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Wenn das Knie schmerzt ...

Arthrose ist eine Volkskrankheit, unter der mit zunehmendem Alter immer mehr Menschen leiden. Mit am häufigsten entsteht sie am Kniegelenk. Die Orthopädische Universitätsklinik in Tübingen beschäftigt sich seit Jahrzehnten intensiv mit Operationstechniken am Kniegelenk und ist vertraut mit den besonderen Anforderungen auch bei schwierigen Fällen. Mehrere hundert Kunstgelenke werden hier jedes Jahr implantiert. Prof. Dr. Nikolaus Wülker, Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik, gibt im Interview Auskunft über alles Wissenswerte für Patienten.

Hand fasst an ein Knie
Regelmäßge Knieschmerzen bei Belastung können auf eine Arthrose hindeuten. (Bildquelle: fotolia/Dirima)
Wann besteht der Verdacht auf eine Kniegelenksarthrose?

Wenn das Knie bei Belastung regelmäßig weh tut und auch anschwillt, dann steht der Gang zu einem Arzt an. Eine Röntgenaufnahme kann in der Regel Gewissheit bringen.


Ist eine Operation unumgänglich, wenn sich der Verdacht bestätigt?

Nein. An eine Operation denken wir erst, wenn die Schmerzen zu einer tagtäglichen Beeinträchtigung des Patienten führen. Oft führt aber schon eine regelmäßige Krankengymnastik zu Besserung, auch alte Hausmittel wie Quarkwickel ums Kniegelenk können durchaus helfen.

Wenn doch operiert werden muss, welche Kunstgelenke werden verwendet?

In etwa 90 Prozent der Fälle wird eine Oberflächenprothese eingesetzt, die man sich wie eine Zahnkrone vorstellen kann. Dabei wird nur die Gelenkoberfläche entfernt und durch Metallstücke ersetzt. Kleinere Prothesen, bei denen nur ein Teil der Gelenkfläche ersetzt wird, werden nur selten verwendet. Wenn die Bänder durch eine Verletzung oder Rheuma ihre Funktion nicht mehr erfüllen können, wird eine große, sogenannte achsgeführte Rotationsprothese eingesetzt, bei der Scharniere und Achsen die Bänder ersetzen.


Mit welchen Einschränkungen müssen Patienten nach einer solchen Operation rechnen?

Die heutigen Oberflächenprothesen sind in Funktion und Belastbarkeit einem natürlichen Kniegelenk praktisch ebenbürtig. Wir empfehlen lediglich den Verzicht auf Sportarten, die das Knie besonders stark belasten wie Tennis oder alpinen Skilauf. Auch die Haltbarkeit hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht: Zehn Jahre nach der Operation sind 90 Prozent der Prothesen noch in Ordnung, nach 15 Jahren sind es immer noch 80 Prozent. Bei Rotationsprothesen kann der natürliche Bewegungsablauf nicht komplett wieder erreicht werden, trotzdem erzielen die Patienten auch in diesem Fall wieder eine gute Mobilität.


Gibt es eine Altersgrenze für die Operation?

Wir haben in Tübingen schon viele Patienten operiert, die älter als 80 Jahre waren. Ausschlaggebend sind die Verträglichkeit der Narkose und die Begleitumstände mit Krankenhausaufenthalt und Rehabilitation. Diese äußeren Bedingungen sind für Ältere oft viel belastender als der eigentliche Eingriff, der in der Regel nach einer Stunde erledigt ist.


Stichwort Rehabilitation: Wie geht es nach der Operation weiter?

Bei uns stehen die Patienten bereits am Tag nach dem Eingriff auf und bewegen unter Anleitung das Knie. Die ersten Wochen nach der Operation sind am wichtigsten. Bis eine 90-Grad-Beweglichkeit und das Gehen an Krücken möglich ist, bleiben die Patienten in der Klinik, in der Regel etwa eine Woche. Danach kann die Rehabilitation durch Krankengymnastik in einer speziellen Einrichtung oder auch ambulant fortgeführt werden. Nach durchschnittlich sechs Wochen kann dann auf Krücken verzichtet werden und die Mobilität ist auch außer Haus wieder hergestellt.


Was können die Patienten selbst zum Gelingen beitragen?

Die aktive Mitarbeit der Patienten ist extrem wichtig. Bereits vor der Operation ist es hilfreich, Kreislauf und Muskulatur in Schuss zu halten. Übergewicht erhöht generell das Risiko und führt auch nach der OP zur Gefahr, dass das künstliche Kniegelenk schneller ausleiert. Während der Rehabilitation und auch danach ist es wichtig, dass die Patienten die erlernten Bewegungsübungen auch selbstständig durchführen. Gummibärchen, Milch oder Fisch, die manchmal als Wundermittel gegen Arthrose angepriesen werden, bringen hingegen gar nichts.

Letzte Änderung: 29.10.2008

Im Interview:

Prof. Nikolaus Wülker

Ärztlicher Direktor Universitätsklinik für Orthopädie

Einrichtung: Universitätsklinik für Orthopädie

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