Entwicklung und Stillen zu informieren.

Bedeutung von Bindung, Entwicklung und Stillen

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Informationsvideo für Schwangere

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Bindung

Bindung ist ein fundamentaler Aspekt in der Entwicklung eines Kindes. Als Bindung wird die emotionale Verbindung zwischen den Eltern und dem Kind bezeichnet. Diese Bindung bildet die Basis für die soziale und emotionale Entwicklung eines Kindes und beeinflusst seine Fähigkeit, Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen und zu pflegen. Eine sichere Bindung fördert nicht nur die emotionale Stabilität, sondern unterstützt auch die kognitive Entwicklung und den Umgang mit Stress. Langfristig verleiht eine sichere Bindung ihrem Kind auch Sicherheit in der Welt.

Die Förderung der Bindung legt gleichzeitig auch den Grundstein für Sie, die Entwicklung Ihres Kindes mit einem Gefühl von Sicherheit begleiten zu können. Wir unterstützen Sie dabei, Ihr Neugeborenes kennenzulernen und seine Signale zu erkennen. Unsere erfahrenen Pflegefachkräfte zeigen Ihnen Alles, was Sie benötigen, um sich zu Hause sicher zu fühlen. 

Bonding - die erste, ungestörte Begegnung mit ihrem Kind

Schon unmittelbar nach der Geburt legen wir großen Wert darauf, das Entstehen einer starken Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Baby zu fördern. Das Einfachste, was Sie zur Unterstützung des Bindungsaufbaues bereits direkt nach der Geburt tun können, ist so viel direkten Hautkontakt mit ihrem Neugeborenen zu haben, wie möglich. Dies hilft nicht nur beim Aufbau einer gelungenen Bindung, sondern hat auch messbare medizinische Vorteile für ihr Neugeborenes. Daher unterstützen wir Sie schon unmittelbar nach Geburt beim ununterbrochenen Hautkontakt mit ihrem Kind für mindestens 60 Minuten. Dies hilft ihrem Kind nebenbei auch bei der Stabilisierung des Blutzuckerspiegels, der Körpertemperatur und der Atmung.. Durch einen ungestörten Haut-zu-Haut-Kontakt für mindestens 60 Minuten nach der Geburt erleben Sie beide eine innige Begegnung, die den Grundstein für eine liebevolle Verbindung legt.

Stillzeichen

Bereits aus dem Bonding nach Geburt heraus zeigen die meisten Neugeborene deutlich sein Bedürfnis, angelegt zu werden. Hierfür lassen sich Feinzeichen beobachten wie z.B.:

  • beginnende körperliche Unruhe
  • Saug-, Schmatz-, Zungen- und Suchbewegungen
  • Finger oder Hände zum Mund führen
  • Öffnen der Augen


Das sogenannte Bonding wird auch bei einer Teilnarkose im OP mittels eines Bondinggurtes oder einem Tuch ermöglicht. Ihr Kind ist in ununterbrochenem Hautkontakt über mindestens eine Stunde. Während dieser intensiven Verbundenheit kommt es meist zum ersten Stillen. Durch unser geschultes Personal werden Sie optimal unterstützt und angeleitet.

Auch in den nächsten Tagen nach der Geburt und im Wochenbett ist der direkte Hautkontakt eine wunderbare Methode, um Kind und Mutter bei allen Anpassungsprozessen zu unterstützen. Außerdem trennen wir Sie auch nicht für Routine Maßnahmen, Sie und Ihr Kind bleiben im 24-Stunden-Rooming-in die ganze Zeit zusammen. Dies stärkt nicht nur die Bindung, sondern vermittelt sowohl Ihnen als Eltern als auch Ihrem Baby ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.

Diese Nähe herzustellen ist für alle Kinder besonders wichtig. Auch wenn Sie Ihr Kind aus medizinischen Gründen nicht von Anfang an bei sich haben können, unterstützen wir Sie und gerne auch dem anderen Elternteil, auch in der Neonatologie oder Kinderklinik dabei zur Seite, mit Ihrem Kind möglichst viel Hautkontakt haben zu können. 

Stillen kann eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung dieser Bindung zwischen Mutter und Kind spielen. Während des Stillens kommt es zu einer intensiven körperlichen Nähe und einem direkten, liebevollen Kontakt zwischen Mutter und Baby. Dies schafft eine besondere Gelegenheit für die Mutter, die Bedürfnisse ihres Kindes zu erkennen und darauf einzugehen, was wiederum das Vertrauen und die Sicherheit des Babys fördert.

Zusätzlich zur emotionalen Verbundenheit können Neugeborene und gestillte Kinder auch von den körperlichen und chemischen Prozessen profitieren, die beim Stillen ablaufen. Durch das Stillen werden Oxytocin und Prolaktin freigesetzt, Hormone, die nicht nur die Milchproduktion anregen, sondern auch das Wohlgefühl und die Bindung der Mutter zum Kind steigern. Das Baby spürt diese positiven Gefühle der Mutter, was wiederum dazu beiträgt, eine sichere Bindung aufzubauen.

Insgesamt kann das Stillen ganz natürlich dazu beitragen, eine starke, gesunde und sichere Bindung zwischen Mutter und Kind zu etablieren. Es schafft die Grundlage für das Selbstvertrauen des Kindes und unterstützt seine Fähigkeit zur Selbstregulierung sowie seine soziale Entwicklung. Stillen ist somit nicht nur eine Nahrungsquelle, sondern auch ein mächtiges Werkzeug, um die lebenslange Bindung zwischen Mutter und Kind zu stärken. 

Uns ist die Unterstützung aller Mutter Kind Paare ein wichtiges Anliegen. Auch für Kinder, die nicht gestillt werden, ist uns die Förderung der Bindung ein besonderes Anliegen. Wir ermutigen Sie gerne dazu, ihr Neugeborenes durch möglichst viel Hautkontakt und ausgiebiges Kuscheln zu begleiten. Fragen Sie uns, wir beraten Sie gerne!


Entwicklung

Neugeborene entwickeln grundlegende Fähigkeiten in den vielen Bereichen:

Schon vor der Geburt beginnen Neugeborene, ihre motorischen Fähigkeiten zu entwickeln. Dies beginnt mit Reflexen wie dem Saugreflex und dem Greifreflex. Im Verlauf der ersten Monate werden diese Reflexe allmählich durch bewusst gesteuerte Bewegungen ersetzt. Im Alter von 6 Monaten können viele Babys bereits ihren Kopf halten, sich drehen und erste Anzeichen des Krabbelns zeigen. Schon mit acht bis neun Monaten zeigen Babys die Fähigkeit, nach Dingen zu greifen, die außerhalb ihrer Reichweite liegen, und sie entwickeln die typische Zeigegeste mit dem ausgestreckten Zeigefinger. Dies zeigt, dass sie bereits früh die Absicht und das Bedürfnis haben, sich mit anderen zu teilen und zu kommunizieren.

Die Sinne des Neugeborenen entwickeln sich ebenfalls schnell. Bereits vor der Geburt können sie sehen, hören, schmecken, riechen und berühren. Im Laufe der Zeit verbessern sie ihre Fähigkeiten, komplexe Sinnesreize wahrzunehmen und darauf zu reagieren.

Obwohl Neugeborene in den ersten Monaten noch keine Worte sprechen, entwickeln sie grundlegende Fähigkeiten, die für die spätere Sprachentwicklung entscheidend sind. Sie reagieren auf menschliche Stimmen, nehmen die Melodie der Sprache wahr und beginnen, Laute zu produzieren. Dies sind wichtige Schritte auf dem Weg zum späteren Sprechen und Verstehen von Sprache.

In den ersten 6 Monaten entwickeln Babys grundlegende kognitive Fähigkeiten. Sie lernen, Dinge in ihrer Umgebung zu erkennen, einfache mathematische Konzepte wie Mengen und Muster zu verstehen und ihre Umwelt aktiv zu erforschen. Diese frühkindliche kognitive Entwicklung legt den Grundstein für spätere intellektuelle Fähigkeiten.

Die Bindung zwischen dem Neugeborenen und seinen Eltern oder Betreuern beginnt unmittelbar nach der Geburt. In den ersten Monaten lernen Babys, Gesichter zu erkennen, soziale Signale zu interpretieren und emotionale Verbindungen aufzubauen. Sie entwickeln die Fähigkeit, Gefühle wie Freude, Unbehagen und Interesse auszudrücken. Babys haben auch die Fähigkeit, die Emotionen anderer zu erkennen und darauf zu reagieren. Schon unmittelbar nach der Geburt imitieren Neugeborene die Gesichtsausdrücke von Erwachsenen, und mit fortschreitendem Alter werden sie sensibler für die Gefühle ihrer Umgebung. Diese emotionale Intelligenz bildet die Grundlage für ihre soziale Entwicklung.

Die Forschung zeigt, dass Babys von Geburt an soziale Wesen sind, die ein starkes Interesse an sozialem Kontakt und sozialen Zusammenhängen haben. Dieses angeborene Bedürfnis nach sozialem Kontakt und Verbindung bildet die Grundlage für ihre emotionale, kognitive und sprachliche Entwicklung. Eltern und Betreuer spielen eine wichtige Rolle, indem sie den Babys die Aufmerksamkeit und den sozialen Kontakt bieten, den sie benötigen, um diese frühen Entwicklungsaufgaben zu bewältigen.

Stillen fördert die ganzheitliche Entwicklung Ihres Kindes auf verschiedene Weisen. Während des Stillens werden sämtliche Sinne Ihres Babys angeregt, einschließlich Hören, Schmecken, Riechen, Fühlen und Sehen. Darüber hinaus unterstützt das Stillen die Entwicklung des Orientierungssinns Ihres Babys, insbesondere durch die Lageveränderung beim Seitenwechsel an der Brust.

Eine weitere wichtige Förderung durch das Stillen liegt in der optimalen Ausbildung der Kiefer- und Gesichtsmuskulatur Ihres Kindes. Dies hilft dabei, Kieferfehlstellungen vorzubeugen und begünstigt somit die spätere Sprachentwicklung. Die fein abgestimmte Zusammensetzung der Muttermilch trägt ebenfalls zur Förderung der Entwicklung des zentralen Nervensystems bei.

Neben den erwähnten Vorteilen unterstützt das Stillen auch die Entwicklung des Sehsinns Ihres Babys sowie seine Fähigkeit zur sozialen Interaktion. Die enge Bindung zwischen Mutter und Kind während des Stillens fördert die emotionale und soziale Entwicklung des Säuglings, indem es Sicherheit und Nähe vermittelt. Dies sind entscheidende Faktoren für eine gesunde ganzheitliche Entwicklung Ihres Kindes.

Die Entwicklung von Neugeborenen und Babys in den ersten Wochen und Monaten ihres Lebens umfasst bedeutende Entwicklungsaufgaben. Schon unmittelbar nach der Geburt, wenn Eltern ihr Kind in den Armen halten, beginnt der Prozess des Erkennens und Verstehens der Welt. Innerhalb der ersten Lebenswochen und -Monate durchläuft ihr Neugeborenes parallel eine ganze Vielzahl an Entwicklungsprozessen in einer raschen Geschwindigkeit.

Stillen

Ein besonderes Anliegen ist uns die Förderung und Unterstützung des Stillens. Stillen ist die natürlichste Möglichkeit, das Neugeborene zu ernähren. Muttermilch, insbesondere das Kolostrum in den ersten Tagen, ist einzigartig und enthält spezielle Nährstoffe sowie immunologische Faktoren, die das Neugeborene schützen und seine Anpassung unterstützen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt ausschließliches Stillen für sechs Monate. Um ihr Kind auch begleitend zur Einführung der Beikost mit den wertvollen Inhaltsstoffen der Muttermilch zu unterstützen, wird empfohlen, bis zum zweiten Geburtstag und darüber hinaus weiter zu stillen, so lange Mutter und Kind dies wünschen.

Diese Empfehlung basiert auf umfangreichen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Diese zeigen, dass Muttermilch nicht nur die optimale Nahrung für Säuglinge ist, sondern auch später beim optimalen Gedeihen unterstützt, vor Infektionskrankheiten schützt, das Allergierisiko minimiert und die geistige und motorische Entwicklung fördert.

Das frühe, regelmäßige und häufige Anlegen in den ersten Lebenstagen Ihres Kindes, ist die Grundvoraussetzung für eine ausreichende Milchbildung und notwendig, um den Bedarf Ihres Kindes zu decken. Zu Beginn steigern Kinder die Trinkmenge täglich. Da die Milchbildung sich nach der Nachfrage des Kindes richtet, passt sich das Angebot auch der sich erhöhenden Nachfrage an. Beim Stillen wird nicht nur Hunger und Durst, sondern auch das Saugbedürfnis von Neugeborenen gestillt. Durch die unmittelbare körperliche Nähe erfahren die Kinder also auch Unterstützung bei der Selbstregulation, Trost und Geborgenheit.

Bedeutung von Kolostrum und Muttermilch

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Informationsvideo

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Bedeutung des Stillens für das Kind

Gedeihen

Muttermilch enthält alles, was ein Baby zum optimalen Gedeihen benötigt.

Stimulation

Stillen stimuliert alle Sinne des Babys. Es schmeckt, riecht, hört und sieht seine Mutter. Die geistige und motorische Entwicklung wird positiv beeinflusst.

Verdauung

Muttermilch fördert die Reifung der Darmschleimhaut. Davon profitieren Frühgeborene ganz besonders. Verdauungsprobleme sind seltener.

Suchtrisiko

Stillen reduziert ein späteres Suchtrisiko.

Ernährung

Ein gestilltes Kind kann nicht überfüttert werden. Das Adipositasrisiko wird dadurch verringert.

Linderung

Stillen und Hautkontakt lindern Schmerzen und Stress.

Schutz

Stillen schützt vor Infektionskrankheiten. Mutter- milch, vor allem das Kolostrum, enthält wertvolle Abwehrstoffe (Immunglobuline). Die Kinder sind seltener krank und seltener in stationärer Behandlung in der Kinderklinik. Ausschließliches Stillen mindert das Allergierisiko und schützt vor Diabetes.

Erstes Anlegen

Neugeborene stehen nach der Geburt vor großen Herausforderungen, für die sie viel Energie brauchen. Gleichzeitig ist jedoch das Magenvolumen von Neugeborenen sehr gering und das Verdauungssystem noch wenig geübt. Muttermilch ist jedoch perfekt auf diese Anforderung vorbereitet: Sie ist leicht verdaulich und hat neben genau der richtigen Nährstoffzusammensetzung auch noch lebende Antikörper, die ihr Kind vor Infektionen schützen. Das frühe, regelmäßige und häufige Anlegen in den ersten Lebenstagen Ihres Kindes, ist wichtig, um ihr Neugeborenes bei allen Anpassungsprozessen nach der Geburt zu unterstützen. Da diese Anpassungsprozesse gleichzeitig viel Energie verbrauchen, werden Neugeborene und ausschließlich gestillte Kinder mindestens 8-12 Mal angelegt. Sie trinken meist an jeder Brustseite. Dabei wird nicht nur Hunger und Durst, sondern auch ihr großes Saugbedürfnis gestillt. Durch die unmittelbare körperliche Nähe erfahren die Kinder Trost und Geborgenheit.

Erstes Anlegen

Viele Kinder suchen aus dem Bonding in den ersten 60 Minuten nach Geburt die Brust und finden sie aufgrund ihrer Bewegungsmöglichkeiten intuitiv. Manchmal ist auch ein wenig Unterstützung erforderlich.

Es ist ideal, am Anfang die Stillposition öfters zu wechseln. Je nach Haltung entleert das Baby bestimmte Regionen der Brustdrüse besonders effektiv. So wird ein Milchstau verhindert, die Milchproduktion angeregt und wunde Brustwarzen werden vermieden.

Unterstützen Sie die Brust mit Ihrer freien Hand und legen den Daumen oberhalb der Mamille (Brustwarze), Zeige- und Mittel- finger unter die Mamille, (ca. 3 cm von ihr entfernt). Halten Sie das Baby so, dass sein Körper Ihnen ganz zugewandt ist -“Bauch-an-Bauch“-, wobei Ohr, Schulter und Hüfte eine Linie bilden. Der Mund des Babys soll auf Höhe der Mamille sein, Nase und Mund berühren die Brust, Ober-und Unterlippe des Kindes sind nach außen gestülpt. So kann Ihr Kind optimal trinken und schlucken. Das Kind spürt die Brust an seiner Wange. Dies löst den Suchreflex aus und hat zur Folge, dass das Kind den Mund WEIT öffnet und die Zunge auf die untere Zahnleiste senkt. Wenn der Mund weit geöffnet ist, nehmen Sie das Baby rasch an die Brust, so dass es die Mamille und einen großen Teil des Brustgewebes erfassen kann.

Lassen Sie Ihr Kind NIE nur an der Mamille saugen.

Dies ist der häufigste Auslöser für wunde Mamillen und schlechtes Gedeihen des Säuglings. Falls nach dem Anlegen das Saugen des Kindes zunehmend Schmerzen bereitet, lösen Sie im Mundwinkel des Babys den Saugschluss mit Ihrem Finger, nehmen Ihr Kind ab und beginnen nochmals. Es ist ganz normal, wenn in der Lernphase dieser Vorgang mehrere Male wiederholt werden muss, aber die Mühe lohnt sich! Ganz besonders hilfreich ist hierbei Rebonding (erneuter Haut zu Hautkontakt).

Ernährung des Neugeborenen - Stillmenü

Durch das regelmäßige Saugen wird auch die Milchmenge gesteigert. Sie sollten Ihr Kind stets nach Bedarf, mindestens 8 - 12 Mal und 15-20 Minuten innerhalb von 24 Stunden Stillen. Oft beobachtet man in den frühen Abendstunden häufigere Mahlzeiten mit kurzen Abständen. Man nennt dieses Verhalten des Kindes Cluster-Feeding. Cluster-Feeding unterstützt die Steigerung der Milchmenge und sollte daher nicht beschränkt werden.

Zeigt Ihr Kind zu Beginn kein großes Interesse am Stillen, dann sollte es zum Trinken geweckt werden. Es ist wichtig, das Neugeborene zum Stillen zu wecken, um sicherzustellen, dass es genügend Nahrung bekommt. Es darf einmal in 24 Stunden eine längere Schlafpause von 4-5 Stunden haben, aber insgesamt sollte es häufiger gestillt werden, um auf die erforderlichen 8 Mahlzeiten zu kommen. Hat das Kind mal nur Durst, dann trinkt es kurz zwischen den Mahlzeiten, oft auch nur an einer Brust.

Stillmenü

Um Ihnen und uns einen Überblick zu verschaffen, bitten wir Sie das Trinken Ihres Kindes im Stillmenü festzuhalten.

Vordruck zum Herunterladen


  • Ziehen Sie Ihr Baby bis auf die Windel aus, damit es durch die Raumtemperatur stimuliert wird
  • Nehmen Sie Ihr Baby vor dem Stillen für 15 – 30 Minuten in Hautkontakt
  • Reiben Sie sanft die Haut und massieren Sie Ihr Baby an verschiedenen Körperstellen von oben bis unten, streichen Sie über seinen Kopf, seine Fußsohlen, auf und ab entlang der Wirbelsäule, über den Bauch, entlang der Arme, streichen Sie über den Oberbauch.
  • Regeln Sie die Beleuchtung so, dass Ihr Baby dadurch stimuliert wird, das Licht aber nicht zu grell ist, sodass Ihr Baby seine Augen öffnen mag und sie nicht zukneifen muss.
  • Wenden Sie den "Puppenaugentrick" an: Bewegen Sie Ihr auf Ihrem Schoß zu Ihnen gewandt sitzendes Baby sanft mit dem Oberkörper auf und ab bis es die Augen öffnet.
  • Sprechen Sie Ihr Baby an. Babys reagieren auf die Stimme ihrer Mutter.
  • Entleeren Sie etwas Muttermilch aus der Brust und halten Sie sie unter Babys Nase. Lassen Sie etwas Muttermilch über die       Mamille laufen während sie das Baby anlegen.
  • Ändern Sie die Stillposition Ihres Babys von der Wiegen‐ zur Rückenhaltung und wieder zurück
  • Wechseln Sie zwischendurch die Windeln Ihres Babys.

Quelle: Das Kind zum Trinken wecken

In den meisten Fällen wird das Stillen als die ideale Form der Säuglingsernährung angesehen. Ausgehend von den natürlichen Bedürfnissen von Neugeborenen bei der Ernährung sowie dem Bedürfnis nach Nähe und Verbundenheit, richtet sich auch die Unterstützung, die Frauen erhalten, die sich für einen anderen Weg der Ernährung entscheiden. Uns ist es wichtig, dass Frauen sich in ihrer Entscheidung respektiert und unterstützt fühlen, unabhängig davon, ob sie stillen oder alternative Methoden der Säuglingsernährung wählen.

Muttermilch ist die von Natur vorgegebene Nahrung für Ihr Kind. Alle Kinder profitieren von der ersten Frauenmilch, dem sogenannten Kolostrum, ganz besonders Frühgeborene. Auch für sie ist Muttermilch von Beginn an die bevorzugte Nahrung. Muttermilch bietet die wichtigsten Grundlagen für die Ernährung von Frühgeborenen - Muttermilch ist ein Komplettmenü. Mütter von Frühgeborenen produzieren die sogenannte Preterm-Milch während des 1. Lebensmonates ihres Kindes. Eine einzigartige nicht kopierbare Nahrung mit besonderen Eigenschaften:

  • Leicht verdaulich
  • Muttermilch unterstützt die Darmreifung optimal
  • Schützt den Darm vor einer Entzündung und NEC (nekrotisierenden Enterokolitis)
  • Besonders reich an Antikörpern und Immunglobulinen, ein zusätzlicher Schutz für Ihr Kind
  • Der hohe Anteil an Endorphinen sorgt für eine Schmerz- und Stressreduktion
  • Muttermilch passt sich genau den Bedürfnissen Ihres Kindes an
  • Wird „Medizin“ für Frühgeborene genannt
  • Frühes Anlegen fördert die Mutter-Kind-Bindung und die neurologische, kognitive und visuelle Entwicklung

Als babyfreundliche Geburtsklinik ist es uns ein großes Anliegen, Sie in Ihrer besonderen Situation zu unterstützen.

Sie stellen sich die Frage:

Kann mein Körper schon Milch bilden?

Ja!

Das Brustwachstum beginnt in der frühen Schwangerschaft und wird dabei von den Schwangerschaftshormonen unterstützt. Direkt nach der Geburt, unabhängig von der Schwangerschaftswoche, beginnt die Milchbildung und nach etwa 2 Wochen ist eine ausreichende Milchproduktion etabliert.

Was kann ich tun?

Es ist notwendig unmittelbar nach der Geburt Kolostrum zu gewinnen. Die aufgegangene Milch wird zeitnah Ihrem Kind gegeben. Vor dem Entleeren stimulieren Sie ihre Brust mit der Brustmassage nach Marmet. (Siehe auch Handentleeren von Muttermilch)

Sie werden ohne Ihr Kind auf Station verlegt: Sie führen die Handentleerung weiter durch. Am nächsten Tag, oder spätestens 6 Stunden nach der Geburt, beginnen Sie mit dem Abpumpen. In die Technik der elektrischen Intervallpumpe und die Praxis des hygienischen Abpumpens werden Sie eingeführt
Wir empfehlen Ihnen folgendes Vorgehen:

  • In der ersten Lebenswoche, gerne auch länger, ist die vorbereitende Brustmassage ratsam
  • Wiederholen Sie diesen Vorgang 8 – 12mal, in 24 Stunden, ungefähr alle 2-3 Stunden

Ziel:
Erreichen der vollen Milchbildung 2 Wochen nach der Geburt, circa 700ml/24 Stunden

Es gibt kein zu häufiges Entleeren zu Beginn der Stillzeit. Der Pumprhythmus unterscheidet sich vom Stillrhythmus nicht. Um die Milchmenge zu steigern, empfehlen wir das Abpumpen am 1. Tag 8mal, später 8-12mal/Brustseite innerhalb von 24 Stunden. Dabei kann der Abstand unterschiedlich lang sein. Nachts wird die Milchbildung hormonell sehr unterstützt. Sofern Sie diese empfohlene tägliche Stillhäufigkeit einhalten, können Sie sich eine erholsame Nachtruhe von maximal 4–5 Stunden gönnen. Die Milchbildung wird in diesem Falle optimal unterstützt. Eine effektive und zeitsparende Variante ist das sogenannte Doppel-/ Synchronpumpen,- dabei wird beidseitig 15 Minuten gepumpt. Die tägliche Stillvisite unterstützt optimal und situativ die Milchbildung beim Pumpen.

Flyer Muttermilch für Frühgeborene


Diese Empfehlungen gelten für gesunde und reifgeborene Babys zu Hause.
Falls Ihr Kind krank oder zu früh geboren wurde oder sich in einer Klinik befindet, gelten strengere Richtlinien, die Sie von der betreuenden Klinik erhalten.

Hebammen beraten Sie gern zur Aufbewahrung von Muttermilch und anderen Themen!

Muttermilch ist nicht homogenisiert, sondern roh. Dadurch setzt sich natürlicherweise nach einiger Zeit das Milchfett oben ab. Der wässrige Anteil unter der „Sahne“ kann durchaus gelblich, bläulich, rötlich oder bräunlich aussehen und hat nicht zu bedeuten, dass die Milch schlecht ist. Durch vorsichtiges Erwärmen und Schütteln , vermischt sich alles wieder.

Das Auftauen von tief- gekühlter Milch erfolgt möglichst schonend über 24 Stunden im Kühlschrank. Für den Notfall eignet sich auch fließend warmes Wasser. Wurde die Milch sehr lange gefroren, kann sich ein seifiger Geschmack bemerkbar machen. Dies liegt an bereits aufgespaltenen Fetten und stellt keinen Qualitätsverlust dar.

Für das anschließende Erwärmen eignet sich ein Wasserbad, Flaschenwärmer oder fließend warmes Wasser. Zum Prüfen der Trinktemperatur tropfen Sie sich am besten etwas Milch auf das innere Handgelenk. Auf eine Erwärmung in der Mikrowelle sollten Sie verzichten. Dabei werden nicht nur wertvolle Inhaltsstoffe vernichtet, sondern die Milch erhitzt sich ungleichmäßig. Obwohl sie sich außen kühl anfühlt, kann sie innen sehr heiß sein. Wiedererwärmte Muttermilch sollte bald verbraucht werden.

Wenn Ihr Kind gestillt wird, gibt es geeignetere Methoden, als das Füttern mit einer Flasche und Sauger. Lassen Sie sich über die Alternativen von einer Hebamme individuell beraten.

Hygiene

Waschen Sie sich vor der Gewinnung von Muttermilch die Hände mit Wasser und Seife und trocknen Sie sie mit einem sauberen Handtuch gut ab. Ein Desinfektionsmittel ist nicht notwendig.

Aufbewahrungsbehälter

Benutzen Sie spezielle Behälter aus Glas, trüben Hartplastik (Polypropylen/PP) oder Muttermilchbeutel, die für die Aufbewahrung von Muttermilch vorgesehen sind. Glasflaschen sind am idealsten, da sie keinerlei Weichmacher enthalten. Nicht geeignet zur Aufbewahrung sind normale Gefrierbeutel, Eiswürfelbehälter oder Gefäße aus Edelstahl oder klarem Hartplastik/ Polycarbonat (PC).

Reinigung der Gefäße

Die Gefäße werden vor dem Benutzen mit heißem Wasser und Spülmittel gereinigt und anschließend ausgekocht (3 - 5 min) oder vaporisiert. Eine Reinigung in der Spülmaschine bei mindestens 65˚C ist ebenso möglich. Spezielle Muttermilchbeutel können sofort, aber nur einmalig benutzt werden.

Sammeln der Milch

Wenn Sie Muttermilch sammeln wollen um sie langfristig aufzubewahren, vermeiden Sie ein Umschütten. Dabei kann es leicht zu Verunreinigungen kommen und die Haltbarkeit verkürzt sich stark. Für einen baldigen Verbrauch (innerhalb von 3 Tagen), können Sie Ihre Milch zusammenschütten. Dafür kühlen Sie die frisch gewonnene Milch zuerst verschlossen im Kühlschrank herunter und geben sie dann auf die vorherige Portion. Achten Sie darauf, die Innenseiten der Gefäße nicht zu berühren. Die Haltbarkeit richtet sich dann nach der zuerst gewonnenen Milch.

Aufbewahrung im Kühlschrank

Die Kühlschranktür ist ein ungeeigneter Platz zur Aufbewahrung der mit Muttermilch gefüllten Gefäße. Hier kommt es zu großen Temperaturschwankungen. Idealer ist daher die kühlste Stelle im Kühlschrank. In der Regel ist dies das unterste Fach über der Gemüseschublade. Eine zusätzliche Plastikbox, in der die Flaschen oder Muttermilchbeutel gestellt bzw. gelegt werden können, schafft eine zusätzliche Temperaturstabilität.

Einfrieren

Milch, die nicht innerhalb von 2 Tagen verbraucht wird, sollte tiefgefroren werden.
Wenn Sie die Muttermilch einfrieren möchten, sollten circa 3cm Platz im oberen Bereich des Gefäßes belassen werden, da sich beim Gefrieren die Milch ausdehnt und das Gefäß sonst platzen könnte.

Allgemein gilt

Da in der Muttermilch aktive Stoffe enthalten sind, die ein Bakterienwachstum hemmen, kann sie länger als industrielle Säuglingsmilch (Formula) gelagert werden. So findet sich zum Beispiel in frisch gewonnener Muttermilch nach 2 Stunden die geringste Anzahl an Keimen. Dennoch sollten Sie Ihre frisch gewonnene Milch so schnell wie möglich kühlen oder einfrieren.

Verbrauchen Sie die Milch der Reihenfolge nach, in der sie gewonnen wurde. Daher ist es wichtig, das Datum und eventuell auch die Uhrzeit auf den Behältern zu notieren. Muttermilch, die beispielsweise am Morgen gewonnen wurde, hat wachmachende Eigenschaften, „Abendmilch“ eher schlaffördernde. Benutzen Sie frische Milch, wann immer es möglich ist.

Je sauberer Muttermilch gewonnen wurde und je konstanter und niedriger die Kühltemperatur ist, desto länger ist die Haltbarkeit.

Einmal aufgewärmte Milch sollte nicht erneut erwärmt und gefüttert werden. Sie eignet sich aber hervorragend zur Hautpflege.

Flyer Aufbewahrungvon Muttermilch

Haltbarkeit von Muttermilch
OrtZeitraumTemperarturbereich
Raumtemperatur4 -6 Stundenbis 26 °C
Kühlschrank3 Tage4 bis 6 °C
5 Tage0 bis 4 °C
Kühltasche mit gefrorenen CoolPacks24 Stundenpro Behälter mind. 1 CoolPack
Eisfach im Kühlschrank1 - 2 Wochen-15 °C
Tiefkühler3 - 4 Monate-16 bis -20 °C
Tiefkühler mit konstanter Temperatur6 Monate und länger-20 °C
aufgetaute Muttermilch, ungeöffnet24 Stunden4 °C
aufgetaute Muttermilch, geöffnet12 Stunden4 °C
aufgetaute Milch Raumtemperatur4 Stundenbis 26 °C


Brustmassage und Entleerung von Kolostrum und Muttermilch von Hand

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Informationsvideo für Schwangere

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Babyfreundliche Geburtskliniken möchten Mütter auch mit praktischen Tipps beim erfolgreichen Stillen unterstützen. Dazu gehört es auch, Sie zur Brustmassage anzuleiten und über die Möglichkeit der Gewinnung von Muttermilch zu informieren. Für die regelmäßige Gewinnung von Muttermilch können elektrische oder handbetriebene Milchpumpen zum Einsatz kommen. Um möglichst flexibel zu sein, können Sie Ihre Brust jedoch auch ganz einfach von Hand entleeren.

In manchen Fällen ist eine Gewinnung von Hand auch bereits in der Schwangerschaft sinnvoll. Welche Fälle das sind, erklären wir in unserem Informationsvideo. Den dazugehörigen Flyer haben wir hier für Sie zu Verfügung gestellt. 

Informationen zur vorgeburtlichen Muttermilchgewinnnung (PDF)

Bedeutung des Stillens für die Mutter

Bindung

Der Hautkontakt zwischen Mutter und Kind fördert nicht nur die Milchbildung, sondern vor allem auch die Bindung zum Kind. Die Mutter erfährt, dass sie durch Nähe ihrem Kind Geborgenheit und Schutz bieten kann.

Gelassenheit

Prolaktin sorgt für die Milchbildung, und zudem für mehr Gelassenheit.

Rückhalt

Stillen fördert die Rückbildung der Gebärmutter durch das Hormon Oxytocin, welches Ihnen in Ihrer neuen Rolle als Mutter einen psychischen Rückhalt gibt, da Oxytocin unter anderem die Ausschüttung von Stresshormonen verringert.

Nährstoffe

Muttermilch enthält Nährstoffe in hoher Qualität. Sie ist in optimaler Zusammensetzung, in der richtigen Temperatur und Menge vorhanden.

Effizienz

Stillen ist deshalb praktisch, ökologisch, spart viel Zeit und Geld. Sie haben immer alles dabei.

Recht

Berufstätigen Müttern stehen Stillzeiten gesetzlich zu, (Mutterschutzgesetz § 8).

Gesundheit

Statistisch gesehen verringern Stillzeiten das Risiko, an Brust-, Eierstock-u. Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Stillen verringert das Osteoporose - Risiko und reduziert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sowie das Auftreten von Diabetes, vor allem im Alter

Stillzeit

Stillzeit

Das Stillen ist ein dynamischer Prozess, der sich der Entwicklung des Kindes anpasst. Kinder trinken unterschiedlich lang. Ein ausschließlich gestilltes Kind gedeiht, sofern es mindestens achtmal am Tag trinkt, ca. fünfmal eine nasse Windel hat und im ersten Lebensmonat vier bis fünfmal am Tag Stuhlgang. Dieser verändert Farbe und Konsistenz laufend.

Muttermilchstuhlgang kann sehr dünnflüssig und nach sechs bis acht Wochen kann die Stuhlentleerung auch seltener sein, eventuell nur einmal in der Woche. Manche Kinder scheinen einmal am Tag zu „dinieren“. Dabei trinken die Kinder, meist in den Abendstunden, kurz hintereinander immer wieder an der Brust. Dasselbe Trinkverhalten tritt auch während der Wachstumsschübe Ihres Kindes auf. Ihr Kind sorgt durch häufiges Stimulieren an der Brust die Milchsteigerung. Besonders hilfreich sind ein paar ruhige Tage und Vertrauen in diesen wiederkehrenden physiologischen Prozess (ca 8.-10. Lebenstag, 4.–6. Lebenswoche, Übergang vom 3. in den 4. Lebensmonat). Wachstumsphasen bedeuten nicht, dass Ihre Milchmenge dem Kind nicht ausreicht. Die durchschnittliche, zu erwartende Gewichtszunahme des gestillten Kindes zeigt Ihnen die anschließende Tabelle.

Stillen für beide Elternteile

Auch Partner haben eine wichtige Rolle in den ersten Wochen nach der Geburt. Ein Baby bringt Freude und Verantwortung zugleich. Vieles ist neu und ein Patentrezept dafür, wie man gute Eltern wird, hat niemand parat. Wir glauben: Das Wichtigste ist, dass Mütter und ihre Partner gut informiert ihre Entscheidungen darüber treffen, wie sie ihre Elternschaft gestalten möchten.

Mehr erfahren
Alter
Durchschnittliche, wöchentliche Gewichtszunahme
0-2 Monate
170 – 330 g
2-4 Monate110 – 330 g
4-6 Monate
70 – 140 g
6 – 12 Monate
40 – 110 g

Sollten Sie Babynahrung nutzen, sprechen Sie unser Fachpersonal noch einmal bei der Entlassung auf den richtigen Ernährungsplan für Ihr Kind an.


Ernährung in der Stillzeit

Ihre Ernährung in der Stillzeit sollte vielseitig, vitamin- und ballaststoffreich sein. Für die Notwendigkeit einer besonderen Diät, die den Verzicht auf säurehaltige Lebensmittel beinhaltet, gibt es keine Hinweise. Dass die Ernährung der Mutter Blähungen beim Kind verursacht oder es wund werden lässt, ist nach neueren Erkenntnissen nicht uneingeschränkt richtig. Blähungen gehören zur menschlichen Verdauung und können nicht vermieden werden. Sie können jedoch durch entspannende Maßnahmen, geeignete Lagerung und ausreichend Bewegung behandelt werden.

Vereinbarkeit von Stillen mit Alkohol, Zigaretten und Canabis

Alkohol und Stillen

Für die Gesundheit und die sichere Entwicklung ihrer Kinder vermeiden es viele Mütter während der Schwangerschaft Alkohol zu trinken. Wenn das Kind geboren ist, ist die Frage nachvollziehbar, inwiefern sich dies mit dem Stillen vereinbaren lässt, schließlich ist Alkohol in unserer Gesellschaft ein etabliertes Genussmittel. Für Sie und Ihr Kind ist es das Sicherste auf Alkohol in der Stillzeit zu verzichten. Allerdings wird der Genuss von Alkohol unter Eltern sehr unterschiedlich bewertet, weshalb man diesem Thema bei der Risikobewertung nicht mit einem totalen Verbot begegnen kann. Alkohol hat ein hohes Potential über den Genuss ein Suchtmittel zu werden. Regelmäßiger Konsum birgt Gesundheitsrisiken. Sollten Sie feststellen, dass Sie regelmäßig auf Alkohol angewiesen sind, empfiehlt es sich, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen, da dies nicht nur in der Stillzeit, sondern auch danach Ihr Kind gefährden kann. Sprechen Sie uns hier gerne an. Sie dürfen auf die Schweigepflicht vertrauen. 

Alkohol gelangt nach dem Genuss über Getränke oder Speisen über die Blutbahn innerhalb von 30 bis 60 Minuten in die Muttermilch.

Es ist wichtig zu wissen, dass sich die Menge Alkohol in Ihrem Blut und der Alkoholgehalt in Ihrer Muttermilch nicht unterscheiden.  Die Menge des in der Muttermilch angereicherten Alkohols hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Von der Stärke und Menge des konsumierten Alkohols
  • Von der Menge und der Art des mit dem Alkohol konsumierten Essens
  • Von Ihrem Körpergewicht
  • Von der Geschwindigkeit der Alkoholaufnahme 

Wenn Sie aufhören, Alkohol zu konsumieren, wird die Menge des Alkohols in Ihrem Blut ebenso wie in Ihrer Muttermilch sinken. Abpumpen und Verwerfen reduziert die Menge des Alkohols in Ihrer Muttermilch nicht. Nur die Zeit reduziert die Alkoholmenge in Ihrer Muttermilch.

  • 100 ml eines 13,5%igen Weins oder
  • eine kleine Flasche (375 ml) eines mittelstarken Biers oder
  • eine Fertigmischung („Alco-Pop“)(275 ml) oder
  • 30 ml Branntwein.

Australische Leitlinien für alle Frauen (Ausnahme: Schwangere) empfehlen nicht mehr als zwei „Standard-Drinks“ in 24 Stunden. Da Alkohol unter anderem den Spiegel der für Stillen erforderlichen Hormone beeinflusst und den Milchfluss hemmt, ist es am besten, im ersten Monat nach der Geburt Ihres Kindes Alkohol ganz zu meiden, bis das Stillen gut etabliert ist und sich ein individueller Stillrhythmus eingestellt hat.

Nein. Vielleicht haben Sie gehört, dass schwarze Biersorten die Milchproduktion anregen. Was tatsächlich passiert, ist, dass der Alkohol den Milchfluss hemmt. Milch bleibt in der Brust zurück und erweckt damit den Eindruck, dass die Brüste mehr Milch produzieren.

Eine Grundregel besagt, dass es für eine Durchschnittsfrau zwei Stunden dauert, um den Alkohol aus einem „Standard-Drink“ abzubauen, also vier Stunden bei zwei Drinks, sechs bei drei usw. Die folgende Tabelle liefert exaktere Zeiten für Mütter, entsprechend ihrem Körpergewicht. Um diese Tabelle zu benutzen, folgen Sie bitte diesen Anweisungen:

1. Suchen Sie das Körpergewicht, das am nächsten an Ihrem aktuellen Körpergewicht liegt, in der linken Spalte.

2. Entscheiden Sie in der oberen Querzeile, wie viele Drinks Sie zu sich nehmen möchten oder zu sich genommen haben.

3. Lesen Sie entlang der Reihe, wo Ihr Gewicht erscheint und abwärts in der Spalte, die die Anzahl Ihrer Drinks angibt.

Gewicht der MutterMenge der Standard Drinks




(kg)123456
551:553:515:467:429:3811:33
571:533:465:407:339:2611:20
591:513:425:337:259:1611:07
611:483:385:277:169:0510:55
641:473:345:227:088:5610:43
661:453:305:157:018:4610:32
681:433:275:106:548:3710:21
701:423:235:056:468:2810:10
731:403:205:006:408:2010:00
751:383:164:556:338:129:50
771:363:134:506:278:039:40
791:353:104:456:207:559:31
821:333:074:416:157:489:22
841:323:044:366:087:419:13
861:313:024:326:037:349:05

Hinweis: Die Zeit wird berechnet vom Beginn des Alkoholkonsums.


Zigaretten, E- Zigaretten und Stillen

Die Giftstoffe des Tabakrauchs, insbesondere Nikotin und krebserregende Substanzen, können direkt in die Muttermilch übergehen und zu einer Vielzahl von Problemen führen. Auch bei E-Zigaretten wurden in verschiedenen Studien in Liquids krebserzeugenden Stoffe, wie Formaldehyd, Acetaldehyd sowie Blei und Nickel nachgewiesen. Symptome bei gestillten Säuglingen von Raucherinnen können Unruhe, schlechteres Saugverhalten, Koliken, Erbrechen, langsamere Gewichtszunahme und ein erhöhtes Risiko für plötzlichen Kindstod sein. Die Intensität dieser Probleme korreliert mit der Menge des Nikotinkonsums der Mutter.

Viele Raucherinnen reduzieren den Konsum von Zigaretten während der Schwangerschaft, um die gesunde Entwicklung ihres Kindes nicht zu gefährden. Auch Rauchen während der Stillzeit stellt eine Gefahr für die Gesundheit des gestillten Kindes dar.

Die Giftstoffe des Tabakrauchs, insbesondere Nikotin und krebserregende Substanzen, können direkt in die Muttermilch übergehen und zu einer Vielzahl von Problemen führen. Auch bei E-Zigaretten wurden in verschiedenen Studien in Liquids krebserzeugenden Stoffe, wie Formaldehyd, Acetaldehyd sowie Blei und Nickel nachgewiesen. Symptome bei gestillten Säuglingen von Raucherinnen können Unruhe, schlechteres Saugverhalten, Koliken, Erbrechen, langsamere Gewichtszunahme und ein erhöhtes Risiko für plötzlichen Kindstod sein. Die Intensität dieser Probleme korreliert mit der Menge des Nikotinkonsums der Mutter.

Trotz dieser Risiken bleibt Muttermilch von Raucherinnen auf Grund ihrer Zusammensetzung und Inhaltsstoffe immer noch wertvoll für ein Kind. Die Vorteile der belasteten Muttermilch überwiegen die Nachteile der Gabe von Formulanahrung.

Neugeborene von Raucherinnen, die auch in der Schwangerschaft geraucht haben, nach der Geburt Entzugssymptome aufweisen können, kann Stillen diese vermindern. Für Frauen, die nicht in der Lage sind mit dem Rauchen aufzuhören, können bestimmte Maßnahmen ergriffen werden, um die schädlichen Auswirkungen des Rauchens zu reduzieren. Dazu gehören das Rauchen direkt nach dem Stillen, anstatt vor dem Stillen, in unmittelbarer Nähe des Babys und in geschlossenen Räumen nicht zu rauchen, für eine gute Belüftung der Räume und einen Kleidungswechsel zu sorgen, bzw. nach dem Rauchen zu duschen. Jedoch können diese Maßnahmen die Risiken des Rauchens während der Stillzeit für Ihr Kind nicht vollständig nivellieren. Auch die Ausdünstungen von Tabak über die Haut von rauchenden Partnern bzw. Partnerinnen können Ihr Kind schädigen.

Bei der Rauchentwöhnung hat sich in Studien eine professionelle Hilfe bewährt. Rauchentwöhnungsprogramme, die von Kliniken, Krankenkassen oder verschiedenen Sozialeinrichtungen angeboten werden, können eine wirksame Unterstützung bieten. Der Konsum von Nikotinpflastern und Nikotinkaugummis während der Stillzeit sollte vermieden werden, da Nikotin an das Baby weitergeben wird und zusätzliche unerwünschte Nebenwirkungen auftreten können.

Cannabis und Stillen

Entsprechend der aktuellen gesetzlichen Regelungen ist der Konsum von Cannabis in Deutschland in Maßen legal. Obwohl die Langzeitwirkungen von Cannabiskonsum auf gestillte Kinder noch nicht vollständig erforscht sind, ist bekannt, dass Cannabiskomponenten in der Muttermilch nachweisbar sind und potenziell umfassende Schädigungen des Kindes nach sich ziehen können.

Tierversuche deuten auf mögliche neurologische Verhaltensänderungen und Entwicklungsstörungen hin. Zudem können Cannabisprodukte mit Schimmel und anderen Giftstoffen verunreinigt sein, was zusätzliche Risiken für Ihr Kind birgt. Der Verzicht auf Cannabiskonsum während der Stillzeit ist der einzig sichere Weg, um das Wohlergehen Ihres Kindes zu gewährleisten. Selbst ein gelegentlicher oder seltener Konsum kann potenziell schädliche Auswirkungen haben, und es gibt keine Garantie dafür, dass über die Muttermilch übertragene Cannabiskomponenten keine negativen Folgen für die Gesundheit Ihres Kindes haben.

Es wird daher dringend davon abgeraten, während der Stillzeit Cannabis zu konsumieren.

In Anbetracht der Unsicherheit und der potenziellen Risiken für die Kinder sollte jede junge Mutter konsequent auf Cannabiskonsum während der Schwangerschaft und Stillzeit verzichten!

Unterstützungsangebote in der Stillzeit

 

Unterstützungsangebote in der Stillzeit

Sollten Sie in der Stillzeit Fragen oder Probleme haben, scheuen Sie sich nicht, diese unserem pflegerischen und ärztlichen Team zu stellen. Die gängigsten Fragen haben wir auf der folgenden Seite für Sie zusammengestellt:

Um Ihre individuellen Fragen zu beantworten, hat sich in jedem Fall der direkte Kontakt zu einer freiberuflichen Hebamme im Rahmen der Nachsorge bewährt. Analog der Betreuung in der Schwangerschaft stehen Ihnen Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt im Wochenbett als wichtige Ansprechpersonen zur Seite.

Austausch


Gegenseitiger Austausch in der Stillzeit

Stillgruppen stellen eine wertvolle Unterstützung in der Stillzeit dar und bieten die Gelegenheit zum Austausch mit anderen Müttern.

Café frieDA

Friedrich-Dannemann-Straße 69, 72070 Tübingen

Sonntag, 14.00 Uhr – 18.00 Uhr

Keine Anmeldung erforderlich

Website

 

Elkiko,

Gesprächsrunde zum Familienalltag mit Babys, Klein- und Kindergartenkindern

elkiko Familienzentrum Tübingen e.V.
 Lilli-Zapf-Str. 17, 72072 Tübingen

Zweiter Dienstag im Monat, 16.00 Uhr- 17.00 Uhr

Keine Anmeldung erforderlich

 

Elkiko Babybrunch

elkiko Familienzentrum Tübingen e.V.
 Lilli-Zapf-Str. 17, 72072 Tübingen

Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag
 09.30 Uhr - 11.30 Uhr

Anmeldung erforderlich

babybrunch@elkiko.de

 

Offener Familien-Treff „im GüBa“

FBS Güterbahnhofsareal
 Eisenbahnstraße 11, 72072 Tübingen

Mittwoch, 15.00 Uhr – 17.00 Uhr

Anmeldung erforderlich

Website

 

Familiencafé in der Museumsvilla

Museumsvilla
Neckarhalde 31, 72070 Tübingen

Montag, 15.00 Uhr – 18.00 Uhr

Keine Anmeldung erforderlich

familiencafe.museumsvilla@gmail.com

 

Interkulturelles Mehrgenerationenhaus Tübingen

Spieletreff im Mehrgenerationenhaus 

Montag (Spieletreff)
15.00 Uhr-17.00 Uhr

Sonntag (Winterspielstube)
Winterspielstube im Mehrgenerationenhaus
vom 5.11.2023-24.03.2024
 14.30 Uhr-17.30 Uhr

 

Familientreff Kinderhaus Waldhäuser-Ost

Stadtteiltreff WHO
Berliner Ring 20, 72076 Tübingen

Donnerstag, 16.00 Uhr – 17.30 Uhr

Keine Anmeldung erforderlich

07071 610298

 

Familientreff auf der Wanne

Gemeindehaus St. Paulus
Johannes-Reuchlin-Straße 3, 72076 Tübingen

Freitag, 10.00 – 11.00 Uhr

Keine Anmeldung erforderlich

familientreff-wanne@web.de

 

Hirschauer „Spielezimmer“ und Babytreff

Stadtteiltreff „Ratsstüble Hirschau e.V.“
Kingersheimerstraße 46, 72070 Tübingen-Hirschau

Mittwoch (Spielezimmer)
 10.00 Uhr – 12.00 Uhr

Donnerstag (Babytreff)
 15.00 – 17.00 Uhr

Keine Anmeldung erforderlich

07071 9955733

 

Baby-Café Jakobuskirche

Salzstadel bei der Jakobuskirche
 Madergasse 7, 72070 Tübingen

Dienstag, 15.00 Uhr – 17.30 Uhr

Keine Anmeldung erforderlich

07071 7787105

 

Stillgruppe im Geburtshaus Tübingen

Online

Vierter Mittwoch im Monat
 09.30 Uhr – 11.00 Uhr

Anmeldung erforderlich

Besonderheit: Der Stilltreff findet nur ONLINE statt

Anmeldung oder über den Elternverein.

 

Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V.

c/o Brückenhaus, Werkstraße 8, 72074 Tübingen

Verschiedene Treffen für Alleinerziehende des VAMV. Näheres siehe Homepage

Keine Anmeldung erforderlich

info@vamv-tuebingen.de

 

Mütter/ und Familienzentrum Ammerbuch

Offenes Café

Freitag, 9.30 Uhr – 11.30 Uhr

Nur außerhalb der Schulferien

info@muetze-ammerbuch.de

07073 910532

 

Babycafé im Mütter-und Familienzentrum e.V./MGH Mössingen

Falltorstr. 67, Mössingen

07473 - 8599

Dienstag, 9.30 – 11.00 Uhr

Anmeldung erforderlich

Kostenlose Treffs/Babycafé

Alle Tage/Uhrzeiten und Kursleitung auf Website

info@muetterzentrum.moessingen.org

 

Familienbildungs-stätte Mössingen

STÄRKE-Projekt

Bildungshaus
Goethestr.4, 72116 Mössingen

verschieden

Keine Anmeldung erforderlich

Fbs-tuebingen.de

Außenstelle Mössingen

 

Elterncafé KiFAZ

KiFAZ Kinder-und Familienzentrum Ringelbach
 Andersenweg 4, Reutlingen

Verschieden, 10.00 -12.00 Uhr

Keine Anmeldung erforderlich

07121 9296-11

info.ebr@elkw.de

evang-bildung-reutlingen.de

 

Elterncafé-Reutlingen

Haus der Familie
Pestalozzistr. 54, 72762 Reutlingen

Verschieden, 10.00 -12.00 Uhr

Keine Anmeldung erforderlich

07121 9296-11

info.ebr@elkw.de

evang-bildung-reutlingen.de


Elterncafé-Riederich

Riederich Bürgerhaus

verschieden, 9.30-11.30Uhr

Keine Anmeldung erforderlich

07121 9296-11

info.ebr@elkw.de

evang-bildung-reutlingen.de

 

Stillgruppe Neckartenzlingen

Evangelisches Gemeindehaus
Unterbössel 1, 72654 Neckartenzlingen

Einmal im Monat, Freitag, Verschieden

Treffen für ältere Stillkinder zweimonatlich

Anmeldung erforderlich

https://www.lalecheliga.de/stillgruppe-72654-neckartenzlingen/

 

Stillgruppe Malmsheim

Online

Monatliche Gruppe, Verschieden

Treffen für ältere Stillkinder etwa viermal im Jahr

Anmeldung erforderlich


Übersicht als Tabelle zum Download

Siehe auch

Wochenbett im Mutter-Kind-Zentrum

Angebote für Wöchenerinnen in der Frauenklinik: Tübinger Wochenpflegemodell, Familienzimmer und Mütterzimmer in der Kinderklinik.

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Elternschule

Mit unseren Informationsveranstaltungen, Workshops und Kursangeboten begleiten wir Sie in der ersten Zeit mir Ihrem Kind.

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Neugeborenenbetreuung

Informationen für die erste Zeit zuhause, Weiterbetreuung nach Entlassung aus der Klinik und Vorbeugeuntersuchungen bei Neugeborenen.

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Zertifikate und Verbände