Medizinische Universitätsklinik
Innere Medizin II
Hämatologie, Onkologie, klinische Immunologie und Rheumatologie

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Allogene Stammzelltransplantation

Schwerpunkt

Eine allogene Stammzelltransplantation stellt für viele Patienten mit einer bösartigen hämatologischen Erkrankung die einzig zur Verfügung stehende kurative Therapie dar. Unsere Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der kontinuiierlichen klinischen Verbesserung der Therapiemethoden im Zusammenhang einer allogenen Stammzelltransplantation. Schwerpunkt bilden hierbei klinische Studien. Diese sind sowohl eigeniniiert oder Bestandteil der engen Kooperation mit der Kooperativen Transplantationsstudiengruppe, der EBMT, DAG-KBT und dem Fred-Hutchinson Cancer Research Center in Seattle/USA. Forschungsfelder sind hierbei die haploidente Stammzelltransplantation, die Mismatch-Transplantation, dosisreduzierte Konditionierungsstrategien sowie die Prophylaxe und Therapie der Transplantat-gegen-Wirt Reaktion (GVHD).

Nur für etwa 30 % der Patienten steht ein passender HLA-identer Familienspender und für bis zu 70 % ein HLA-identer Fremdspender zur Verfügung. Durch eine haploidente (nur zu einer Hälfte übereinstimmender HLA-Typ) Stammzelltransplantation, zum Beispiel von Eltern oder Geschwistern, ist für fast jeden Patienten ein schnell verfügbarer haploidenter Familienspender vorhanden. Eine haploidente Stammzelltransplantation war bislang jedoch von einer hohen Rate an Transplantatversagen und einer hohen Inzidenz schwerer GVHD, infektiöser und toxischer Komplikationen mit entsprechend hoher therapieinduzierter Mortalität geprägt. Ziel der Arbeit unserer Arbeitsgruppe ist es, Behandlungstrategien zur Minimierung der Toxizität der Konditionierungstherapie, Senkung der Inzidenz einer Graft-Versus-Host-Disease (GVHD) und der Rückfallrate bei gleichzeitiger Verbesserung der Immunrekonstitution, der Lebensqualität und des erkrankungsfreien Überlebens nach haploidenter Stammzelltransplantation zu entwickeln..

Die Verwendung einer Megadosis CD34-selektionierter Stammzellen erlaubt eine erfolgreiche haploidente Transplantation mit geringem Risiko einer schweren GVHD selbst ohne prophylaktische Immunsuppression. Das Ausmaß der durch die CD34-Selektion bewirkten T-Zelldepletion führt zu einer verzögerten Immunrekonstitution mit einem erhöhten Risiko für schwerwiegende Infektionen. Des weiteren werden potentiell für ein Engraftment ("Facilitating Cells") und den Transplantats-gegen-Tumor-Effekt (NK-Zellen, dendritische Zellen) verantwortliche Zellen nicht mit transplantiert. Daraus folgt neben der verzögerten Immunrekonstitution auch eine potentiell höhere Rückfall- und Abstoßungsrate. Um ein möglichst unberührtes Transplantat zu verwenden und möglichst viele immunkompetente Zellen zu transplantieren, bietet sich eine negative Selektionsmethode an. Dabei werden nur die Zellen, die für die Hauptkomplikationen bei einer haploidenten Transplantation verantwortlich sind, also T-Zellen (CD3+ oder TCR alpha/beta+) im Hinblick auf GVHD und B-Zellen (CD19+) im Hinblick auf lymphoproliferative Erkrankungen, entfernt. Das Transplantat enthält jedoch die für den Transplantats-gegen-Tumor-Effekt und die Infektionsabwehr wichtigen NK-Zellen, die für die Antigenpräsentation wichtigen dendritischen Zellen und für das Engraftment ebenfalls wichtige CD34 negative Stammzellen sowie "Facilitating Cells". Ein solches Transplantat soll also die Transplantats-gegen-Tumor-Antwort verstärken und gleichzeitig ein besseres und schnelleres Engraftment ermöglichen.

In Zusammenarbeit mit den Kollegen an der Tübinger Universitätskinderklinik (Prof. Rupert Handgretinger) haben wir ein klinisches Protokoll zur haploidenten Stammzelltransplantation mit CD3/CD19 depletierten Stammzellen nach einer dosisreduzierten Konditionierung entwickelt. Derzeit arbeiten wir an einer Weiterentwicklung dieser Methodik auf Basis einer selektiven Depletion von TCR-alpha/beta positiven Stammzellen. Hierdurch soll insbesondere die Immunrekonstitution nach haploidenter Stammzelltransplantation verbessert werden.

Oft kann für Patienten kein HLA-identer 10/10 gematchter Spender gefunden werden. Die Transplantation von einem nur 80-90% passenden (8-9/10) Spender ist mit einer erhöhten Komplikationsrate insbesondere im Hinblick auf eine Transplantat-gegen-Wirt Reaktion verbunden. Unserer Arbeitsgruppe forscht deshalb an neuen immunsuppressiven Therapiestrategien um die Ergebnisse einer sogenannten Mismatch-Transplantation zu verbessern. Zum Einsatz kommen neue Kombinationen an Immunsuppressive und Antikörper wie Rapamycin, Mycophenolat Mofetil, Rituximab und Antithymozytenglobulin (ATG).

Bisherige Konditionierungsprotokolle zur allogenen Stammzelltransplantation beschränken durch ihre Aggressivität und Toxizität die Anwendung dieser Behandlungsstrategie auf jüngere Patienten ohne schwerwiegende Begleiterkrankungen. Die Inzidenz hämatologischer Neoplasien nimmt aber in Abhängigkeit vom Lebensalter zu und die meisten dieser Erkrankungen treten bei Patienten über 60 Jahre auf.

Kontakt

Arbeitsgruppenleiter

frontend.sr-only_#{element.contextual_1.children.icon}: Prof. Dr. Wolfgang Bethge


Mehr zur Person

Klinische Studien im Bereich allogene Stammzelltransplantation

Unsere Arbeitsgruppe führt zahlreiche klinische Studien im Bereich der allogenen Stammzelltransplantation durch. Hier handelt es sich um uni- und multizentrische Studien zur Therapieoptimierung, Einsatz neuer Zytostatika in der Konditionierungstherapie, neue Ansätze der Transplantatmanipulation und den Einsatz neuer Immunsuppressiva zur Behandlung und Verhinderung einer Transplantat-gegen-Wirt Reaktion.

Klinische Studien allogene Stammzelltransplantation
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